Bereits im Alter von nur zwei Jahren stand Stephane Tissot erstmals auf Skiern. Kein Wunder, stammte er doch aus einem skibegeisterten Elternhaus. Sein Vater war selbst Rennfahrer und später lange Zeit als Trainer tätig, unter anderem im Libanon, in Spanien und später elf Jahre lang beim Skiclub Megeve, in dem auch der junge Stephane den Sport erlernen sollte. Auch seine Mutter war eine ehemalige Rennläuferin. Roland Tissot lernte Conchita Puig als Trainer in Spanien kennen und heiratete sie. Stephane's Mutter war auch Weltcup-Fahrerin und spanische Meisterin im Slalom.

1999: Rücktritt vom Skisport
Der zweisprachig aufwachsende Stephane kam mit sieben Jahren zum Skiclub Megeve und gehörte daraufhin diversen Jugend-Auswahlteams an. Im Herbst 1999 erlitt er aber einen ersten Rückschlag: Eine schwere Rückenverletzung hielt in den ganzen Winter vom Wettkampfsport fern. Während dieser Zeit betätigte sich Tissot als Skilehrer und kehrte am Ende der Saison nicht in sein Team zurück.

Erste Weltcup-Punkte in Madonna
Doch im Sommer 2000 brachte ein Glücksfall Tissot wieder zum alpinen Rennsport zurück: Die Skifirma Rossignol etablierte die Rossignol Ski Akademie, darüber fand der junge Franzose seinen Spaß an den Rennen wieder und konnte gleich zwei FIS-Rennen gewinnen, die ihn in der Weltrangliste schnell von oben beförderten. Danach startete er im Europacup und konnte dort in seiner Spezialdisziplin, dem Slalom, gleich mehrfach auf das Podium fahren. Das machte schließlich den Weg frei für die ersten Weltcup-Einsätze im Jahr 2001, wo Tissot auch schon erste Punkte einfuhr, als Elfter in Madonna di Campiglio (ITA).

Europacup-Sieg im Slalom
Die Saison 2001/2002 beendete Tissot schließlich als Slalom-Gesamtsieger im Europacup und in seiner Heimat Megeve holte er sich auch noch den Titel des Französischen Slalom-Meisters. Darauf folgten aber wieder zwei schwächere Jahre, in denen Tissot vor allem im Weltcup selten das Finale der besten 30 erreichen konnte. 2004/2005 konnte er endlich wieder einen Sieg einfahren, wenn auch nur im Europacup. Im Weltcup kam er nur einmal in die Wertung, in Beaver Creek belegte der Franzose immerhin Rang zehn. Das war auch sein Ergebnis bei seiner ersten WM-Teilnahme in Bormio.

Sprung an die Weltspitze
Erst in der Olympischen Saison 2005/2006 kam Tissot endgültig in der Weltklasse an. Fünf Top-Ten Ergebnisse konnte er einfahren, darunter zwei zweite Plätze in Beaver Creek (USA) und Aare (SWE). Dank dieser konstanten Leistungen fand sich der inzwischen 26-Jährige auf Platz sechs des Slalom-Weltcups wieder und deutete an, das er in Zukunft noch weiter nach vorne kommen will. bei den Olympischen Spielen hatte Tissot allerdings kein Glück und schied aus. In dieser Form scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Tissot seinen ersten Weltcup-Sieg feiern kann.

Steckbrief
Geboren: 30.05.1979 in Bonneville
Nation: Frankreich
Heimatverein: Doua/Megeve
Größe: 190 cm
Gewicht: 90 kg
Hobbies: Golf, Volleyball, Motorrad

Erfolge
Seinen ersten Weltcup-Punkte feierte Stephane Tissot am 10.12.2001 in Madonna di Campiglio (ITA). Dort erreichte er einen guten 11. Platz. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): SL (DNF)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SL (10)

Weltcup:
Platz 6 Slalom Weltcup 2006

2. Platz Slalom Are (SWE) 2006
2. Platz Slalom Beaver Creek (USA) 2005
Sechs Top-Ten Ergebnisse

Europacup:
Platz 1 Slalom-Europacup 2002