Massimiliano Blardone hat den ersten Riesenslalom der Saison in Beaver Creek (USA) gewonnen. Dabei profitierte der Italiener maßgeblich von einem Fehler Bode Millers, der im zweiten Durchgang klar auf Siegkurs lag. Mit Blardone standen Aksel Lund Svindal und Ted Ligety auf dem Podest.

Miller zeigt seine zwei Gesichter
Nach seinem Sieg in der Abfahrt zeigte Bode Miller in 'seinem Wohnzimmer' auch im ersten Durchgang des Riesenslaloms sein ganzes Können. Der US-Amerikaner lag nach dem ersten Durchgang mit neun Hundertsteln vor Blardone. Im zweiten Durchgang ging Miller als Letzter aus dem Starthaus und attackierte im oberen Bereich voll. Das zahlte sich aus, lag er doch zunächst klar in Führung. Nach einem Geländeübergang wäre Miller fast ausgeschieden, rettete sich zwar noch, verlor dabei aber fast seinen ganzen Schwung, sodass er am Ende nur Zwölfter wurde. Mit einer etwas kontrollierteren Fahrweise hätte es für Miller für eine Top-Platzierung gereicht.

Svindal mit Laufbestzeit im Finale
Von Millers wildem Ritt profitierte dann Massimiliano Blardone. Der Italiener, der als Riesenslalomspezialist bekannt ist, sicherte sich damit die ersten 100 Punkte im Weltcup. Zweiter wurde Aksel Lund Svindal. Der Norweger fuhr dank eines grandiosen zweiten Durchgangs noch von Rang elf auf den zweiten Platz. Das Podium komplettierte Ted Ligety, der sich ebenfalls mit kontrollierter Offensive um zwei Positionen verbessern konnte. Während Kalle Palander im Finale seine Leistung aus dem ersten Durchgang nicht wiederholen konnte, kam Didier Cuche, der sich bei der "Mini-WM" in Beaver Creek vor allem auf die Abfahrt konzentriert hatte, auf einen hervorrganden vierten Platz.

Österreicher enttäuschen
Wie bereits am Vortag bei der Abfahrt konnten die Österreicher auch im Riesenslalom nicht überzeugen. Am Ende wurde Rainer Schönfelder als Achter bester ÖSV-Athlet. Für die Siege gewöhnten Alpenländer reicht dies nicht aus, sodass der Ärger im Verband vorprogrammiert ist.

Neureuther in den Punkten
Als einziger deutscher Starter ging Felix Neureuther ins Rennen. Der Pertenkirchner schaffte als 24. den Sprung unter die besten 30 und qualifizierte sich so für das Finale. Dort war sein Lauf zwar nicht fehlerfrei aber dennoch konnte er sich um zwei Plätze verbessern und sammelte damit weitere Weltcup-Punkte.

Sechs Rennen, sechs Sieger, sechs Nationen
Erstaunlich war auch das im Finale alle 30 Starter ins Ziel fahren konnten. Dies war auf der schwierigen 'Birds-of-Prey'-Piste nicht zu erwarten, denn bereits im ersten Durchgang schieden von den 65 Startern 22 aus. Ein weiterer interessanter Fakt ist die Tatsache, dass es im sechsten Rennen dieses Winters bereits den sechsten Sieger gab. Zudem stammen die Gewinner alle aus einer anderen Nation, sodass man von keiner Dominanz reden kann.


Gesamtweltcup: Svindal vor Cuche
Im Gesamtweltcup führt Aksel Lund Svindal. Der Norweger hat nach seinem zweiten Platz 221 Punkte auf seinem Konto. Auf 204 Zähler kommt derzeit Didier Cuche vor Peter Fill (ITA, 184).