Die Britin Chemmy Alcott hat den alpinen Skirennsport auf der Insel salonfähig gemacht. Sie ist die mit Abstand beste Skifahrerin in Großbritannien und hat auch schon im Weltcup für Aufsehen gesorgt.

Alle Jugend-Titel auf der Insel gewonnen
Alcott wurde 1982 geboren und benannt nach Sophie Loren's Character in dem Film El Cid von 1961. Sie begann mit dem Skifahren im Alter von 18 Monaten in Frankreich und mit drei Jahren nahm sie zum ersten Mal an einem Ski-Rennen teil. In der Jugend stellte sich schnell heraus, dass ihr auf der Insel niemand das Wasser reichen konnte. Sie gewann alle Titel, die es auf nationaler Ebene zu gewinnen gab und konnte sogar mit den besten britischen Nachwuchsfahrern mithalten.

Erste WM mit 16
Noch bevor Alcott an Weltcup-Rennen teilnahm, wurde sie vom Verband zu ihren ersten Weltmeisterschaften bei den Senioren geschickt. Zuvor fuhr sie lediglich bei FIS-Rennen mit und dann kam im Februar 1999 die alpine Ski-Weltmeisterschaft in Vail. Ohne Furcht absolvierte Alcott den Riesenslalom und wurde beachtliche 33. Im Slalom schied sie im zweiten Durchgang aus, doch dies war nicht weiter schlimm.

Weltcup-Debüt geht daneben
Eine Saison später hatte Alcott dann auch ihren ersten Auftritt im Weltcup. In Lienz fanden zum Abschluss des Jahres 1999 zwei technische Wettbewerbe statt, bei denen die Britin sich aber nicht für das Finale qualifizieren konnte. In der Saison 2000/2001 startete Alcott dann schon bei acht technischen Rennen, schaffte aber nicht einmal den Sprung ins Finale, konnte sich aber bei der Weltmeisterschaft in St. Anton als 36. des Super-G in die Ergebnisliste eintragen.

Die ersten Punkte
Mit eisernem Willen und Freude am Skifahren ging Alcott aber weiter ihrem Traumberuf nach und schnell gelangen ihr auch die ersten Punkte im Weltcup. Sie schaffte dies in der Saison 2002/2003, als sie in Innsbruck im Super-G auf den 27. Rang fahren konte und damit natürlich von einer Zentner-Last befreit wurde. Auch bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz hatte sie noch einmal ein Erfolgserlebnis, als sie im Riesenslalom auf den 25. Platz fahren konnte.

Durchbruch mit Top Ten-Platz
Das Weltcup-Jahr 2003/2004 wird Alcott sicher nicht so schnell vergessen. In jener Saison gelangen ihr Traumergebnisse und die damals 21-Jährige fuhr sich ins Rampenlicht nicht nur auf der Insel. Ihre beste Platzierung war ein sensationeller neunter Rang bei der Abfahrt in Cortina d'Ampezzo und insgesamt brachte sie es auf fünf Top 20 Resultate.

Verletzungsprobleme
Chemmy Alcott hatte in der Vorsaison also begonnen, ihr Potenzial besser auszuschöpfen. Unglücklicherweise war ihre Vorbereitung auf die nachfolgende Saison nicht ganz perfekt, denn sie verletzte sich an der Rippe während des Trainings in der Schweiz. Die Britin musste so später mit dem Schneetraining beginnen und war zum Start der Saison nicht topfit. So konnte sie in der gesamten Saison nur dreimal in die Punkte fahren, wobei der 19. Platz bei der Abfahrt in Santa Caterina das beste Resultat war. Versöhnlich stimmte lediglich der ebenfalls 19. Rang bei der Weltmeisterschaft in Bormio in der Abfahrt.

Eintrag in die Geschichtsbücher bei Olympia
2006 warteten die Olympischen Winterspiele in Turin auf Alcott, ein Höhepunkt auf den sie die ganze Saison hinarbeitete. Sie erzielte im Weltcup unter anderem den zwölften Rang bei der Abfahrt in Bad Kleinkirchheim und war gut vorbereitet auf ihre zweiten olympischen Spiele nach Salt Lake City 2002. In Turin sorgte Alcott mit einem elften Platz in der Abfahrt für das beste Resultat einer Britin bei Olympia seit 38 Jahren. Im Slalom allerdings wurde sie disqualifiziert, da sie einen nicht regelkonformen Ski benutzte. Dennoch wurde die Saison 2005/2006 zu einem Erfolg für Alcott nach dem eher durchwachsenen Winter davor.

Steckbrief
Geboren: 10.07.1982 in London
Nation: Großbritannien
Größe: 169 cm
Gewicht: 69 kg
Hobbys: Skydiving, Scubadiving, Tanzen, Auto fahren, Sushi essen

Erfolge
Ihre ersten Weltcup-Punkte holte Chemmy im März 2003 in Innsbruck (AUT). Dort erreichte sie den 27. Platz. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (11), SG (19), GS (22), K (DSQ)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (32), K (14), SG (28), SL (DNF), GS (30)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (22), K (DNF), DH (19), GS (35), SL (DNS)
2003 in St. Moritz (SUI): GS (25), DH (33)
2001 in St. Anton (AUT): SG (36)
1999 in Vail (USA): GS (33), SL (DNF)

Weltcup:
09. Platz Abfahrt in Cortina d'Ampezzo (ITA) 2004
11. Platz Super-G in Lake Louise (CAN) 2003