Mit einem Riesenslalom und einem Super-G verabschieden sich die alpinen Herren in ihre kurze Weihnachtspause. Am 20. und 21. Dezember heißt es daher, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, wenn es auf der Höss-Ersatzstrecke noch einmal um wertvolle Punkte geht.

Sechs Rennen in einer Woche
Das Programm der letzten Tage zehrt an den Kräften der Ski-Stars. Gerade diejenigen, die in allen Wettbewerben unterwegs sind, haben nach den vier Tagen von Gröden und Alta Badia nun insgesamt sechs Rennen in sieben Tagen zu absolvieren. Doch Auslassen kann sich keiner leisten, denn die Spitze ist zu dicht beieinander.

Kucera führt nach zwei Rennen
John Kucera ist der Überraschungsmann dieser Super-G-Saison. Mit einem Sieg in Lake Louise und Rang drei in Gröden führt er die Weltcup-Wertung dieser Disziplin an, vor Bode Miller, der den zweiten Lauf für sich entschied. Doch die bisherigen Rennen haben keinen Dominator hervorgebracht. Auch in Hinterstoder ist vielen Fahrern der Sieg zuzutrauen. Für Österreich ist es die nächste Gelegenheit, die Serie der sieglosen Speed-Rennen zu unterbrechen. Vor allem für Michael Walchhofer gilt es, endlich aus dem Leistungstief herauszukommen. Der Zauchenseer hatte vor der Saison mit der großen Kristallkugel geliebäugelt, nun rangiert er für seine Verhältnisse noch unter ferner liefen.

Svindal punktet beständig
In der Gesamtwertung stehen andere Namen ganz oben. Aksel-Lund Svindal glänzt fast in jedem Rennen mit einem Platz unter den besten zehn und ist gerade in Super-G und Riesenslalom sehr stark. Didier Cuche und Bode Miller kommen beide mit ihrem neuen Material sehr gut zurecht und gehören zu den Favoriten. Vor allem aber überraschen die viele neuen Namen, die in dieser Saison bislang den Etablierten die Schau stehlen konnten und den Weltcup damit so interessant gemacht haben, wie schon lange nicht mehr.

Viele Sieganwärter im Riesenslalom
Auch beim Riesenslalom sind die Karten bunt gemischt. Der Sieger des ersten Rennens Massimiliano Blardone kam bei seinem Heimspiel in Alta Badia weniger gut klar, dort dominierte Kalle Palander aus Finnland. Doch auch in Italien deuteten weitere Fahrer an, dass sie den Anschluss an die Weltspitze gefunden haben und an einem guten Tag auch ganz nach vorne stoßen können. Das trifft auf Hannes Reichelt zu, aber auch John Kucera, Ted Ligety und Felix Neureuther hatten in Alta Badia ihre Momente. Benjamin Raich ist bislang noch nicht in der Form des Vorjahres, als er die Konkurrenz beherrschte.

Keppler und Neureuther für DSV stark
Aus deutscher Sicht sind Neureuther im Riesenslalom und Stephan Keppler im Super-G die Hoffnungsträger. Keppler hat bei seinen zwei Top-Ten-Ergebnissen Selbstvertrauen getankt und geht nun ohne Druck in die nächsten Rennen. Felix Neureuther strahlt nach den letzten Erfolgen derzeit die Sicherheit aus, die ihm in den letzten Jahren noch fehlte, als er oft ausfiel. Mit diesem psychologischen Bonus kann er angreifen und weitere Erfolge einfahren.


Umzug in höhere Gefilde
Offen ist in Hinterstoder nur die Qualität der Strecke. Nachdem wegen Schneemangels von der geplanten Weltcuppiste 'Hannes Trinkl' auf die rund 800 Meter höher gelegene Höss-Strecke ausgewichen werden musste, versuchen die Macher ihr Bestes, um die Piste weltcup-würdig zu präparieren. Nach den Rennen in Hinterstoder steht für die Herren zwischen den Jahren die Abfahrt von Bormio auf dem Programm.