Nach einer Saison mit nur einem erreichten Podestplatz äußert sich DSV-Herren-Cheftrainer Werner Margreiter über den abgelaufenen Weltcup-Winter. Er sieht aber auch hoffnungsvolle Nachwuchsfahrer, die in Zukunft im Weltcup vorne mitfahren könnten.

Ski2b.com: Wie fällt das Fazit der Olympia-Saison 2005/2006 aus? Wo stehen die DSV-Herren leistungstechnisch?
Werner Margreiter: In dieser Saison haben uns die absoluten Top Ergebnisse gefehlt. Auch die geringe Chance bei den Olympischen Spielen eine Medaille zu gewinnen, konnten wir nicht nützen. Vor allem Alois Vogl konnte aufgrund gesundheitlicher Probleme trotz eines Podestplatzes die Leistungen aus der letzten Saison nicht wiederholen. Positiv ist die Entwicklung im Riesenslalom, wo es uns gelang einen zweiten Startplatz zu erkämpfen. Felix Neureuther machte neben dem Riesenslalom auch im Slalom einen Schritt nach vorne und steht jetzt an der Schwelle zur ersten Startgruppe. Eine hervorragende Entwicklung zeigte die Speed-Gruppe auf Europacup-Ebene. Hier ist es uns gelungen einen weiteren Fixplatz zu sichern.

Ski2b: Wo liegen die Ursachen für die fehlenden Erfolge des DSV in den letzten Jahren?
Werner Margreiter: Wir haben einfach zu wenig gute Skifahrer. In der Mannschaft fehlen uns Athleten zwischen den Jahrgängen 1972 und 1981. Gerade diese Jahrgänge sind jetzt im besten Rennalter.


Ski2b: Welche Konzepte, Lösungsansätze gibt es im Herren-Bereich, damit wieder mehr Top-Platzierungen in der Zukunft erreicht werden?
Werner Margreiter: Die Strukturen, die 2003 installiert wurden, sind langfristig angelegt. Wichtig ist es auf breiter Basis den Nachwuchs zu fördern, um Ausfälle kompensieren zu können. Wir brauchen eine breite Basis, um wenige Rennläufer an die Spitze zu bringen. Gerade im Schülerbereich brauchen wir eine noch gezieltere Ausbildung. Natürlich müssen wir unsere Talente intensiv und individuell fördern und sie in jungen Jahren in der jeweiligen Wettkampfebene nach oben führen.

Ski2b: Wer sind die hoffnungsvollsten Athleten im Nachwuchs-Bereich? Worauf wird es bei Ihnen ankommen, damit sie den Sprung in die Weltspitze schaffen?
Werner Margreiter: Auf einem sehr guten Weg befinden sich Stefan Keppler, Felix Neureuther und Peter Strodl. Diese Athleten brauchen für den Sprung in die Weltspitze vor allem Erfahrung und Zeit.

Ski2b: Wie wichtig wäre eine WM 2011 im eigenen Land für den alpinen Bereich? Was erwarten Sie für positive Effekte durch eine erfolgreiche Bewerbung?
Werner Margreiter: Alpine Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen wären extrem wichtig für den alpinen Skisport in Deutschland. An einem solchen Großereignis teilnehmen zu können, wäre gerade für den Nachwuchs eine enorme Motivation. Darüber hinaus ist es für alle Beteiligten am alpinen Skisport eine große Bestätigung ihrer Arbeit. Auch die Möglichkeiten zum Ausbau der so wichtigen Infrastruktur mit neuen Pisten und Trainingszentren ist in unserer Situation von größter Bedeutung.

Ski2b: Vielen Dank für das Gespräch.