Mit den finalen Wettkämpfen in Madesimo-Campodolcino (ITA) und Santa Caterina (ITA) vom 12. bis 18. März 2007 endete eine turbulente Saison im alpinen Europacup 2006/2007. Die schwierigen Wetterbedingungen und der Schneemangel in den europäischen Skigebieten sorgten auch hier dafür, dass einige Veranstaltungen verschoben oder abgesagt werden mussten. Insgesamt konnten bei den Damen 31 und bei den Herren 27 Rennen absolviert werden, 23 Wettkämpfe mussten komplett aus dem Kalender gestrichen werden.

Österreicher dominieren Gesamtwertung
Bei den Herren dominierten die Österreicher die Europacup-Gesamtwertung. Mit Peter Struger (AUT) belegt dort ein Europacup-Veteran den ersten Platz. Struger, der seine besten Ergebnisse im Riesenslalom und im Super-G erzielte, hatte zum Saisonende nur drei Punkte mehr auf dem Konto als sein Landsmann Alexander Koll, der zudem die Slalomwertung für sich entscheiden konnte. Ein weiterer Österreicher folgt auf dem dritten Rang: Matthias Lanzinger, Riesenslalomspezialist und ebenfalls schon länger im Europacup dabei, erfuhr sich insgesamt 543 Europacup-Punkte. Bester deutscher Athlet in der Gesamtwertung ist Stephan Keppler auf dem 96. Rang.

Fenninger verteidigt Gesamttitel
Wie schon im Vorjahr konnte die erst 18jährige Anna Fenninger die Europacup-Gesamtwertung gewinnen. Mit starken Vorstellungen im Riesenslalom und im Super-G errang sie insgesamt 884 Punkte und lag damit am Ende über 100 Zähler vor der Zweitplatzierten, der slowenischen Slalomspezialistin Marusa Ferk. Den dritten Platz in der Gesamtwertung belegt Camilla Alfieri (ITA), die damit auch für die Weltcupsaison 2007/2008 fest qualifiziert ist. Unter den besten Zehn finden sich auch zwei deutsche Athletinnen: Viktoria Rebensburg und Carolin Fernsebner belegen gemeinsam den zehnten Rang.

Nur wenige Abfahrtsrennen
Die Wettkämpfe in der Abfahrt waren besonders von den widrigen Wetterbedingungen in dieser Saison betroffen. Insgesamt konnten sowohl bei den Damen als auch den Herren nur drei Rennen durchgeführt werden - ursprünglich hatte der Kalender neun Abfahrten vorgesehen. Johan Clarey (FRA) konnte die Abfahrtswertung der Herren für sich entscheiden, er lag zu Saisonende 20 Punkte vor dem Österreicher Georg Streitberger. David Poisson auf dem dritten Rang bestätigte die gute französische Teamleistung in der Abfahrt. Stephan Keppler erreichte als bester deutscher Abfahrer den 16. Platz. In der Abfahrtswertung der Damen siegte Christine Sponring (AUT). Zweite wurde hier die erst 15jährige Schweizerin Lara Gut, gefolgt von der Italienerin Lucia Mazzotti auf dem dritten Platz. Susanne Riesch war die einzige deutsche Teilnehmerin in der Abfahrt, sie landete auf dem 43. Platz in der Abschlusswertung.

Österreicher stark im Super-G
In der Super-G Wertung der Herren konnte sich mit Olivier Brand ein Schweizer durchsetzen. Brand siegte mit 360 Punkten vor den Österreichern Christoph Alster und Peter Struger. Der einzige deutsche Starter in dieser Wertung war Johannes Stehle, der am Ende den 44. Rang belegte. Die österreichische Dominanz zeigte sich besonders deutlich in der Super-G Wertung der Damen, wo das österreichische Team gleich acht Athletinnen unter den ersten Zehn platzieren konnte. Anna Fenninger belegte hier den ersten Platz, gefolgt von ihren Teamkolleginnen Maria Holaus und Stefanie Koehle. Als beste Deutsche steht Viktoria Rebensburg auf dem 14. Rang.

Sandell gewinnt Riesenslalomwertung
Mit Markus Sandell (FIN) stand erst zum zweiten Mal überhaupt ein Finne an der Spitze eines Disziplinen-Europacups. Sandell siegte in dieser Wertung mit 51 Punkten Vorsprung auf Matthias Lanzinger, dem Dritten in der Europacup-Gesamtwertung. Richard Cyprien belegte den dritten Rang und ist so ebenfalls für den Weltcup 2007/2008 qualifiziert. Die besten drei jeder Wertung im Europacup erhalten einen fixen Startplatz für die kommende Weltcup-Saison. Bei den Damen siegte Camilla Alfieri (ITA), Zweite in der Gesamtwertung, klar vor der Gesamtsiegerin Anna Fenninger (AUT). Den dritten Platz in der Riesenslalomwertung sicherte sich, wie bei den Herren, ein Mitglied des französischen Teams: Olivia Bertrand löste ihr Weltcup-Ticket für den nächsten Winter. Mit Carolin Fernsebner auf dem fünften und Viktoria Rebensburg auf dem sechsten Rang erzielte auch das deutsche Team gute Resultate im Riesenslalom.

Drei Deutsche Fahrerinnen unter den Top 10
Die Slalomwertung konnte Alexander Koll klar für sich entscheiden. Der Österreicher, nur knapp geschlagen in der Europacup-Gesamtwertung, hatte am Ende 110 Punkte Vorsprung auf den Zweiten. Julien Lizeroux (FRA), der in dieser Saison mit einem sechsten Platz in Alta Badia auch im Weltcup erfolgreich war, belegte den zweiten Rang vor Giuliano Razzoli aus Italien. Jendrek Stanek aus Königssee erreichte mit dem 50. Platz das beste deutsche Ergebnis. Bei den Damen stand mit Veronika Zuzulova (SVK) ebenfalls eine mehrfache Weltcup-Starterin ganz oben. Beeindruckend war hier der zweite Platz der erst 17jährigen Schweizerin Celina Hangl, auf dem dritten Platz findet sich Marusa Ferk (SLO). Unter den ersten Zehn in dieser Wertung sind auch drei deutsche Fahrerinnen vertreten: Veronika Staber (7.), Fanny Chmelar (8.) und Kathrin Hölzl (10.).


Clarey gewinnt auch die Super-Kombination
In der Super-Kombination siegte wie auch in der Abfahrtswertung der Franzose Johan Clarey. Carey konnte sich vor Hans Olsson (SWE) und Carlo Janka (SUI) durchsetzen. Deutsche Athleten waren in dieser Disziplin nicht am Start. Bei den Damen ging der Europacup in der Superkombination an Marusa Ferk (SLO), die auch im Slalom und in der Gesamtwertung auf dem Podium stand. Zweite wurde hier die Österreicherin Daniela Zeiser vor ihrer Teamkollegin Christine Sponring. Die beste Deutsche, die 19-jährige Susanne Riesch, erreichte den 26. Rang, Monika Springl landete in dieser Wertung auf dem 39. Platz.