In Finnland ist Kalle Palander der bekannteste Fahrer im alpinen Skisport. Are ist für ihn bereits die sechste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Dabei konnte sich der Finne einmal mit Gold dekorieren. In Vail 1999 gewann er den Slalom. Auch für dieses Jahr hat der 29-Jährige große Ziele.

ski2b.com: Kalle, im März 2006 hast du dich schwer verletzt mit einem Kreuzbandriss. Wie ist die Reha im Sommer gelaufen? Was hast du getan, um wieder Skifahren zu können?
Kalle Palander: Die Reha war etwas, dass ich nie mehr erleben möchte. 38 Tage lang habe ich sieben bis acht Stunden am Tag Behandlungen und Therapien gehabt. Das war in Kroatien im Center 'Therme Selce'. Zwischen den Sizungen habe ich dann mein eigenens Training zu Hause durchgeführt.

ski2b: Wann hast du wieder auf Schnee trainiert - und war das erste Mal eine große Herausforderung nach der Verletzung?
Kalle: Ich habe am 27. August 2006 in Saas Fee wieder mit dem Skifahren begonnen. Das erste Gefühl war einfach unglaublich. Neue Ausrüstung, ein neues Knie und ein neuer Saisonstart. Wir haben es langsam angehen lassen, um erst einmal das Gefühl für die Skier wiederzugewinnen.

ski2b: Dein Comeback war sehr stark, in Alta Badia hast du früh deinen ersten Sieg feiern können. Warst du überrascht, dort zu gewinnen?
Kalle: Allerdings, ich war sehr überrascht. Das war wie ein wahr gewordener Traum.

ski2b: Nach dem Sieg in Alta Badia hast du die Skier, das Knie und den Schnee geküsst. Was wolltest du damit zeigen, war es ein besonderes Signal?
Kalle: Ich musste einfach ein großes Danke loswerden an alle, die mir diesen Sieg ermöglicht hatten. Die Firma Fischer, Dokor Eero Hyvärinen und dem Reha-Center 'Therme Selce'.

ski2b: Vor der Saison bist du zu Fischer gewechselt. Wie ist es der Markenwechsel verlaufen und wie zufrieden bist du nun mit dem neuen Material?
Kalle: Ich bin jetzt richtig glücklich. Natürlich war es schwer, zu Fischer zu wechseln, ohne zuvor testen zu können. Aber letztlich lief alles sehr gut. Mir wurde mit Sepp Precht ein exzellenter Servicemann von Fischer zur Seite gestellt. Ich glaube, wir haben bislang sehr gute Arbeit geleistet, um Skier und Schuhe in Zukunft sogar noch besser zu machen, als sie es jetzt schon sind.

ski2b: Beim Herren-Weltcup gibt es in dieser Saison auffallend viele unterschiedliche Sieger. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Kalle: Der Wettbewerb ist jetzt härter als jemals zuvor. Alle sind so dicht beieinander, besonders im Slalom. Aber das ist richtig gut für den Sport

ski2b: Du hast bereits einen Weltmeistertitel im Slalom gewinnen können. Liegt dein Fokus in Are auf dem Riesenslalom - oder wo siehst du bessere Chancen?
Kalle: Beides, ich will die Goldmedaille im Slalom und im Riesenslalom. Aber natürlich will ich den Riesenslalom noch ein bisschen lieber gewinnen!

ski2b: Wie lässt sich die Strecke in Are charakterisieren? Wo entscheidet sich das Rennen?
Kalle: Der Riesenslalom ist ein technisch sehr anspruchsvoller Kurs, viele Wellen und Geländeübergänge. Ich mag das sehr. Der Slalom ist eigentlich zu leicht, aber so war das bei den letzten Weltmeisterschaften auch schon, weil wir dieselbe Strecke fahren wie die Damen.

ski2b: Die WM findet in Schweden statt, also recht nah an deiner Heimat Finnland. Erwartest du viele Fans an der Piste, die dich unterstützen?
Kalle: Nach dem, was ich gehört habe, werden viele Finnen nach Are kommen. Das ist sehr gut, denn es wird sich wie ein Heimrennen für mich anfühlen.

ski2b: Du bist ein sehr erfahrener Rennläufer und hast bereits an fünf Weltmeisterschaften teilgenommen. Was zeichnet ein solches Großereignis aus? Und was braucht es, um hier erfolgreich zu sein?
Kalle: Du musst es ansehen als ein Rennen, wie jedes andere auch - nichts Besonderes. Du bereitest dich einfach wie auf ein normales Weltcup-Rennen vor.