Die alpinen Ski-Herren haben mit Patrick Staudacher ihren ersten Überraschungsweltmeister bereits gefunden - nun steht eine der vielleicht spannendsten Konkurrenzen auf dem Programm: Erstmals werden für eine Super-Kombination WM-Medaillen vergeben. Dabei gibt es viele Sieganwärter.

Coup für Berthod?
Der Weltcup hat es bewiesen: In der Super-Kombi ist alles möglich. Zuletzt konnten hier die Slalom-Spezialisten glänzen, vor allem Mario Matt (AUT) und der junge Schweizer Marc Berthod sorgten mit furiosen Auftritten im abschließenden Slalomdurchgang für überraschende Erfolge. Für Berthod reichte es sogar zur hauchdünnen Führung im Kombinations-Weltcup nach drei absolvierten Rennen - und das könnte sogar zum Gewinn der kleinen Kristallkugel reichen, denn ob es noch ein viertes Weltcup-Rennen in dieser Disziplin geben wird, ist derzeit noch unklar.

Svindals große Medaillenchance
Auch für den Norweger Aksel-Lund Svindal ist die Super-Kombi die wohl größte Medaillenchance bei diesen Titelkämpfen. Keiner fährt mit ähnlicher Konstanz in allen Disziplinen in die Punkte wie der Punktehamster aus Norwegen, der dadurch auch die Spitze im Gesamtweltcup erklimmen konnte. Gelingt Svindal eine sehr gute Abfahrt, hat er das Potenzial, um seinen Vorsprung im Slalom über das Ziel zu retten. Auch einige andere Favoriten kommen aus dem Speed-Bereich.

Walchhofer mit Chancen
Die neue Wettkampfform mit nur einem Slalom gibt nämlich auch den Abfahrts-Spezialisten eine Siegchance. Michael Walchhofer hat dadurch schon Super-Kombi Siege feiern können, wenn auch nicht in diesem Winter. Er und Bode Miller müssen über die Abfahrt kommen, auch der Schweizer Defago wird hier die Grundlage für seinen Medaillentraum legen wollen. Doch sie müssen den Slalom-Experten einige Zeit abknöpfen, wenn sie ihre Hoffnungen umsetzen wollen.

Titelverteidiger Raich
Denn die Techniker gelten als Favoriten. Benjamin Raich konnte zwar in diesem Winter noch nicht in der Kombination triumphieren, der Titelverteidiger wird aber im Kampf um das Edelmetall in jedem Fall ein Wort mitreden. Das gilt auch für dem amtierenden Olympiasieger Ted Ligety oder den schwedischen Shooting-Star Jens Byggmark, der nach seinen Slalom-Siegen in Kitzbühel nun erstmals mit dem Erfolgsdruck der heimischen Fans konfrontiert werden wird. Rainer Schönfelder und Ivica Kostelic haben sich ebenfalls mit einem einzigen Traumlauf schon auf das Siegerpodest vorfahren können.


Keppler und Stehle: Training für Abfahrt
Die DSV-Starter Stephan Keppler und Johannes Stehle werden dagegen kaum Chancen auf vordere Plätze haben. Für die ist der Abfahrtslauf aber ein willkommenes Training für die Spezialabfahrt der Herren wenige Tage später. Felix Neureuther verzichtet in der Kombination auf einen Start und wird erst mit den Technikrennen in die WM eingreifen.