Steven Nyman hat beim Klassiker in Gröden (ITA) seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Der Amerikaner verwies auf der Saslong Didier Cuche (+0.02 Sekunden) und Fritz Strobl (+0.43) auf die Plätze.

Buntes Ergebnis in Gröden
Nyman, der sich im Training langsam an die legendäre Saslong herantastete, raste mit Startnummer elf und wenigen Fehlern zur Bestzeit. Der US-Boy benötigte für die Abfahrt 1:56.52 Minuten. Viele der vermeintlichen Favoriten bissen sich daran die Zähne aus. Erst Didier Cuche, der in beiden Trainingsläufen Schnellster war, konnte Nymans Zeit attackieren. Kurz vor dem Ziel wurde der Schweizer noch einmal leicht ausgehoben. Das dürfte ihm den Sieg gekostet haben, denn am Ende fehlten ihm nur zwei Hundertstel. Fritz Strobl konnte erstmals in dieser Saison überzeugen. Der Österreicher komplettierte als Dritter das Podest. In den Top Ten befanden sich sieben verschiedene Nationen, was ein weiteres Indiz für die Ausgeglichenheit im Weltcup ist. Stark fuhr zum Beispiel Andrej Jerman. Der Slowene eröffnete das Rennen und war lange vorne dabei. Er wurde letztendlich Neunter. Knapp am Podium vorbei fuhr Marco Sullivan. Dem Amerikaner fehlten als Vierter nur eine Hundertstel auf Rang drei.

Österreicher erneut enttäuschend
Trotz des Podestplatzes von Strobl war die Mannschaftsleistung des ÖSV erneut eine Enttäuschung. Erstmals überhaupt gab es drei Weltcup-Abfahrten hintereinander ohne einen österreichischen Sieger. Hermann Maier wurde Achter und Andreas Buder Zehnter. Michael Walchhofer musste sich als Abfahrtsweltcup-Sieger der vergangenen zwei Jahre sogar mit Position 16 anfreunden.

Keppler im Pech
Auf seinem Weg zu einer guten Platzierung wurde Stephan Keppler gestoppt. Der 23-Jährige war gut unterwegs, wurde allerdings abgewunken, da der Slowene Rok Perko vor ihm gestürzt war. In seinem zweiten Anlauf schien dem Achten aus dem Super-G vom Vortag etwas die Spannung und die Kraft zu fehlen. Zwei schnelle, konzentrierte Abfahrten auf der schweren Saslong in kurzem Abstand sind einfach zu viel. Keppler verpasste als 36. die Punkteränge genauso wie der zweite deutsche Starter Johannes Stehle auf Position 35.

Cuche und Svindal vorne
Im Abfahrtsweltcup führt Didier Cuche nun mit 205 Punkten. Gefolgt wird der Schweizer von Steven Nyman (174) und Marco Büchel (172). Im Gesamtweltcup hat Aksel Lund Svindal seine Führung verteidigt (360). Zweiter ist Cuche (334) vor Miller (260).



Abschied einer Abfahrtslegende
Als letzter Vorläufer ging Kristian Ghedina auf die Piste. Der Iatliener feierte auf der Saslong vor 17 Jahren seinen ersten Podiumsplatz in einem Weltcup-Rennen. Ghedina, der gerne an der Abfahrt teilgenommen hätte, dies aber von den FIS-Verantwortlichen aufgrund seiner langen Pause verboten bekam, ging im Original-Outfit vom 1989 auf die Strecke. Kurz vor dem Ziel zeigte er dann einen Sprung mit Grätsche. Dies hatte ihn unter anderem im Weltcup-Rennen von Kitzbühel berühmt gemacht.