Hermann Maier - ein Name, der die Sportwelt elektrisiert. Als 'Herminator' ist er heute weit über die Grenzen des Skisports bekannt. Doch Maier hat nicht nur Erfolge gefeiert und sich im Glanz des Sieges gesonnt.

August 2001 - tiefer Einschnitt in Maiers Leben
Maier erlebte seine schwersten Stunden im Sommer 2001. Das bangen um sein Bein und die Angst um die Zukunft des 'Skihelden' sorgte für eine Welle der Sympathie in der Bevölkerung. Nach dem Motorradunfall in jenem August und einer Trainingsverletzung in Südamerika musste der Flachauer ganz neu anfangen. Er konnte die Saison 2001/2002 nicht fahren und feierte dann kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft 2003 in St. Moritz (SUI) sein Comeback. Dies krönte er mit dem Weltcup-Gesamtsieg im Winter 2003/2004.

Unikum
Maier war vor seinem Unfall das sportliche Maß aller Skifahrer im Weltcup-Zirkus - und ist es momentan wieder. In der 'Hall of fame' für Sportler wird sicherlich bereits ein Platz für das österreichische Kraftpaket freigehalten. Doch auch abseits der Skipisten ist Maier immer für eine Schlagzeile gut. Er polarisiert die Massen. Man liebt ihn oder man wünscht ihm Niederlagen. Niemand hat ihm aber einen Motorradunfall gewünscht.

Der Kampf um das Comeback
Der Motorradunfall im Sommer 2001, bei dem sich der Herminator u.a. ein Bein gebrochen hatte, markierte einen sichtbaren Wendepunkt in der Karriere des Österreichers. Tief getroffen und mental angeschlagen stellte sich der Salzburger drei Wochen später der Presse. Ein Start bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City (USA), ja eine Fortsetzung seiner Ski-Laufbahn rückten in den Hintergrund. Der Mensch Hermann Maier befand sich im Tief, in Sorge um seine Gesundheit. Doch der Hermann wäre nicht der Herminator, wenn er nicht bei Zeiten seinen 'fighting spirit' wiederentdeckt hätte. Der Neuanfang als Chance - Maier hat sie genutzt.

Alle Titel in vier Jahren
Zwischen 1997 und 2000 gewann der Salzburger alle Titel, die in jenen Jahren abzuräumen waren: Es ging langsam los mit dem ersten Weltcupsieg 1997. 1998 wurde er im japanischen Nagano Doppel-Olympiasieger und holte die große Kristallkugel. Im Jahr darauf erweiterte Maier seine Siegliste um zwei Weltmeistertitel (Beaver Creek, USA), ehe er sich 2000 zum zweiten Mal den Gesamt-Weltcup sicherte.

Eine kleine Chronologie der Ereignisse
Eineinhalb Jahre nach seinem schweren Motorrad-Unfall am 24. August 2001 kehrte Maier überraschenderweise bereits beim Riesenslalom in Adelboden auf die Rennpisten zurück (Platz 31). Und das obwohl er eine weitere Verletzung zu überstehen hatte - im August 2002 verschoben sich seine Comeback-Pläne erneut auf unbestimmte Zeit: Nach der beim Sommertraining im chilenischen Portillo erlittenen Schuhrand-Prellung, die sich als gravierender herausstellte als angenommen, war nicht abzusehen, wann und ob Maier überhaupt wieder in den Weltcup-Zirkus zurückkehren würde. Der Flachauer erholte sich aber doch viel schneller als erwartet von diesem neuerlichen Rückschlag.

WM in St. Moritz
Maier kehrte erst kurz vor der Weltmeisterschaft 2003 wieder auf die Skipisten zurück und zeigte allen, dass er noch lange nicht abzuschreiben war. In nur fünf Rennen, darunter auch schon wieder ein Weltcupsieg in Kitzbühel, konnte er sich dann noch für die Titelkämpfe qualifizieren und dort sogar die Silbermedaille im Super-G gewinnen.

Vierter Gesamtsieg im Winter 2003/2004
Seine erste komplette Saison nach dem Unfall fuhr Maier im Weltcup-Winter 2003/2004. Laut Maier sollte es eigentlich nur eine Comeback-Saison werden, doch der Herminator wäre nicht der Herminator, wenn er nicht wieder Unglaubliches vollbracht hätte. Er gewann den Super-G-Weltcup und sicherte sich in einem spannendem Finale auch noch seinen vierten Weltcup-Gesamtsieg. Was für ein Comeback!

50. Weltcupsieg
Einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere erreichte Maier im März 2005, als er in Kvitfjell (NOR) seinen 50. Weltcupsieg feierte. Damit zog er in der ewigen Bestenliste mit dem legendären Alberto Tomba (ITA) gleich und liegt an zweiter Stelle. Vor dem Flachauer rangiert nur noch Ingemar Stenmark (SWE). Im gleichen Jahr gewann Maier bei der WM in Bormio (ITA) eine weitere Goldmedaille - diesmal im Riesenslalom - und zeigte es allen seinen Kritikern, die in während jener Saison ob seiner schwachen Leistungen im Speedbereich bereits stark kritisierten. Ganz nebenbei wurde der ÖSV-Star auch noch Dritter in der Weltcup-Gesamtwertung.

Maier hält hohes Niveau auch im Olympiawinter
Der große Mann des alpinen Skisports konnte dank Olympia in Turin seine Medaillensammlung um zwei erweitern. Ein zweiter Platz im Super G und ein dritter Rang im Riesenslalom machten das möglich. Darüber hinaus konnte der Österreicher drei weitere Weltcupsiege auf seinem Erfolgskonto verbuchen und wurde am Ende Zweiter im Super G-Weltcup.

Steckbrief
Geboren: 07.12.1972 in Altenmarkt (Österreich)
Nation: Österreich
Heimatverein: USC Flachau
Größe: 181cm
Gewicht: 89kg
Hobbies: Radfahren, Rollerskating, Motorrad, Angeln, Golf
Web: www.hm1.com

Erfolge
Gleich bei seinem ersten Weltcup-Rennen 1996 erreichte Hermann Maier als 26. im Riesenslalom von Hinterstoder auch die ersten Weltcup-Punkte. Ein Jahr später fuhr er beim Riesenslalom von Tignes (FRA) als Dritter zum ersten Podiumsplatz. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (6), SG (2), GS (3)
1998 in Nagano (JPN): SG (1), GS (1)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): GS (1), SG (4), DH (17)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (2), DH (8)
2001 in St. Anton (AUT): DH (2), SG (3), GS (4)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): DH (1), SG (1), GS (ausg.)

Weltcup:
Weltcup-Gesamtsieger 1998, 2000, 2001, 2004
Weltcup-Disziplinen-Sieger in der Abfahrt 2000, 2001
Weltcup-Disziplinen-Sieger im Super-G 1998, 1999, 2000, 2001, 2004
Weltcup-Disziplinen-Sieger im Riesenslalom 1998, 2000, 2001
insgesamt 54 Weltcupsiege