Die zweite Entscheidung der Herren bei der Weltmeisterschaft hat erneut einen überraschenden Sieger hervor gebracht. Der Schweizer Daniel Albrecht hat sich in einer spannenden Super-Kombination, die erstmals bei einer WM ausgetragen wurde, die Goldmedaille gesichert. Silber ging an Benni Raich und Bronze an Albrechts Teamkollegen Marc Berthod.

Miller nach der Abfahrt vorne
In der Super-Kombination ging es mit der Abfahrt los. Bei eisigen Temperaturen zeigte Bode Miller einmal mehr in diesem Winter, dass er in den Speed-Disziplinen ganz schwer zu schlagen ist. Er distanzierte die Konkurrenz fast komplett. Nur Aksel Lund Svindal kam überraschend nah an Miller heran. Dem Norweger und Gesamtweltcup-Führenden fehlten im Ziel nur zwei Zehntel. Damit gingen die beiden als Top-Favoriten in den Slalom. Hinter den beiden konnten sich mit Michael Walchhofer, Steven Nyman, Francois Bourque und Didier Defago die besten Speed-Athleten platzieren.

Vorentscheidung in der Abfahrt
Auf Rang sieben folgte dann bereits Daniel Albracht, dem eine sehr gute Abfahrt gelang. Der Schweizer lag nur 1,02 Sekunden hinter Bode Miller und hatte sich damit eine gute Ausgangslage verschaffen. Auf Rang zehn kam dann schon sein Teamkollege Marc Berthod, der sich als Führender im ´Super-Kombinationsweltcup ebenfalls einiges ausrechnete. Benni Raich lag mit 1,6 Sekunden Rückstand ebenfalls noch in Schlagdistanz, brauchte dafür aber einen fulminanten Slalomlauf. Während sich die drei späteren Medaillengewinner so eine gute Ausgangsbasis verschafft hatten, verspielten einige Athleten diese bereits in der Abfahrt. Olympiasieger Ted Ligety und Mario Matt kamen mit mehr als 2,6 Sekunden Rückstand ins Ziel. Auch die Schweden erwischten einen schwarzen Tag. Keiner der starken Techniker konnte sich in der Abfahrt aussichtsreich platzieren.

Kurioser Beginn im Slalom
Aufgrund vieler Stürze in der Abfahrt, wurde es eng, den Zeitplan einzuhalten. So mussten die Athleten den Slalomhang schnell besichtigen und sich dann auf das anstehende Finale vorbereiten. Es konnte pünktlich losgehen, allerdings waren die ersten Skirennläufer alle von der Rolle. Niklas Rainer stieg vor eigenem Publikum zurück. Christof Innerhofer verlor kurz vor dem Ziel einen Ski und fuhr auf dem anderen das Rennen zu Ende. Die nächsten beiden schieden komplett aus. Die erste richtige Zeit kam von Lars Myhre, der als Fünfter ins Rennen ging.

Spannendes Finale der Super-Kombination
Ivica Kostelic und Rainer Schönfelder wollten beide noch in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Dies gelang ihnen aber nicht. Am Ende wurde Schönfelder 16. und Kostelic Zwölfter. Benni Raich machte es besser. Der 'Blitz aus Pitz' riskierte alles. Zentral über dem Ski gelang ihm ein sensationeller Lauf, mit dem er die Bestzeit von Silvan Zurbriggen um fast eine Sekunde unterbot. Damit hatte Raich ein Pfund vorgelegt. Marc Berthod konnte da nicht ganz mithalten. Er riskierte wie immer alles und war sogar kurz vor dem Ausfall. Im unteren Bereich kam der Schweizer noch einmal stark auf, musste sich aber hinter Raich einreihen. Daniel Albrecht machte es besser. Er brachte etwas mehr Vorsprung auf Raich mit und rettete acht Hundertstel ins Ziel. Die Speed-Fahrer um Walchhofer und Nyman konnten da nicht mithalten und hatten mit der Medaillenvergabe nichts mehr zu tun. Aksel Lund Svindal versuchte alles, kam aber mit dem stark drehenden Kurs nicht so gut zurecht. Er fiel zurück und sein Medaillentraum war ausgeträumt. Bode Miller schien nicht alles riskieren zu wollen. Er war trotzdem ein-, zweimal nah am Abflug. Im Ziel wurde er enttäuschender Sechster.

Schweizer übernehmen Führung
Für Daniel Albrecht wurde damit der Medaillentraum war. Bisher hatte der 23-Jährige im Weltcup noch kein einziges Mal auf dem Podium gestanden. Sein bestes Resultat waren bisher zwei Vierte Plätze. Nach drei Wettbewerben haben die Schweizer nun die Führung im Medaillenspiegel inne. Die Eidgenossen kommen auf eine Gold- und zwei Bronzemedaillen. Ohnehin war das Abschneiden der Schweizer in der Super-Kombination stark. Neben den beiden Medaillen konnten Dider Defago als Vierter und Silvan Zurbriggen als Achter überzeugen.


Deutsche steigen aus
Die beiden deutschen Starter nahmen am abschließenden Slalom nicht mehr teil. Stephan Keppler lag nach der Abfahrt auf dem 27. Rang. Er nutzte den Start als weitere Trainingseinheit. Auf den Slalom wollte er auch aufgrund seines Kahnbeinbruches verzichten. Johannes Stehle rangierte nach der Abfahrt mit 3,13 Sekunden Rückstand auf dem 37. Rang.