Scott Macartney wuchs im US-Bundesstaat Washington auf, wo seine beiden Eltern Mitglieder der dortigen Ski-Patrol waren. Bereits in jungen Jahren stand er so regelmäßig auf den Brettern. Mit sieben Jahren bestritt er seine ersten Rennen und gewann in seiner Jugens einige Slalom-Preise. Er gehörte dabei aber keine Ski-Academy an, sondern kämpfte sich durch verschiedene Jugend-Auswahlteams, während er seinen Schulabschluss machte. Im Konflikt zwischen Schule und Rennsport musste er viele Nachholkurse belegen, hatte aber schließlich Erfolg.

Sprung auf die internationale Bühne
Später wurde zum Ski-Allrounder in allen vier Disziplinen ausgebildet. Doch er fand schließlich seinen Weg in den Weltcup-Zirkus über die Speed-Disziplinen und legte daher dort seinen Schwerpunkt. Seine ersten Erfolge feierte er 1998, als er bei den Juniorenweltmeisterschaften in der Abfahrt Bronze gewann. In der kommenden Saison holte er sich nach zwei Siegen Platz eins in der Nor-Am Cup Gesamtwertung im Super-G. Damit war der Sprung in den Weltcup geschafft.

Von Verletzungen zurückgeworfen
Seit der Saison 1999/2000 ist Macartney nun im Weltcup dabei, ohne anfänglich große Erfole feiern zu können. Bei seinem Einstand in Vail 1999 wurde er 37. Danach warfen ihn zwei Verletzungen zurück, so dass es bis zum 2. Februar 2002 in St. Moritz dauerte, bis der Amerikaner erstmals Weltcup-Punkte sammeln konnte - als 24. Im gleichen Jahr nahm Macartney auch erstmals an den Olympischen Winterspielen teil. Auf den Rennstrecken in Snowbasin (USA) blieb der Olympia-Debütant mit Rang 25 im Super-G und Platz 29 in der Abfahrt, die er eröffnete, im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Neuer Angriff über Nor-Am Cup
2002/2003 konnte Macartney im Weltcup nur einmal in die Punkte fahren. Bei der Kombination in Wengen belegte er Rang acht. Dafür konnte er wieder im Nor-Am Cup glänzen. Nach drei Siegen gewann er zum zweiten Mal die Super-G Gesamtwertung der nordamerikanischen Rennserie und belegte auch in der Gesamtwertung Rang zwei. Dazu kamen 2003 zwei dritte Plätze bei der US-Meisterschaft in den Speed-Disziplinen.

Durchbruch in Garmisch
Im folgenden Winter musste der Amerikaner einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Nach einer Verletzung im linken Knie musste er seine Saison bereits im Dezember beenden und kämpfte sich im Folgejahr einmal mehr über den Nor-Am Cup wieder nach vorne. Bei der Weltmeisterschaft 2005 in Bormio startete der Amerikaner im Super-G und belegte Rang 28. In der Saison 2005/2006 blieb Macartney endlich verletzungsfrei - und konnte endlich auch auf internationaler Bühne Erfolge feiern. Zwei Top-Ten Plätze in den Super-G Rennen von Gröden und Garmisch standen am Ende zu Buche, auf der Kandahar fuhr er als Zweiter sogar auf das Podest. Und auch bei den Winterspielen in Turin fuhr er vorne mit und erreichte mit Rang sieben im Super-G einen Achtungserfolg.

Steckbrief
Geboren: 19.01.1978 in Seattle
Nation: USA
Heimatverein: Crystal Mountain Alpine Club
Größe: 178 cm
Gewicht: 94 kg
Hobbies: Mountainbike, Surfen

Erfolge
Seinen ersten Weltcup-Punkte konnte sich Scott Macartney am 02.02.2002 in St. Moritz (SUI) sichern. Dort wurde er 24. in der Abfahrt. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH: (15), SG (7), K (16)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (29), SG (25)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (28)

Weltcup:
2. Platz Super-G Garmisch Partenkirchen (GER) 2006
Drei Top-Ten Ergebnisse

Nor-Am Cup:
Platz 1 Super-G Gesamtwertung 1999, 2003