Als Österreicherin frühzeitig einen Bezug zum Skifahren herzustellen ist nicht besonders außergewöhnlich. Die Karriere von Michaela Dorfmeister war es schon. Über mehr als ein Jahrzehnt brachte sie Topleistungen in den Speed-Disziplinen des Weltcups. Am Ende setzte sie ihrer Karriere die Krone auf.

Skifan von Kindesbeinen an
Ihr Lebenslauf begann in Wien, was eine Skikarriere nicht unbedingt vorhersehbar machte. Am 25.03.1973 kam sie in der österreichischen Hauptstadt zur Welt und verbrachte dort die ersten Jahre ihres Lebens. 1977 zog sie dann mit ihren Eltern ins Burgenland, nach Neusiedl bei Pernitz, wo sie ihre Liebe zum Schnee entdeckte.

Als Juniorin schon dominant
Mit 14 wurde Michi Dorfmeister auf der Skihandelsschule Schladming aufgenommen, was ihr den Weg zur Aufnahme in den ÖSV-Nachwuchskader mit ebnete. Schon im zarten Alter von 18 Jahren im Winter 1991/92 war sie österreichische Jugendmeisterin in der Abfahrt und im Slalom. Und das war ihr nicht genug. Noch grün hinter den Ohren fuhr Dorfmeister zur österreichischen Meisterschaft und düpierte die ältere Kokurrenz mit dem Sieg im Super-G. Der Stern der gebürtigen Wienerin begann nicht langsam aufzugehen, er schoss in den Himmel empor.

Viele Erfolge
Im Jahr darauf durfte sie bereits bei den 'Großen' im Weltcup mitfahren. Treppchenplatzierungen konnte sie jedoch vorerst nur in nationalen Wettbewerben erreichen. Den ersten internationalen Erfolg konnte sie beim Weltcup-Abfahrtsrennen in St. Anton 1995/96 verbuchen. In der Saison 1997/98 nahm sie olympisches Silber aus Nagano (Japan) mit nach Hause. 1998/99 gewann sie bei der WM in Vail Silber in der Abfahrt und Bronze im Super-G, was ihr den Titel der 'Österreichischen Sportlerin des Jahres 1999' einbrachte.

Noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht
Auf der 'Gertrud Gabl'-Strecke, die bei der WM-Abfahrt 2001 in St. Anton einigen Fahrerinnen zum Verhängnis wurde, gewann die damals 28-jährige Österreicherin die heißersehnte Goldmedaille vor ihren Teamkolleginnen Renate Götschl und Selina Heregger. Im österreichischen Frauenteam war die Ski-Welt an diesem Tag in Ordnung. Der Dreifach-Sieg bei der WM 2001 wurde erst mal ausgiebig gefeiert. Mit dem Auftakt-Sieg der olympischen Skisaison in Sölden beim Riesenslalom am Rettenbergferner setzte Michaela Dorfmeister zudem gleich ein Zeichen für das Skijahr 2001/2002.

Tolle Saison 2001/2002 - bis auf Olympia
Es war die Saison der Michaela Dorfmeister. Die beste, kompletteste Skifahrerin der Saison konnte nach der Abfahrt bei den Finals in Altenmarkt-Zauchensee nun die verdiente Ernte einfahren, den Gesamt-Weltcupsieg. In drei Disziplinen war sie auf Punktejagd unterwegs. Für sie selbst ist dieser Triumph die höchstmögliche Auszeichnung, die eine Skifahrerin erlangen kann, da dort die Leistung über einen ganzen Winter gewürdigt wird. Dennoch bleibt wohl auch ein trauriger Blick zurück in Richtung Olympia 2002 in Salt Lake City. Dorfmeister blieb dort ohne Medaille.

Weiterer WM-Titel in St. Moritz
Auf der WM-Abfahrtsstrecke 2003 gelang ihr dann jedoch ein Traumlauf und sie nahm den Titel mit nach Hause. Da machte es auch nicht mehr soviel aus, dass sie im Super-G den undankbaren vierten Platz belegen musste. Zudem wurde sie 2003 zu Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt, eine besondere Ehre und Anerkennung ihrer Fähigkeiten.

Goldmedaille im Super-G
Nach der verpatzten Weltmeisterschaft in Santa Caterina, bei der Dorfmeister mehrfach ausschied, nutzte sie ihre Routine und sicherte sich nach fünf Weltcupsiegen den Gesamtsieg im Super-G 2005. Ein gelungener Abschluss der Saison. Das sollte die Österreicherin für den olympischen Winter 2005/2006 motivieren, denn dies wird nach eigener Aussage Dorfmeisters ihre letzte Saison werden. Da will sie sich natürlich mit Erfolgen vom Weltcup-Zirkus verabschieden.

Abschied auf dem Höhepunkt
Und die Olympische Saison begann für Dorfmeister ganz nach Wunsch. In den ersten sechs Speed-Rennen kam sie fünfmal auf das Podest und holte beim Super-G in Val d'Isere den ersten Saisonsieg. Bei den Olympischen Spielen wurde sie dann ihrer Favoritenstellung gerecht und angelte sich die Goldmedaille in der Abfahrt. Auch im zweiten Speed-Wettbewerb war sie nicht zu schlagen. Schließlich eroberte sie auch in beiden Speed-Wettbewerben die Kristallkugeln und belegte auch in der Gesamtwertung den sehr guten dritten Rang. Besser kann eine große Karriere nicht enden!

Steckbrief:
Geboren: am 25.03.1973 in Wien
Nation: Österreich
Größe: 172 cm
Gewicht: 70 kg
Hobbies: Golf, Klettern, Motorrad fahren
Web: www.m-dorfmeister.at

Erfolge
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel von Michaela Dorfmeister. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (1), SG (1)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (9), SG (6), K (5), GS (4)
1998 in Nagano (JAP): SG (2), DH (18)

Weltmeisterschaft:
2005 in S. Caterina (ITA): DH (DNF), SG (DNF), GS (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (1), DH (12), GS (4)
2001 in St. Anton (AUT): SG (24), DH (1), GS (8)
1999 in Vail (USA): SG (3), DH (2), K (6)
1997 in Séstriere (ITA): SG (8), DH (16), GS (17), K (12)
1996 in Sierra Nevada (SPA): SG (29),DH (11),GS (9), K (12)

Weltcup:
Weltcup-Gesamtsiegerin 2002
Weltcup-Disziplinen-Siegerin im Super-G 2006
Weltcup-Disziplinen-Siegerin in der Abfahrt 2006
Weltcup-Disziplinen-Siegerin im Super-G 2005
Weltcup-Disziplinen-Siegerin in der Abfahrt 2003
Weltcup-Disziplinen-Siegerin im Riesenslalom 2000
insgesamt 25 Weltcupsiege