Der Abfahrtssieger auf der Streif wird in den Medien oft als Hahnenkammsieger bezeichnet - aber was ist mit dem Slalomsieger oder dem Gewinner des Super-G's in Kitzbühel? Keiner der Einzelsieger ist ein Hahnenkammsieger, denn ein Hahnenkammsieger muss mehr können, ein Ausnahmekönner sein, der in allen Disziplinen siegen kann.

Abfahrt und Slalomläufe werden addiert
Der "echte" Hahnenkammsieger ist der Gewinner der klassischen Kombination, die es im Weltcup nur noch in Kitzbühel gibt. Also ein Skirennläufer, der sich sowohl auf der schwierigsten Abfahrt zurechtfindet und siegen kann, wie auch im schwierigen Slalomparcour am Ganslernhang perfekt carvt. Es wird die Zeit der Abfahrt und die Zeiten der beiden Slalomdurchgänge zusammengezählt. Nur der Beste aus beiden Events ist der Hahnenkammsieger. 

Wer kann die Ehrennadel gewinnen?
Jene Skirennläufer, die dreimal zum Hahnenkammsieger gekürt wurden, dürfen die Hahnenkamm-Nadel in Gold mit Brillanten tragen. Bisher konnten nur wenige Skisportler diese besondere Auszeichnung in Empfang nehmen. Die Kitzbüheler Anderl Molterer und Christian Pravda waren die Ersten. Der Franzose Jean-Claude Killy trumpfte in den 60er Jahren, der Italiener Gustav Thöni in den 70ern je dreimal auf und der Schweizer Ausnahmesportler Pirmin Zurbriggen nahm 1990 die Hahnenkamm-Nadel in Empfang. Die beiden Norweger Lasse Kjus und Kjetil Andre Aamodt sind die jüngsten Ehrenträger. Der US-Amerikaner Bode Miller hat angekündigt, dass er viel vor hat, aber auch der Österreicher Benjamin Raich möchte abräumen, beide haben einen Hahnenkammsieg in der Tasche. So können die Skifans gespannt sein, welcher von beiden sein Ziel erreicht.