Nach dem Rücktritt von Rennleiter Gerhard Bellmann, dem stellvertretendem OK-Chef Jürgen Pöschl, Marketingleiter Roman Müller und Thomas Tremml, dem Leiter des Strecken- und Rutschkommandos, steht das OK-Team in Zwiesel vor einer schweren Aufgabe. Ski2b sprach mit Christian Riedl, der im OK für Kommunikation zuständig ist, über die nächsten Schritte und den aktuellen Stand der Dinge beim einzigen Damen-Weltcup in Deutschland 2007.

Ski2b.com: Am 10. und 11. März 2007 sind ein Riesenslalom und ein Slalom in Zwiesel am Arber angesetzt. Ein gutes halbes Jahr vorher traten nun einige ehrenamtliche Mitglieder des Organisationskomitees zurück, darunter auch Rennleiter Gerhard Bellmann. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?
Christian Riedl: In der OK-Sitzung am Abend (des 17. Juli 2006, Anm. d. Red) soll ein neuer Bereichsleiter "Sport" gefunden werden. Es gibt mehrere Modelle und Personalvorschläge, derzeit läßt sich aber noch nicht absehen, ob einer der Kandidaten tatsächlich "Ja" sagt. OK-Chef Ernst Schneider hofft auf ein "Ja".
Möglicherweise könnte in Zusammenarbeit mit einer verantwortlichen Position vor Ort ein Rennleiter auch "von außen" installiert werden. Auch hier gibt es mehrere Vorschläge. Ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich wäre dann allerdings nicht mehr möglich.

Ski2b.com: Ist die Austragung der Weltcup-Rennen durch den Rücktritt akut gefährdet?
Christian Riedl: Akut gefährdet ist der Weltcup derzeit (noch) nicht. Bisher haben die vier Ihnen bekannten, sicher wichtigen, Personen ihren Rücktritt von den Ämtern erklärt. Ob weitere ehrenamtliche Helfer ähnliche Schritte überlegen, läßt sich derzeit nicht absehen, hier wird die Sitzung am Abend mehr ergeben.
Generell ist der Rücktritt von Bellmann, Pöschl, Müller und Tremml aber ein "Schlag" für die Organisationsstruktur - alle Beteiligten bedauern den Schritt.

Ski2b.com: Die Kritik der Funktionäre richtete sich vor allem gegen Thomas Liebl, den Betriebsleiter der Arber-Bergbahnen. Ihm wurde vorgeworfen, zuviel Einfluss nehmen zu wollen. Welche Rolle spielt Liebl bei der Organisation der Rennen?
Christian Riedl: Bisher war die Arber Bergbahn guter und zuverlässiger Partner des Weltcup-OK. Nun verstärkt sich der Eindruck, die Betriebsleitung beansprucht ein Mitspracherecht in Sachen Organisation. Man muss sehen und abwarten, ob sich die Arber Bergbahn in gleichem Maße an administrativen und operativen Dingen beteiligt - oder aber der Organisationsleiter zu einem "Befehlsempfänger" degradiert werden soll. Dies würde nie funktionieren, denn Verantwortung zu tragen und nur "ausführendes" Organ zu sein, ist nicht vorstellbar.

Ski2b.com: Wer wird nun in die Position des Rennleiters kommen? Wie schnell kann man die verwaisten Stellen neu besetzten?
Christian Riedl: Für die Position des Rennleiters gibt es mehrere Lösungsansätze, dies zu schultern dürfte weniger ein Problem sein. Schwerer wird es sein, verantwortliche Personen für den Bereich "Sport" zu finden.


Ski2b.com: Was kann der Skifan am 10. und 11. März 2007 in Zwiesel erwarten?
Christian Riedl: Das OK will wie in den Jahren zuvor eine Veranstaltung auf die Beine stellen, die mit Herz und Liebe zur Region organisiert ist. Die Rennen sollen ein Skifest werden, alle Mitarbeiter sollen mit Freude an ihre Aufgaben heran gehen. Trotz aller Diskussionen - das OK versucht alles menschenmögliche, einen rundum "perfekten" Weltcup auf die Beine zu stellen und so beste Werbung für die Region zu machen.

Ski2b.com: Vielen Dank für das Interview, Herr Riedl!