Die Idee der KlinikClowns entstand bereits 1986 in Amerika und kam Anfang der 90er nach Europa. Mittlerweile gibt es in vielen europäischen Ländern regelmäßig Clownsvisiten.
KlinikClowns versuchen, kranken Kindern den Heilungsprozess im Krankenhaus zu erleichtern. Ihre Initiative betrifft sowohl Kinder, die nur kurze Zeit stationär aufgenommen werden, als auch Langzeitpatienten mit schweren Erkrankungen, für die Abwechslung besonders wichtig ist.

Abtauchen in die Phantasiewelt
Eine Schwester: "Manchmal sind die Kinder so krank, dass sie nicht spielen können. Dann kommen die Clowns, erzählen die wunderlichsten Dinge und fühlen sich in die Phantasiewelt der Kinder ein, eine Welt, die andere Erwachsene schon längst vergessen haben." Klinikaufenthalte bedeuten besonders für Kinder eine belastende Situation, die sie aus vertrauten Beziehungen reißt. Sie verlassen ihr soziales Umfeld und sind Stresssituationen ausgesetzt, die seelische und psychische Verunsicherungen auslösen. Die Besuche der KlinikClowns helfen Kindern, Eltern und dem Personal, mit Lachen und Spaß für einen Augenblick dem Krankenhausalltag zu entfliehen. Der Einsatz der KlinikClowns basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Lachen den Heilungsprozess fördert.

Physiologische Wirkung
Humor hat eine stimulierende und damit kräftigende Wirkung auf den menschlichen Organismus.

Emotionale Wirkung
Humor wirkt in emotionaler Weise wohltuend, da er verdrängte Affekte freisetzen und Hemmungen lösen kann.

Kognitive Wirkung
Humor regt die Phantasietätigkeit des Menschen an und steigert damit dessen kreatives Potential.

Soziale Wirkung
Humor wirkt ansteckend. Er fördert auf eine originelle und anregende Art und Weise die Interaktion und Kommunikation.

Keine `normalen´ Clowns
Die KlinikClowns sind nicht vergleichbar mit Clowns im herkömmlichen Sinne, wie man sie als Possenreißer und Spaßmacher aus dem Zirkus kennt. Freischaffende Künstler (ausgebildete Clowns, Schauspieler, Tänzer, Musiker, etc.) bringen ihre clownesken Fähigkeiten in ein besonders sensibles Arbeitsfeld ein, das geprägt wird von den Bedürfnissen von Kindern in einer besonders belastenden persönlichen Lage, und schaffen so eine Verbindung zwischen künstlerischem Wirken und sozialem Engagement.

Gegenseitige Bereicherung
Das Spiel der Clowns schenkt dem Kind Trost und Hoffnung.
Der Clown arbeitet aus der meditativen Leere heraus; der Clown schöpft daraus die Empfindung für die Magie der Realität. Das heißt, dass er als Künstler etwas grundsätzlich anderes in die Therapie einbringen kann.
Die KlinikClowns führen kein "Programm" auf, sondern stellen mit viel Improvisation bei jedem Besuch eine neue Situation zwischen Kind, Angehörigen und ihrer Clownsfigur her. Ihr Spiel orientiert sich an der aktuellen Situation der kleinen Patienten, den wechselnden Stimmungen und dem Gesundheitszustand der Kinder.

Clown im Arztkostüm
Daher erklärt sich auch die Notwendigkeit, dass KlinikClowns über basistherapeutisches Wissen verfügen müssen und dieses in die Figur des Clowns einfließen lassen. In den Kliniken treten die Clowns als "Clownsärzte" auf, der Arztkittel ist Teil ihres Kostüms. In ihren Clownsvisiten führen sie die Arztvisiten humorvoll ad absurdum und nehmen dem Krankenhausalltag so ein wenig Ernst und Schrecken. "Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute, seht euch an, was uns die normalen gebracht haben."
George Bernhard Shaw

Vertrauensbeziehung zu Patienten
Die unabhängige Position der Clowns ermöglicht es, eine Vertrauensbeziehung zu den Patienten herzustellen, die nicht in Klinikstrukturen eingebunden ist. So ist es möglich, Brücken zwischen Arzt, Pflegepersonal und Patient zu bauen.

Nina, 10: "Ich mag die Clownsdoktoren, sie machen immer so viel Spaß. Schade, dass die echten Doktoren nicht auch mit kurzen Hosen rumlaufen und so witzig sind."