In Beaver Creek fand wie in den vergangenen Jahren die sogenannte "Mini-WM" statt. Dabei mussten die Herren neben der ersten Super-Kombination der Saison auch einen Slalom, Riesenslalom und eine Abfahrt austragen. Die Zuschauer sahen in den vier verschiedenen Rennen vier verschiedene Sieger aus vier unterschiedlichen Nationen.

Svindal im Gesamtweltcup vorne
Selten war die Weltspitze der alpinen Skirennläufer so ausgeglichen wie in diesem Winter. In den vier Rennen in den USA standen vier unterschiedliche Rennläufer ganz oben auf dem Podest. Mit Aksel Lund Svindal sicherte sich der neue Star im norwegischen Team den ersten Platz in der Super-Kombination. Der Allrounder unterstrich mit seinen Ergebnissen in Beaver Creek, neben dem Sieg wurde er im Riesenslalom Zweiter, dass er ein ganz heißer Anwärter auf den Gesamtweltcup ist. Seine Führung in der Gesamtwertung kam aber auch dadurch zustande, dass die beiden Top-Favoriten Benni Raich und Bode Miller aufgrund individueller Fehler Punkte liegen ließen.

Miller zwischen Genie und Wahnsinn
Bode Miller schied in seinem "Wohnzimmer" zweimal aus, zeigte aber sowohl in der Kombinationsabfahrt als auch in der Spezialabfahrt, dass er immer noch sehr schnell ist. Beide gewann er in seiner unnnachahmlichen Fahrweise. Wie eng bei ihm Genie und Wahnsinn liegen, zeigten die Technikdisziplinen. Ohne Rücksicht auf einen möglichen Ausfall attackierte Miller. In Beaver Creek schied er im Kombi-Slalom und im ersten Druchgang des Slaloms aus. Will Miller um den Gesamtweltcup mitfahren, muss er seine Leistung stabilisieren und auch einmal taktisch auf Ankommen fahren.

Österreicher mit enttäuschenden Ergebnissen
Enttäuschend war das Abschneiden der Österreicher. Von der Dominanz der vergangenen Jahre war bei der "Mini-WM" nichts zu sehen. Bisher haben die ÖSV-Asse nur den Auftaktsieg von Benni Raich auf der Siegliste. In Beaver Creek reichte es in vier Rennen nur für einen einzigen Podestplatz. Den sicherte sich Rainer Schönfelder als Dritter der Super-Kombination. Die ÖSV-Verantwortlichen blieben aber trotz der schlechten Resultate ruhig, auch wenn in der Skination Nummer eins nur Siege zählen und der öffentliche Druck wächst.

Blardone und Myhrer Techniksieger
In den beiden technischen Wettbewerben setzten sich Massimiliano Blardone (ITA) und Andre Myhrer (SWE) durch. Blardone gewann den Riesenslalom auf der schwierigen 'Birds-of-Prey'-Piste. Myhrer fuhr erst das dritte Mal überhaupt auf das Weltcup-Podest. In seiner Paradedisziplin Slalom stand der 23-Jährige nun erstmals ganz oben auf dem Treppchen.


Neureuther widmet Podiumsplatz dem Opa
Auch Felix Neureuther fuhr zum ersten Mal auf das Weltcup-Podium. Nach Platz 22 im Riesenslalom fuhr der 22-Jährige im Slalom auf den dritten Rang. Im Moment seines bisher größten Triumphs dachte der Partenkirchener aber nicht an sich selbst sondern an seinen Großvater, der in der nächsten Woche seinen 95. Geburtstag feiert und dem er das Podium widmete.