Auf der anspruchsvollen Gran Risa Piste in Alta Badia (ITA) hat sich der Finne Kalle Palander im Riesenslalom souverän den Sieg gesichert. In einem abwechslungsreiche Finale distanzierte er Bode Miller (USA) auf Rang zwei um 51 Hundertstelsekunden. Das Podest komplettierte Didier Defago aus der Schweiz. Felix Neureuther kam auf den guten 13. Rang.

Große Abstände auf der Gran Risa
Alta Badia gilt als einer der schwierigsten Riesenslalom-Hänge im Weltcup. Das bewahrheitete sich auch in diesem Jahr, denn jeder Fehler wurde mit hohen Zeitrückständen bestraft. Im ersten Lauf kamen nur zwei Fahrer ohne große Fehler durch. Mit Startnummer eins legte Davide Simoncelli eine starke Zeit vor, die nur Kalle Palander um 31 Hundertstel unterbot. Der Drittbeste des ersten Laufs, Hermann Maier, lag da bereits 1,2 Sekunden zurück. Diese hohen Abstände setzten sich weiter fort, sodass Hannes Reichelt trotz über dreieinhalb Sekunden Rückstand noch als 30. das Finale erreichte.

Neureuther und Reichelt verbessern sich deutlich
Wer aber glaubte, das Rennen wäre schon fast entschieden, sah sich im Finale getäuscht. Auch dort konnte ein guter Lauf gleich mehrere Sekunden gutmachen, einige Fehler warfen die Fahrer gleich um einige Plätze zurück. Hannes Reichelt fuhr mit Wut im Bauch ein sensationelles Finale. Seine Laufbestzeit konnte niemand annähernd erreichen - und das spülte den Österreicher vom 30. auf den elften Platz nach vorne. Ähnliches gelang auch Felix Neureuther, der zweimal überzeugend unterwegs war. Im ersten Durchgang noch gehandicapped von der hohen Startnummer 40 fuhr er im Finale mit viertbester Laufzeit von Platz 21 auf 13 vor und wird in dieser Verfassung auch beim morgigen Slalom ein Wort mitsprechen können. Der zweite DSV-Starter, Mathias Wölfl, erreichte das Finale nicht.

Kucera zeigt auch im Riesenslalom auf
Beeindruckend war auch die Leistung von John Kucera, der nach seinem Podestplatz im Super-G von Gröden auch im Riesenslalom überzeugte . Wie Neureuther ging er mit hoher Startnummer ins Rennen und musste so mit vielen Rippen im Kurs kämpfen, dennoch gelang ihm der Sprung jns Finale und dort sogar die zweitbeste Fahrt. Die Belohnung: Rang fünf und die Erkenntnis, dass sich Kucera in Hochform noch oft um einen Platz auf dem Siegerpodest bewerben wird. Auch die Amerikaner trumpften wieder auf. Ted Ligety verpatzte zwar den ersten Durchgang, aber im Finale verbesserte er sich noch auf Rang sieben. Bode Miller fuhr zweimal nicht ganz fehlerfrei, aber jeweils schnell. Damit setzte er sich vor den besten Fünf an die Spitze des Klassements.


Simoncelli vergibt Siegchance
Doch hätte niemand erwartet, dass er sich dort so lange halten würde. Raich, Svindal und Maier konnten den Amerikaner nicht bezwingen, dann kam Davide Simoncelli. Mit eineinhalb Sekunden Vorsprung auf seinem Lieblingshang hofften die Fans auf eine furiose Fahrt, doch der Italiener wirkte nicht locker und vergab seine Chance und das riesige Polster und musste sich am Ende mit Rang acht begnügen. Wie man einen Vorsprung ins Ziel bringt, zeigte dann Palander. Seine Fahrt war sicher, ohne unnötige Risiken und er behielt eine halbe Sekunde seines Polsters auf Miller. Danach küsste er den Boden, seine Skier und sein Knie. Es war der 13. Weltcup-Sieg des Finnen, jedoch der erste auf dem neuen Material und nach seiner schweren Knieverletzung.

Kein Podest für Österreich
Der ÖSV musste dagegen die nächste kleine Niederlage einstecken. Diesmal war Benni Raich als Vierter bester Österreicher. Seit seinem Sieg in Levi ist rot-weiß-rot sieglos, in der Form von heute sind Raich und Co auch beim morgigen Slalom nicht die Top-Favoriten. Im Gesamtweltcup behauptete Aksel-Lund Svindal seine knappe Führung vor Didier Cuche und Bode Miller, hier belegt der beste Österreicher mit Raich den siebten Rang. Die Führung in der Riesenslalom-Wertung übernahm nach dem zweiten Rennen nun Palander vor Massimiliano Blardone, der den ersten Wettbewerb gewonnen hatte, heute aber blass blieb. Morgen steht für die Herren noch ein Slalom in Alta Badia an.