Im Saisonendspurt hat der Österreicher Hans Grugger den Super-G im norwegischen Kvitfjell klar für sich entschieden. Auf den Plätzen landeten Landsmann Mario Scheiber und Didier Cuche aus der Schweiz. Bester Deutscher wurde Stephan Keppler auf Rang zwölf.

Auf Nebel folgt Sonnenschein
Im Gegensatz zum Vortag, wo das Abfahrtsrennen wegen schlechter Sichtbedingungen und Nebel lange unterbrochen werden musste, schien die Sonne am 11. März und so mussten die Speed-Fahrer im Super-G nur mit einer weicher werdenden Piste kämpfen.

Grugger zeigt Traumlauf und siegt verdient
Bereits mit Startnummer fünf ging Hans Grugger ins Rennen und zeigte enormes Risiko und hohe Skikontrolle. Auf dem selektiven Kurs mit vielen Hochgeschwindigkeitskurven unterlief ihm fast kein Fehler und so konnte er die bisherige Bestmarke des Deutschen Stephan Keppler klar unterbieten. Am Ende kam keiner mehr seiner Marke nahe, denn im oberen Abschnitt hatte Grugger die mit Abstand beste Fahrt. Letztlich ungefährdet konnte er somit abwarten und sich endlich als Sieger feiern lassen. Es war sein vierter Weltcup-Triumph, der erste nach seiner schweren Verletzung im Vorjahr.

Österreich schlägt zurück
Grugger führte dabei ein sehr starkes ÖSV-Team an, dass sich offenbar vorgenommen hatte, eine durchwachsene Saison in einem einzigen Rennen aufzuholen. Mario Scheiber auf Rang zwei kam 72 Hundertstel hinter Grugger an, dann folgten noch Michael Walchhofer auf Rang vier, Hermann Maier auf fünf, sowie Fritz Strobl und Hannes Reichelt auf den Rängen neun und zehn. Sechs Österreicher damit unter den Top-Ten - ein Bild, das es im Super-G in dieser Saison noch nicht gab.

Miller verteidigt Super-G Führung
Bode Miller hatte es in der Hand: Als er sich aus dem Starthaus abstieß, hatten seine größten Konkurrenten im Disziplinen-Weltcup bereits gepatzt. John Kucera (CAN) musste sich letztlich mit Platz 15 begnügen, Peter Fill aus Italien bekam als 28. am Ende nur drei Pünktchen. Doch auch der Amerikaner erwischte keinen perfekten Lauf und konnte so nur den siebten Platz erreichen. Damit festigte er aber dennoch seine Führung und muss ein Rennen vor Schluss nun Didier Cuche auf Distanz halten, der auf den vierten Platz der Wertung vorrückte.


Entscheidender Übergang
Auch im Gesamtweltcup hat Cuche durch seinen dritten Platz Boden gutmachen können. Seine beiden Konkurrenten schieden nämlich aus: Beide hatten einen Geländeübergang falsch angefahren, der ein Kriterium diese Kurses war. Im Sprung kamen die Fahrer auf dieses Tor zu - und wer die Richtung falsch gewählt hatte, konnte nur noch aufschreien und flog vorbei. Das passierte sowohl Benjamin Raich als auch Aksel Lund Svindal, dem die Nullnummer aber teurer zu stehen kommt, denn bei seinem Heimrennen hätte er Raich einige Punkte abnehmen müssen, um mit guten Chancen nach Lenzerheide zu fahren. Nun ist Cuche auch hier an zweiter Stelle. Raich hat aber jeweils rund 100 Zähler Vorsprung auf seine beiden Verfolger.

Keppler löst Lenzerheide-Ticket
Johannes Stehle - am Vortag noch in den Punkterängen - hatte im super-G keine Chance und landete abgeschlagen am Schluss des Feldes. Aber auch aus Sicht des DSV gab es ein erfreuliches Ergebnis. Stephan Keppler ging als Dritter auf den schwierigen Kurs und leistete sich seit langem wieder eine fast fehlerfreie Fahrt. Mit viel Risiko und einer guten Linienwahl setzt er zunächst die Bestzeit, am Ende reichte es zu Platz zwölf. Das ist das drittbeste Resultat für den Deutschen in dieser Saison und bedeutet auch die sichere Fahrkarte zu den Saisonfinals nach Lenzerheide. Dort dürfen nur die 25 Besten des Weltcups antreten. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Felix Neureuther ist Keppler der einzige männliche Athlet, der den DSV auf dieser Ebene vertreten wird. Die vier Rennen in Lenzerheide finden ab dem 14. März statt, den Auftakt macht die Abfahrt der Herren.