Aksel Lund Svindal hat sich als erster Gewinner des Kombinations-Weltcups in die alpinen Geschichtsbücher eingetragen. Beim deutlichen Sieg von Benjamin Raich, der die letzte Super-Kombination der Saison am 9. März in Kvitfjell (NOR) mit knapp 1,5 Sekunden Vorsprung gewann, genügte dem Norweger der dritte Rang, um in der Gesamtwertung die Führung zu übernehmen. Zweiter wurde der Schweizer Silvan Zurbriggen.

Die Kugeln im Visier
Schneeregen und zum Teil Nebelschwaden sorgten beim vierten und letzten Rennen in der Super-Kombination für schwierige Verhältnisse für die alpinen Stars. Dabei war allen Fahrern die Ausgangslage sehr bewusst: Marc Berthod, Aksel Lund Svindal und Ivica Kostelic fuhren um die kleine Kristallkugel für die Kombination, Benjamin Raich, erneut Svindal und Didier Cuche um die Weltcup-Gesamtwertung. Diese spannende Konstellation ließ den Kampf um den Tagessieg beinahe in Vergessenheit geraten.

Cuche und Miller legen vor
In der Abfahrt gelang Didier Cuche dann das, was ihm in den Spezialabfahrten in diesem Winter bislang verwehrt blieb: Er fuhr die schnellste Zeit des Feldes und unterstrich damit, dass er an seine kleine Chance im Kampf um den Gesamtweltcup glaubt. Die Speed-Asse Bode Miller und Mario Scheiber konnten Cuche folgen, auch Michael Walchhofer und Erik Guay überzeugten am Tag vor der Spezialabfahrt mit den Plätzen vier und fünf.

Keine Vorentscheidung für die Kombi-Entscheidung
Dagegen konnten die Anwärter für den Kombinations-Weltcup sich noch nicht entscheidend durchsetzen. Abfahrts-Weltmeister Svindal belegte erwartungsgemäß den besten Platz der drei Kandidaten, hatte jedoch nur eine Sekunde Polster vor den Slalom-Spezialisten Marc Berthod und Ivica Kostelic. Diese lagen fast gleichauf auf den Rängen 28 und 29 und konnten so im zweiten Durchgang mit einer günstigen frühen Startnummer antreten.

Raich setzt sich in Szene
Favorit auf den Tagessieg war nach der Abfahrt aber Benjamin Raich. Er landete als Elfter nur knapp hinter Konkurrent Svindal und ging daher mit lediglich acht Zehnteln Rückstand auf die Führenden auf den Slalomhang. Gut platziert hatte sich auch Silvan Zurbriggen, der als Siebter nur gut eine halbe Sekunde Rückstand mit ins Finale nahm. Einige Slalomspezialisten, darunter Weltmeister Mario Matt und Kitzbühel-Doppelsieger Jens Byggmark, aber auch Rainer Schönfelder traten in Norwegen nicht an.


Abfahrer schwänzen den Slalom
Viele Abfahrer nutzten die Kombi dabei nur als Warm-Up. Von 63 Fahrern, die das Ziel erreichten, gingen nur 39 im Slalom überhaupt an den Start - aus der ersten Startgruppe fehlten sogar 14 von 30 Athleten. Auch die DSV-Fahrer Stephan Keppler und Johannes Stehle gingen im Slalom nicht mehr an den Start, nachdem sie die Abfahrt als 50. und 59. beendet hatten. So fiel die Entscheidung über den Tagessieg bereits nach 16 Startern. Die Kombinationswertung sollte sich noch früher entscheiden.

Berthod patzt - Svindal holt die Kugel
Mit Startnummer zwei und drei gingen Ivica Kostelic und Marc Berthod in den Slalom. Während der Kroate mit der zweitbesten Laufzeit direkt etwas vorlegen konnte, versagten dem Schweizer nach wenigen Toren die Nerven - er verbremste und fiel zurück. Später konnte Svindal die Zeit von Kostelic knacken, damit stand der Sieger dieser Weltcup-Wertung fest. Der Norweger wies am Ende 232 Zähler auf, Berthod kam auf 202 und hatte damit sogar noch zwei Zähler Vorsprung auf Kostelic.

Traumlauf bringt Raich den Sieg
Für Benjamin Raich gab es kein Taktieren. Er griff an und pulverisierte die bestehende Bestmarke. Auch Silvan Zurbriggen konnte da nicht mithalten und schob sich mit 1,41 Sekunden Rückstand noch auf Rang zwei. Damit hat der Österreicher nun 117 Punkte Vorsprung im Gesamt-Weltcup auf Svindal. Der kann nun aber in den beiden Speed-Rennen kontern, die am 10. und 11. März noch in Kvitfjell angesetzt sind. Auch der dritte Anwärter auf die große Kugel holte heute einige Punkte: Didier Cuche fiel jedoch im Slalom erwartungsgemäß auf Position 16 zurück.