Und wieder Aksel-Lund Svindal - nach dem Abfahrtsgold hat sich der Norweger bei der alpinen Ski-WM in Are auch den Titel im Riesenslalom sichern können. In 2:19.64 Minuten distanzierte er die Schweizer Daniel Albrecht und Didier Cuche, die sich über Silber und Bronze freuen konnten. Die DSV-Fahrer Felix Neureuther und Stephan Keppler schieden beide aus.

Selektiver Hang
Das Rennen begann gleich mit einem Kracher: Top-Favorit Benjamin Raich ging mit Startnummer eins auf die Piste, verpasste aber nach einem Übergang ein Tor und schied aus. In Folge mussten einige der Stars sich auf dem extrem harten Untergrund beweisen, kaum einer schaffte das ohne Fehler. Belohnt wurde dabei die Angriffslust der Athleten. Somit konnten auch einige Fahrer mit hohen Startnummern noch weit nach vorne kommen. Wer dieses Risiko nicht einging, verlor schnell den Anschluss an die Spitze.

Starke Schweizer
Lange führte der Kanadier Francois Bourque das Klassement an. Erst zwei junge Schweizer lehrten ihn das Fürchten: Marc Berthod kam als 19. und verpasste die Bestzeit noch knapp, vier Fahrer später war es der neue Kombinations-Weltmeister Daniel Albrecht, der die Spitze übernahm. Dahinter lagen die besten zwölf Athleten innerhalb einer Sekunde und versprachen, für einen spannenden Medaillenkampf im Finale zu sorgen.

Traumlauf führt Svindal zum Titel
Mit nur 23 Hundertsteln Rückstand auf Albrecht war der neue Abfahrtsweltmeister Aksel-Lund Svindal Vierter nach dem ersten Durchgang. Er ging mit kompromissloser Einstellung in das entscheidende Finale und legte dort die zweitbeste Fahrt nach dem Kanadier John Kucera hin. Das reichte klar für die Führung - und viele mochten ahnen, dass es bereits die zweite Goldmedaille bedeutete. Svindal selbst riss die Arme in die Höhe. Mit diesem weiteren Titel ist er nun endgültig legitimer Nachfolger der großen norwegischen Ski-Heroen Kjetil-Andre Aamodt und Lasse Kjus.

Albrecht vor Cuche
Die restlichen Medaillen gingen an die Eidgenossen. Als 30. ging Daniel Albrecht ins Finale und fuhr solide und schnell ins Ziel, ohne jedoch die Bestzeit Svindals ernsthaft gefährden zu können. Eine knappe halbe Sekunde fehlten ihm auf seinen zweiten WM-Titel, doch mit Gold und Silber dekoriert, wird er im abschließenden Slalom ohne Druck auflaufen können. Wiederum eine halbe Sekunde dahinter konnte Didier Cuche seinen Medaillentraum endlich wahr werden lassen. Er legte im Schlussabschnitt des Laufes zu und sicherte sich so den dritten Podestplatz vor Ted Ligety aus den USA.


Bourque verpasst große Chance
Ganz bitter war das Finale für den Kanadier Francois Bourque, der nach dem Finale bei den Olympischen Spielen nun auch bei der WM eine exzellente Ausgangsbasis vergab. Im Finale schied er nach wenigen Toren nach Innenskifehler aus. Auch Bode Miller und Marc Berthod griffen an, blieben jedoch ohne Fortune. Pech hatte auch Felix Neureuther, der im ersten Lauf nach sehr guter Zwischenzeit ausschied. Der zweite DSV-Starter Stephan Keppler kam im Finale nicht ins Ziel, nachdem er in Durchgang eins Rang 36 belegt hatte.

Blamage für den ÖSV
Eine Pleite erlebte auch das hochgehandelte Team Austria. Mit Titelverteidiger Hermann Maier stellten die Österreicher mit fünf Fahrern das größte Kontingent, doch schon nach dem ersten Lauf zeichnete sich ein Fiasko ab. Neben Raich schieden auch Christoph Gruber und Hannes Reichelt aus. Hermann Maier und Rainer Schönfelder blieben in beiden Läufen deutlich unter ihren Möglichkeiten. So war der Herminator am Ende als 21. bester ÖSV-Fahrer, Schönfelder fiel noch auf Rang 25 zurück. Damit wartet die Herrenmannschaft der Alpenrepublik weiter auf ihren ersten Sieg.

Die letzte Einzelentscheidung bei den Herren steht nun am Samstag, den 17. Februar an. Dann geht es im Slalom um Gold, Silber und Bronze. Titelverteidiger ist mit Benjamin Raich wieder ein Österreicher.