Bei der ersten Abfahrt der Damen im französischen Val d`Isere hat sich Julia Mancuso aus den USA den Sieg geholt. In 1:38,93 Minuten distanzierte sie die Top-Favoritinnen Renate Götschl (AUT) und Landsfrau Lindsey Kildow um eine runde halbe Sekunde. Es war ihr erster Weltcup-Sieg überhaupt!

Gute Bedingungen in Val d`Isere
Endlich kamen die alpinen Stars doch noch nach Val d`Isere. Nach den Absagen der etatmäßigen Damen- und Herrenrennen verlegte der Weltskiverband FIS zwei Abfahrten und einen Slalom in die französischen Alpen. Dort herrschten dann perfekte Bedingungen - Sonnenschein und kalte Minusgrade, die Piste war hart präpariert und ermöglichte auch den Fahrerinnen mit hohen Startnummern gute Chancen.

Mancuso gelingt perfekte Fahrt
Das kam auch den Favoritinnen zu Gute. Julia Mancuso ging als 21. ins Rennen und legte eine Fabelzeit auf die Piste. Eineinhalb Sekunden konnte sie der bislang führenden Ingrid Jacquemod (FRA) abknöpfen. Ihr gelang dabei die perfekte Mischung aus Gleiten und sauberer Skiführung in den schnellen Kurven. Immer kam sie sofort wieder in die Abfahrtshocke zurück und wusste offenbar bereits im Ziel, was ihr gelungen war.

Pärson meldet sich zurück
Nach Mancuso konnten viele Fahrerinnen nicht an die Bestzeit anschließen. Erst Anja Pärson kam wieder annähernd an die Zeit der Amerikanerin heran. Die Schwedin blieb aber auch noch sieben Zehntel zurück - dennoch scheint sie langsam wieder an die Form des Vorwinters anschließen zu können. Am Ende belegte sie den vierten Rang. Denn die beiden Top-Favoritinnen konnten Pärson noch überflügeln.

Kildow behält Führung im Abfahrts-Weltcup
Mit den letzten Startnummern gingen Renate Götschl und Lindsey Kildow ins Rennen. Beide waren der späteren Siegerin oben ebenbürtig, oder sogar noch eine Nuance schneller. Beide hatten aber auch einen kleinen Fehler im Lauf, der jeweils eine runde halbe Sekunde kostete. Knapp besser war am Ende die 'Speed-Queen' aus der Steiermark, die damit auch im Abfahrtsweltcup einige Punkte gutmachen konnte. Dennoch führt Kildow dort weiterhin recht souverän vor Götschl und Maria Riesch.

DSV-Mannschaft ohne Chance
Für Riesch war es wie für das gesamte Team des DSV kein erfolgreicher Tag. Nach zahlreichen Fehlern fielen alle vier Deutschen im Klassement letztlich weit zurück. Zunächst war Petra Haltmayr, die im Training noch Platz fünf belegt hatte, weit hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben. Am Ende belegte sie Rang 41. Maria Riesch fehlte die Sicherheit auf den Skiern, die sie noch bei ihrem Sieg in Lake Louise ausgezeichnet hatte. Sie kam daher nur auf Rang 28, zeitgleich mit Gina Stechert. Stefanie Stemmer lag noch weiter zurück, sie musste sich mit dem 52. Platz zufrieden geben.


Schild und Hosp gehen leer aus
Aber auch andere Favoriten überzeugten in Val d´Isere nicht. Die Führenden im Gesamtweltcup, Marlies Schild und Nicole Hosp, fuhren die gleiche Zeit, für einen Weltcup-Punkt reichte das aber heute nicht. Überhaupt war die zuletzt dominierende ÖSV-Mannschaft mit den Plätzen zwei, sechs und zehn zwar stark, aber nicht übermächtig. Auch die Schweizerinnen wussten zu überzeugen. Sie brachten acht Fahrerinnen unter die besten 20. Allein fehlte ihnen das Top-Ergebnis: Dominique Gisin kam als Beste auf Rang neun.