Maria Riesch hat das erste Speed-Rennen der Saison gewonnen. Mit 1:51,31 Minuten setzte sich die Partenkirchnerin bei der ersten Abfahrt in Lake Louise letztlich deutlich gegen Lindsey Kildow (USA, 1:51,74 Min.) und die Italienerin Nadia Fanchini (1:52,06 Min.) durch.

Ein perfektes Rennen
Bei Sonnenschein und guter Sicht begann das mit Spannung erwartete erste Speed-Rennen der Damen in Lake Louise. Dabei hatten die zuvor mit schwachen Trainingsergebnissen wenig auffälligen DSV-Damen wohl kaum mit einem Sieg gerechnet. Maria Riesch ging mit der günstigen Startnummer zehn ins Rennen und fand optimale Bedingungen vor. Diese konnte sie beim ersten Abfahrtsrennen nach der langen Verletzungspause auf beeindruckende Weise nutzen. Ohne Scheu vor Geschwindigkeiten über 120 Stundenkilometer zog sie fehlerfrei ihre Linie bis ins Ziel und setzte dort eine deutliche Bestmarke.

Schwerer Sturz sorgt für Zwangspause
Direkt nach Rieschs Comeback stürzte die Schwedin Lindell-Vikarby schwer und musste mit dem Hubschrauber von der Piste geborgen werden. Diese zeigte sich nach der Zwangspause in verändertem Zustand: Alle folgenden Fahrerinnen hatten mit schlechterer Sicht im oberen Abschnitt zu kämpfen. Viele verloren auf der Strecke mehrere Sekunden auf die Führende. Das musste auch Petra Haltmayr verkraften, die nach zwei Fehlern 4,2 Sekunen verlor und am Ende abgeschlagen auf Rang 48 kam. Aber auch die Top-Favoritinnen hatten keine Chance auf die Bestzeit.

Favoritinnen ohne Chance - Kildow und Riesch jubeln gemeinsam
Weder die Schweizerinenn Nadia Styger und Sylviane Berthod, noch die ÖSV-Asse um Alexandra Meissnitzer und Renate Götschl konnten Riesch ernsthaft bedrängen und fielen alle aus den Top-Ten heraus. Auch Anja Pärson kam nicht über Position 25 hinaus. Diese Ergebnisse kamen aber auch durch kleinere Fehler in der Fahrt zustande, die aber von der Piste gnadenlos bestraft wurden. Was noch möglich war, bewies Lindsey Kildow. Die Amerikanerin kam als Letzte der Favoritinnen und zeigte einen fehlerfreien Lauf, der sie bis auf vier Zehntel an Riesch heran auf Position zwei brachte. Im Zielraum fielen sich die befreundeten Sportlerinnen in die Arme - ein schönes Bild für den alpinen Rennsport.

Podium ohne Österreich
Dennoch lässt sich auch nicht leugnen, dass die Piste maßgeblich zu diesem Ergebnis beitrug. Wie schon bei den Herrenrennen waren die frühen Startnummern im Vorteil. Acht der besten Zwölf des Endklassements fuhren vor dem Sturz Lindell-Vikarbys. Auch deswegen muss die Leistung von Andrea Fischbacher (AUT) honoriert werden, die mit Nummer 31 noch bis auf Platz fünf vorstieß und damit beste Österreicherin war. Überzeugend auch Nicole Hosp, die mit Rang acht ihre Ambitionen auf den Gesamtweltcup unterstrich.


Keine weiteren Punkte für den DSV
Die weiteren DSV-Starterinnen konnten es Maria Riesch nicht gleichtun. Gina Stechert verpasste die Punkteränge als 35. nur knapp, für Fanny Chmelar auf Platz 40 und Stefanie Stemmer als 42. gab es auch nichts zu holen. Bereits morgen steht in Lake Louise eine weitere Abfahrt auf dem Programm, ehe der Super-G am Sonntag die Überseerennen der Damen beschließt.