Der Pitztaler Benjamin Raich ist aufgrund seiner spektakulären Fahrweise in der österreichischen Heimat sehr beliebt. Aber Raich ist nicht nur beliebt, sondern auch erfolgreich auf den Skipisten der Welt unterwegs. Er kann aufgrund seiner Entwicklung in den letzten Jahren um den Gesamt-Weltcup mitkämpfen.

Vierfacher Junioren-Weltmeister:
Sein Talent konnten die Trainer schon früh in seiner Karriere erkennen. Raich gewann in den Jahren 1996, 1997 und 1998 insgesamt vier Goldmedaillen bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Dort war er je zweimal im Slalom und Riesenslalom erfolgreich.

Die WM 2001 als Erlebnis:
Benni Raich hat den Slalom in den Kult-Status erhoben. Bei der Weltmeisterschaft in St. Anton standen über 50.000 Menschen am Hang und feuerten die rot-weiß-roten Hasardeure auf ihrem gewagten Ritt durch den Kippstangenwald frenetisch an. Raich gelang schließlich der Gewinn der Silbermedaille.

In Österreich den Popstars gleich:
Der Fahrstil auf den kurzen Carvern ist kompromisslos, das Risiko eines Ausfalls ständiger Begleiter. Mit dieser 'Berufsauffassung' lassen sich die Massen begeistern. Es gibt kein Taktieren, kein Zögern mehr. Wer heute einen Weltcupslalom oder einen olympischen Slalom gewinnen will, der muss neben dem Talent und dem Können auch eine Portion Zockermentalität mitbringen. Der 'Blitz aus Pitz' kann darauf zurückgreifen, und hat sich in der Weltspitze etabliert.

Vize-Weltmeister und Olympia-Dritter:
Der Tiroler ist auch bei Großveranstaltungen erfolgreich. Nach dem Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft im Spezial-Slalom bei der WM 2001 in St. Anton (AUT) holte sich der Pitztaler gleich bei seinem ersten Olympia-Auftritt in Snowbasin (USA) 2002 die Bronzemedaille in der Kombination. Bei der WM 2003 in St. Moritz (SUI) verpasste er als Viertplatzierter nur knapp eine Medaille.

Entwicklung zum Allrounder:
Raich hat sich im Laufe der Jahre zum Allrounder entwickelt, der um den Gesamt-Weltcup mitfahren kann. Lagen seine Stärken zu Beginn der Karriere noch fast auschließlich in den technischen Disziplinen, so kann er mittlerweile auch in den Speed-Disziplinen wertvolle Punkte sammeln. So ist auch der dritte Rang im Gesamt-Weltcup 2003/2004 zu erklären, als er bis zuletzt um den Sieg mitfuhr.

Duell mit Miller um Gesamt-Weltcup
In der Saison 2004/2005 kam Raich nach verhaltenem Start immer besser in Form und avancierte zum ersten Herausforderer für US-Star Bode Miller. Mit drei Siegen und einer Serie von Top-Platzierungen konnte er dessen Vorsprung im Weltcup-Klassement auf teilweise unter 100 Punkte reduzieren. Am Ende musste sich der Pitztaler dem US-Boy geschlagen geben, doch der zweite Rang ist Audruck seiner Stärke.

Medaillensammler in Bormio
Bei der WM in Bormio (ITA) allerdings konnte Raich seinen Kontrahenten Miller schlagen. Sage und schreibe fünf Medaillen holte sich Raich in Italien, darunter zweimal Gold. In der Kombination wurde er seiner Favoritenstellung gerecht und auch im Slalom war er nach zwei Durchgängen ganz vorne. Zusätzlich gewann Raich noch Edelmetall im Super-G, Riesenslalom und beim Team-Event und avancierte so zum 'König von Bormio'.

Zweimal Olympia-Gold in Turin
Zu den Olympischen Spielen reiste Benjamin Raich als Gesamtweltcupführender. Nachdem er zuerst in der Kombination in Führung liegend ausschied und im Super-G nicht glänzen konnte, bewies er seine Klasse im Riesenslalom, bei dem er sich sein erstes Olympia-Gold sichern konnte. Beim Slalom setzte er dann sogar noch einen drauf und siegte erneut. Zurecht kann man Raich als den Skifahrer des Winters bezeichnen, entschied er doch zusätzlich noch den Gesamtweltcup mit sieben Siegen in Riesenslalom, Slalom und Kombination für sich.

Saisonauftakt mit Sieg Nummer 24
Gleich zu Beginn des Winters 2006/2007 fügte der Österreicher seiner Siegesliste einen Weiteren im Auftakt-Slalom in Levi hinzu. Doch dann fiel Raich zunächst in ein Loch. Erst in der zweiten Saisonhälfte kam er in Riesenslalom und Slalom wieder zu Erfolgen. Bei der WM ging er dagegen leer aus. Das spannende Finale gegen Aksel Lund Svindal um die große Kugel verlor Raich knapp, setzte sich aber gegen Landsmann Mario Matt im Slalom durch und holte somit immerhin eine kleine Kristallkugel.

Steckbrief:
Geboren: 28.02.1978
Nation: Österreich
Heimatverein: SV Leins/Pitztal
Größe: 181cm
Gewicht: 75kg
Hobbies: Tennis, Klettern, Bungee Jumping
web: www.raich.at

Erfolge:
1996 errang Benjamin Raich den Slalomtitel bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Ein Jahr später holte er bei derselben Veranstaltung den Titel im Riesenslalom. 1998 folgten mit einem zehnten Rang beim Weltcup-Riesenslalom in Crans Montana (SUI) bei Raichs erstem Weltcupstart auch gleich die ersten Weltcuppunkte. Den ersten Podestplatz gab es 1999 für einen dritten Rang im Slalom von Kranjska Gora (SLO). Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): K (ausgeschieden), SG (21), GS (1), SL (1)
2002 in Salt Lake City (USA): GS (4), SL (3), K (3)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (3), K (1), RS (2), SL (1), Team (2)
2003 in St. Moritz (SUI): SL (4), GS (9), K (ausgeschieden)
2001 in St. Anton (AUT): GS (ausgeschieden), SL (2)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): GS (ausgeschieden), SL (5)

Weltcup:
2. Platz Gesamtweltcup 2007
Weltcup-Disziplinen-Sieger im Slalom 2007
Weltcup-Gesamtsieger 2006
Weltcup-Disziplinen-Sieger im Slalom 2005
Weltcup-Disziplinen-Sieger im Riesenslalom 2005, 2006
2. Platz Gesamtweltcup 2005
3. Platz Gesamt-Weltcup 2004
Weltcup-Disziplinen-Sieger im Slalom 2001
insgesamt 28 Weltcupsiege