In einer sehr spannenden Entscheidung holte sich Benjamin Raich beim letzten Slalom der Herren in Lenzerheide am 18. März den Sieg und gewann damit auch den Slalom-Weltcup. Neuer Weltcup-Gesamtsieger ist aber Aksel-Lund Svindal aus Norwegen, dem ein 15. Platz genügte. Zweiter wurde Mario Matt, Dritter Manfred Mölgg. Deutsche Läufer waren nicht am Start.

Raich im Visier bei beiden Entscheidungen
Nach seinem Patzer beim Riesenslalom am Vortag hatte Benjamin Raich nur ein mögliches Ziel: volle Attacke. Im Gesamt-Weltcup half ihm bei 97 Zählern Rückstand auf Aksel Lund Svindal nur ein Sieg, um seine theoretischen Möglichkeiten wahrzunehmen. Und auch im Slalom lag er mit 15 Punkten hinter Mario Matt - hier konnte er mit einem Erfolg sein Ziel aus eigener Kraft erreichen. Svindal musste für die große Kugel 'nur' punkten, also unter die Top 15 vorstoßen. Allerdings war ihm das im ungeliebten Slalom in diesem Winter zuvor erst zweimal gelungen.

Raich vor Matt
Der Slalom-Showdown in diesem Winter wurde zu einem würdigen Duell von Mario Matt und Benjamin Raich. Mit Startnummer sechs ging Matt ins Rennen und unterbot die bisherige Bestmarke des Kanadiers Michael Janyk klar. Doch nach ihm demonstrierte Raich einen perfekten Slalom. Vor allem die letzten, drehender gesteckten Tore im steilen Zielhang meisterte er grandios und nahm dem Weltmeister damit 0,57 Sekunden ab.

Nur Janyk, Byggmark und Pranger vorn dabei
Neben Matt und Janyk kamen nur Jens Byggmark aus Schweden und der Österreicher Manfred Pranger innerhalb einer Sekunde hinter dem Besten ins Ziel, dahinter wuchsen die Abstände der Athleten an. Das Aus kam einmal mehr für Bode Miller, der damit seine Slalom Saison so beendete, wie er sie durch den ganzen Winter bestritten hat.

Hochklassiges Finale - Svindal im Glück
Das Finale hielt dann, was es versprach. Viele Top-Läufe zeugten von der Qualität der Konkurrent. Spannend wurde es dabei erstmalig bei Svindal. Der Norweger kam trotz einiger Probleme aber letztlich als Fünfter ins Ziel und musste damit zittern - denn noch elf Athleten standen am Start. Doch bereits Markus Larsson erlöste den Norweger. Dem Schweden unterlief ein grober Patzer, der ihn hinter Svindal zurückwarf, damit stand der Norweger auf jeden Fall auf Rang 15 und hatte seine Vorgabe erfüllt. Im Zielraum brachen bei ihm natürlich alle Dämme. Am Ende sollte kein weiterer Fahrer mehr patzen - somit waren es nur die sieben Hundertstelsekunden auf den 16. Martin Hansson, die Svindal den Gesamt-Weltcup sicherten. Ein hauchdünnes Ergebnis!

Mölgg prescht nach vorne
Eine enorm starke Vorstellung bot im Finale Manfred Mölgg. Im ersten Durchgang noch Siebter durchpflügte er die Tore förmlich und kam mit der zweitbesten Laufzeit noch auf den dritten Gesamtrang vor. Keinen guten zweiten Lauf erwischte einmal mehr Michael Janyk, der damit wieder eine gute Chance ungenutzt ließ. Er fiel auf Rang neun zurück. Marc Berthod und Jens Byggmark auf den Positionen vier und fünf feierten einen positiven Abschluss ihrer sehr guten Saison, beiden fehlten nur rund zwei Zehntel zum Siegerpodest.

Matt legt vor
Der Zweitbeste des ersten Laufs wollte es im Finale wissen. Matt wirkte zwar nicht so souverän wie bei seinen letzten Siegen, aber er legte dennoch wieder einen sehr guten Lauf auf die Piste. Im Ziel war dieser zeitgleich mit Mölgg, somit übernahm Matt klar die Spitze und hatte Raich die Hürde geliefert, die dieser überspringen musste.


Raich meisterlich zur kleinen Kugel
Doch Raich konnte nicht nur seinen Vorsprung verteidigen, in einem exzellenten Lauf setzte er sich auch von Matt und Mölgg noch ab und holte damit seinen 29. Weltcup-Sieg. Eine knappe Sekunde betrug sein Vorsprung auf den Konkurrenten, weshalb auch der Slalom-Weltcup zurecht an Raich ging. Beide Entscheidungen waren dabei extrem knapp. Hatte Raich (605) gegenüber Matt (600) am Ende noch fünf Zähler Vorsprung, fehlten ihm in der Gesamtwertung magere 13 Zähler auf Svindal. Dritter wurde hier Didier Cuche aus der Schweiz.