Marlies Schild hat sich bei der Super-Kombination im italienischen Tarvisio den zweiten Disziplinen-Weltcup sichern können. Mit ihrem dritten Platz in Italien festigte sie auch ihre Führung im Gesamt-Weltcup. Das Rennen gewann aber Teamkollegin Nicole Hosp, Zweite wurde Julia Mancuso aus den USA.

Nebel, Regen und Stürze
Das letzte Rennen in der Super-Kombination der Damen stand dabei zunächst unter keinem guten Stern. Erst verzögerte Regen den Start um über eine Stunde, dann unterbrach Nebel den Wettbewerb. Zu allem Unglück gab es dann noch zwei schwere Stürze: Kathrin Zettel und Anna Fenninger kamen beim Zielsprung zu weit nach außen ab und verletzten sich bei der unsanften Landung. Somit endete die Abfahrt trotz des kleinen Teilnehmerfeldes von 52 Athletinnen erst, nachdem eigentlich der Slalom schon laufen sollte.

Pärson nach der Abfahrt vorne
Die Ausgangslage vor dem letzten Rennen war klar: Ein dritter Platz würde Marlies Schild zum Weltcup-Sieg in der Kombi-Wertung reichen. Hauptkonkurrentinnen waren Michaela Kirchgasser und Julia Mancuso, die 44 und 45 Punkte Rückstand aufholen mussten. Die amtierende Weltmeisterin Anja Pärson holte sich schließlich die schnellste Zeit in der Abfahrt - ohne dabei aber einen perfekten Lauf gezeigt zu haben. Nur vier Hundertstel hinter ihr platzierte sich Julia Mancuso aus den USA. Doch dann folgte bereits Marlies Schild, die zur Überraschung vieler die meisten Speed-Expertinnen hinter sich ließ und so als Top-Favoritin in den abschließenden Slalom ging.

Riesch fällt aus, Stechert und Chmelar punkten
Maria Riesch war nach der Abfahrt noch beste Deutsche in Tarvisio. Nach Rang zehn dort fädelte sie aber im Slalom ein und blieb damit ohne Punkte. Gina Stechert hatte als 27. nach der Abfahrt mit ihrer hohen Startnummer auch schon mit sehr weichen Bedingungen zu kämpfen. Im Slalom schlug sie sich wacker und kam noch auf Rang 22 vor. Fanny Chmelar belegte nach einigen Problemen zunächst Platz 36, konnte sich im Slalom aber noch auf Platz 28 verbessern.

Stiegler und Hosp im Gleichschritt
Im Finale gab es dann schon recht früh zwei sehr gute Läufe. Zuerst carvte Resi Stiegler sicher und schnell durch die Stangen und setzte dabei vor allem im ersten Flachstück die Maßstäbe. Kurz nach ihr kam Nicole Hosp als 19. der Abfahrt und ihr gelang sogar eine noch bessere Fahrt. Im Steilhang gab es an diesem Tag keine bessere und aggressivere Linie, sodass Hosp sich noch vor Stiegler an die Spitze des Klassements setzte. Am Ende sollte ihr sogar der Sprung von 19 auf Platz eins gelingen. Stiegler belegte Rang fünf.

Schild vergibt eine Sekunde
Erst Marlies Schild war danach wieder in der Lage, Hosps Bestmarke anzugreifen. Über eine Sekunde Vorsprung brachte sie mit, doch sie ließ es verhalten angehen und kam nicht wie gewohnt in ihren Rhythmus. Damit landete sie nur auf Rang zwei und gab somit Julia Mancuso die Chance, mit einem Sieg auch den Weltcup zu gewinnen.

Mancuso verfehlt Ziel nur knapp
Doch auch Mancuso hatte Probleme im Steilhang. Mit weniger Schwung als Hosp verpasste auch sie die Bestzeit, setzte sich aber eine Hundertstel vor Schild. Damit stand diese aber bereits als Weltcup-Siegerin fest. Weltmeisterin Anja Pärson schließlich fuhr ähnlich gebremst wie Mancuso auf den letzten Toren und vergab so eine glatte Sekunde an Vorsprung allein im Steilhang. Damit verpasste sie das Podest und belegte nur Rang vier.


Premieren-Weltcup an Schild
Mit dem erstmals ausgefahrenen Kombinations-Weltcup geht damit bereits die dritte kleine Kristallkugel nach Österreich. Wiederum Schild und Renate Götschl, die heute verletzungsbedingt pausierte, hatten zuvor bereits im Slalom und im Super-G als Siegerinnen festgestanden. Im Gesamtweltcup wurde es noch spannender, da die Konkurrentinnen der führenden Schild (1112 Punkte) hier etwas aufholten. Nicole Hosp (1089) ist nun auf Rang zwei, Julia Mancuso (1039) auf Rang drei. Mit 1019 Punkten bleibt aber auch Renate Götschl noch im Rennen. Bereits am 3. März geht es für die Damen in Tarvisio mit der Abfahrt weiter, am Sonntag folgt der Super-G.