Christian Greber leitet das Testteam Abfahrt/Super-G bei Head. Ski2b sprach mit ihm über die aktuellen Tests der Weltcup-Modelle für den kommenden Winter, für den die FIS einige Veränderungen vorschreibt.

Ski2b.com: Hallo Christian. Ihr testet gerade die neuen Head-Skier in Warth. Was wird sich in der kommenden Saison ändern?
Christian Greber: Die FIS hat ein neues Reglement festgelegt, nach dem alle Skier etwas breiter werden. Bei den Abfahrtsskiern sind es fünf Millimeter an der schmalsten Stelle. Auch die Standhöhe wird reduziert. Ab der kommenden Saison dürfen nur noch die neuen Ski benutzt werden. Wir testen aber schon länger, denn wir wollen natürlich jeden Entwicklungsvorsprung nutzen.

Ski2b: Sollen diese Änderungen schweren Verletzungen der Athleten vorbeugen?
Christian: Ja, genau. Man verspricht sich, das die breiteren Ski und die niedrigere Höhe weniger aggressiv sind. Nach unseren ersten Erfahrungen ist es momentan schwierig zu sagen, ob das auch so passiert. Die Kurvengeschwindigkeit war jedenfalls eher nicht viel langsamer. Aber für ein abschließendes Urteil brauchen wir noch mehr Tests.

Ski2b: Du warst ja selbst im Weltcup erfolgreich. Wie wirkt sich so eine Umstellung für die Athleten aus - müssen sie sich auch technisch umstellen?
Christian: Natürlich, die Abstimmung von Fahrer und Material muss man man ganz neu finden - das ist schon eine Umstellung. Das muss aber nicht lange dauern - Didier Cuche war ganz begeistert von den neuen Skiern und ist bei der Schweizer Meisterschaft im Super-G gleich auf Platz eins gefahren.

Ski2b: Dieser Erfolg zeigt, dass Head schon sehr weit zu sein scheint. Seit wann laufen die Tests - und wo steht ihr jetzt?
Christian: Ich denke, wir sind sehr weit im Verhältnis. Erste Tests machen wir seit Januar, Andreas Buder fährt schon die ganze Saison mit den neuen Skiern. In Warth sind wir jetzt seit etwa einem Monat. Diese Woche werden wir noch hier bleiben, dann geht es vielleicht noch einmal nach Saalbach oder Veysonnaz, um dort mit den Fahrern weiter zu arbeiten.

Ski2b: Wieso testet ihr in Warth-Schröcken?
Christian: Da gibt es eigentlich viele gute Gründe. Zum einen liegt es nahe an Kennelbach, wo die Zentrale von Head ist. Außerdem ist die derzeitige Schneelage hier auf 2.000 Metern sehr gut. Und drittens werden wir bestens unterstützt: Man hat uns eine Strecke für vier Woche präpariert und auch sonst alle Optionen gelassen. Das Zusammenspiel war perfekt.

Ski2b: Wie geht es jetzt weiter? Testet ihr auch im Sommer?
Christian: Der große Block ist eigentlich erst einmal abgeschlossen. Bis Ende Mai können wir mit den Athleten auf dem Gletscher noch arbeiten, aber dann gibt es eine Pause bis Anfang Oktober.

Ski2b: Ihr wart in dieser Saison in den Speed-Disziplinen äußerst erfolgreich. Was erhoffst du dir mit dem neuen Material für die kommende Saison?
Christian: Wir erwarten uns natürlich sehr viel. Wir waren in Abfahrt und Super-G auf Rang eins und zwei im letzten Winter und das wollen wir bestätigen. Aber mit der Neuerung fangen alle bei Null an. Das gilt für jede Firma. Letztlich sind es brandneue Skier am Schnee - und wer am härtesten arbeitet, gewinnt. Das ist viel Arbeit, macht aber auch viel Spaß. Ich bin jedenfalls sehr zuversichtlich.


Ski2b: Werden sich eure Tests auch auf die 'normalen' Verkaufsskier von Head auswirken?
Christian: Viele Sachen aus den Tests gehen am Ende in den Produktionsprozess ein. Und die Rennlaufmodelle werden natürlich auch ähnlich abgestimmt. Ich kann jedenfalls sagen, dass es einen richtig guten Riesenslalom-Rennski zu kaufen gibt ...

Ski2b: Danke Christian!