Ein spannendes Weltcup-Wochenende in Garmisch-Partenkirchen ist zuende gegangen. Dabei gab es Überraschungssieger, Action auf der Piste und auch einen erfreulichen Ausgang des Slaloms am Gudiberg aus deutscher Sicht.

Veranstalter ziehen drei Rennen durch
Beim ersten Weltcuprennen nach der WM in Are mussten die alpinen Herren auf der Kandahar antreten. Am Freitag stand zunächst das Ersatzrennen für Kitzbühel auf dem Programm, bevor der zweite Abfahrtswettbewerb einen Tag später folgen sollte. Abschließend wurde am Sonntag am Gudiberg ein Slalom ausgetragen, der bestbesuchte Wettkampf des Wochenendes.

Erste Abfahrt - Startnummernrennen
Die Verhältnisse auf der Piste wurden im Verlauf des ersten Rennens immer schlechter. Die Veranstalter hatten sehr mit den warmen Temperaturen zu kämpfen und setzten zuvor alles daran, die Traditionswettbewerbe überhaupt durchführen zu können. Bei der Startgruppe der besten 30 hatten daher diejenigen einen Vorteil, die zuerst auf die Strecke gehen konnten. Perfekt genutzt wurde diese Situation von Andrej Jerman, der als Elfter ins Rennen ging. Niemand konnte die Zeit des Slowenen, der als Einziger unter 1:57 Minuten blieb, schlagen und so sicherte sich der 28-Jährige seinen ersten Weltcupsieg. Hinter ihm wurden Hans Grugger (AUT) und der Kanadier Erik Guay Zweiter und Dritter.

Favoriten ohne Chancen
Favoriten wie Bode Miller (USA), Didier Cuche (SUI) oder Marco Büchel (LIE) blieben auf der aufgeweichten Kandahar chancenlos. Michael Walchhofer, der auf diesem Hang entweder triumphiert oder ausfällt, musste in diesem Jahr letztere Variante in Kauf nehmen. Er stürzte einmal mehr in der FIS-Schneise. Kurz darauf konnte er zwar aus eigener Kraft ins Ziel fahren, wie sich jedoch im Nachhinein herausstellte, hatte sein Crash in die Fangzäune eine Prellung des Brustkorbs und eine Gehirnerschütterung zur Folge.

Kadahar - Teil zwei
Samstag, der 24. Februar versprach einen spannenden Wettbewerb, da die Bedingungen auf der Piste sich verbessert hatten. Auch mit hohen Startnummern war es noch möglich das Klassement an der Spitze aufzumischen. Das bewiesen nicht zuletzt die drei Männer auf dem Podium selbst. Erik Guay (CAN), am Vortag noch Dritter, stürmte zur Bestzeit, obwohl er erst als 25. das Starthaus verließ. Zuvor hatte ein weiteres Mal Andrej Jerman die Bestzeit gesetzt, der jedoch schließlich über den zweiten Platz noch vor dem Favoriten Didier Cuche jubeln konnte. Doch auch der ewige Zweite Cuche war alles andere als enttäuscht über seinen dritten Rang, konnte er doch die Führung im Abfahrtsweltcup entscheidend ausbauen und das Projekt "kleine Kristallkugel" weiter vorantreiben.

Highlight am Sonntag
Das größte Aufsehen erregte der Slalom am Sonntag. 10.000 Zuschauer fanden sich am Gudiberg ein, um die Top-Fahrer der Weltelite beim Manöver durch die Stangen lautstark zu unterstützen. Und die zum größten Teil deutschen Fans wurden für ihr Kommen belohnt. Schon der erste Durchgang bot Spannung pur. Während Weltmeister Mario Matt (AUT) eine klare Bestzeit auf den Hang zauberte, ging es heiß her bei der Vergabe der weiteren Plätze. Lokalmatador Felix Neureuther war mit Startnummer acht an der Reihe. Riskant schoß er durch den Stangenwald und setzte sich auf Position zwei. Auch im Finallauf konnte ihm niemand mehr diese Platzierung nehmen und er überwand somit sein WM-Trauma. Während Matt erneut Nervenstärke bewies und sich den Sieg sicherte, konnte sich Teamkollege Benni Raich noch auf den dritten Platz verbessern. Die schwedischen Slalomasse Markus Larsson und Jens Byggmark landeten abgeschlagen auf den Rängen neun und elf.


Neureuther springt für DSV-Team in die Bresche
Bester Deutscher am ersten Tag wurde Johannes Stehle auf einem 41. Rang. Stephan Keppler, der bei der ersten Abfahrt auch ein Opfer der hohen Startnummer wurde, hatte am zweiten Tag mehr Glück. Er rutschte aufgrund eines Verzichts von Walchhofer in die Top 30 und durfte als Erster auf die Heimstrecke. Jedoch konnte er seinen Vorteil nicht nutzen. Am Ende des Wettbewerbs war er nur auf Platz 34 zu finden. Stehle lief hier als 20 immerhin in den Punkten ein. Nachdem auch Alois Vogl im ersten Slalomdurchgang am Sonntag ausgeschieden war, rettete Felix Neureuther mit seinem hervorragenden Podiumsplatz dem DSV das Heimwochenende.