Ingrid Rumpfhuber ist eine weitere ÖSV-Athletin, die in den schnellen Disziplinen ganz nach vorne fahren kann. In den nächsten Jahren wird man, sofern sie gesund bleibt, noch viel von ihr hören.

Mit sieben zum ersten Mal Rennen gefahren
Im Alter von sieben begann Ingrid auch mit dem Skirennlauf. Ein Vereinstrainer des ASKÖ Gosau hatte Ingrid und ihrem Bruder beim Skifahren zugesehen und fragte die Eltern, ob die Kinder denn nicht zum Skitraining kommen wollten. Von da an ging es im Winter jeden Samstag zum Skifahren in die Gosau. Neben dem Skifahren verfolgte Ingrid aber viele andere Interessen: Blockflötenspiel in der Musikschule, Ballettunterricht und viele andere Sportarten, wie Turnen, Radfahren, Leichtathletik, Wandern, Klettern, Reiten etc.

Viele Erfolge in der Jugend
Sportlich tat sich auch einiges: Ingrid wurde auf der Postalm in Salzburg Kinderlandesmeisterin im Skifahren - und das mit eingegipster Hand! Turnerisch war Ingrid auch sehr talentiert und belegte bei den Salzburger Landesmeisterschaft im Turnen den fünften Rang. Zu Ende der vierten Klasse ging Rumpfhuber ins Skigymnasium Stams und schnell stellten sich die Erfolge ein. So wurde sie bereits im erstmöglichen Jahr für die Kaderaufnahme in die Nachwuchsmannschaft (C-Kader) des ÖSV berufen. Es folgten zahlreiche Österreichische Meistertitel in den Jugendklassen und viele Erfolge bei internationalen FIS - Rennen.

Sieg im Europacup
In der Jugend erzielte die Österreicherin einige sehr gute Erfolge. Ganz oben auf der Liste stehen die Silbermedaillen bei der Jugendolympiade 1997 in Sundsvall (Schweden) sowie bei der Junioren-WM 2000 in Mt. Saint Anne (Canada). Rumpfhuber, die mittlerweile im B-Kader des ÖSV trainierte, erhielt 2000 ihre ersten Einsätze im Europacup. Die Saison 2001 brachte einen überraschenden Durchbruch im Europacup, denn die Österreicherin war von Anfang Januar 2001 an die dominierende Läuferin in den Speed-Disziplinen und nahezu immer in den Top 3 platziert.

Vorzeitiges Geburtstagsgeschenk
Aufgrund der Europacup-Erfolge durfte Rumpfhuber am 24.02.2001 das erste Mal bei einem Weltcuprennen an den Start gehen. In Lenzerheide sprang beim Debüt zwar nur Rang 35 heraus, dennoch war es eine gute Erfahrung. Nach Saisonende stieg Ingrid in den A-Kader auf. In Lake Louise standen dann die nächsten Weltcup-Rennen an. Rumpfhuber belegte bei beiden Abfahrten jeweils Rang 25 und im anschließenden Super-G gar den 14. Platz - bei ihrem ersten Weltcup-Einsatz in dieser Disziplin. Im Januar 2002 fuhr die ÖSV-Athletin ihre bis dato besten Ergebnisse heraus. Neben einem 15. Platz in der Abfahrt von Cortina erreichte sie einen Tag vor ihrem 21. Geburtstag den sechsten Rang bei der Abfahrt in Are.

Schicksalsschlag
Am 17. März 2002 musste Rumpfhuber dann einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. An diesem Tag kam ihr Vater bei einem tragischen Skiunfall ums Leben. Er stürzte über eine ungesicherte Böschung auf dort liegende, große Felsbrocken und erlag wenig später seinen schweren Kopfverletzungen. Dennoch war für die damals 21-jährige Ingrid klar, dass es mit dem Sport weitergehen musste und sie begann im April 2002 mit den Vorbereitungen auf die Saison 2002/2003. Doch der Winter stand unter keinem guten Stern. Nach einigen Rennen, in denen sie auch Weltcup-Punkte sammeln konnte, stürzte sie in Cortina d'Ampezzo schwer und musste die Saison vorzeitig beenden.

Top Ten in Lake Louise
Nach dieser schweren Saison arbeitete Rumpfhuber hart an ihrem Comeback und dies wurde schnell belohnt. Sie war rechtzeitig zum Start der Saison 2003/2004 wieder fit und überzeugte auf ihrer Lieblingsstrecke in Lake Louise erneut. Mit einem neunten und einem zehnten Rang erzielte sie gleich zwei weitere Top Ten-Resultate im Weltcup. Nach Lake Louise reichte es für Rumpfhuber allerdings nicht mehr zu vorderen Platzierungen im Weltcup und die Österreicherin musste um ihren Platz im Team kämpfen.

Kampf zurück in den Weltcup
In der Folgesaison musste Rumpfhuber wieder den schweren Gang über den Europacup gehen. Im top-besetzten ÖSV-Team blieb in der Saison 2004/2005 kein Platz im Weltcup, doch die Österreicherin kämpfte und fuhr im Europacup wieder ganz stark und sicherte sich mit dem ersten Platz in der Super-G-Wertung den Fixplatz im Weltcup für die kommende Saison. So gab Rumpfhuber im Winter 2005/2006 ihr Comeback im Weltcup. Erneut fuhr sie in Lake Louise ein tolles Ergebnis ein, denn dort erzielte sie beim ersten Rennen gleich einmal den siebten Rang. Einige weitere gute Resultate folgten und so konnte sich Rumpfhuber für das Weltcup-Finale in Are qualifizieren. Ein schöner Erfolg der ÖSV-Athletin.

Steckbrief
Geboren: 03.02.1981 in Grieskirchen
Nation: Österreich
Heimatverein: WSV Bad Ischl
Größe: 165 cm
Gewicht: 63 kg
Hobbies: Sport (Baden, Rollerskaten, etc), Musik, Lesen Reiten

Erfolge
Ihre ersten Weltcup-Punkte feierte Ingrid im November 2001 in Lake Louise (CAN). Dort erreichte sie den 25. Platz. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
noch keine Teilnahme

Weltmeisterschaft:
noch keine Teilnahme

Weltcup:
6. Platz Abfahrt in Are (SWE) 2002
7. Platz Abfahrt in Lake Louise (CAN) 2005
9. Platz Abfahrt in Lake Louise (CAN) 2003