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75 Weltcup-Rennen haben die alpinen Ski-Stars absolviert und dabei 29 verschiedene Wettkampforte auf drei Kontinenten aufgesucht. Am Ende drehte sich wie immer alles um zwei große und acht kleine Kristallkugeln. Ski2b wirft einen Blick zurück auf die Weltcup-Saison 2005/2006.

Speed-Queen Dorfmeister
Die schnellste Dame im Weltcup-Zirkus war in diesem Jahr nicht Renate Götschl, sondern Michaela Dorfmeister. Zwölfmal ging es für die 32-Jährige auf das Siegerpodest, viermal dabei ganz nach oben. Das reichte, um sich die Kristallkugeln für Abfahrt und Super-G zu sichern. Mit dieser sehr guten Bilanz tritt Dorfmeister nun auf der Höhe ihres Könnens ab. Die größten Konkurrentinnen um die Speed-Krone waren dabei Lindsey Kildow aus den USA, die sich den Vizetitel in der Abfahrt holen konnte, sowie Alexandra Meissnitzer, die im Super-G stark fuhr und dort den zweiten Platz belegte.

Walchhofer verteidigt Titel - Svindal überrascht im Super-G
Bei den Herren ging es etwas spannender zu. Michael Walchhofer musste bis zum letzten Rennen in Are warten, ehe seine Titelverteidigung in der Abfahrtswertung feststand. Sein größter Rivale war ein weiterer Österreicher: Fritz Strobl sicherte sich Rang zwei vor dem Amerikaner Daron Rahlves, der nun seine Karriere beenden wird. Im Super-G ging es ganz eng zu. Mit nur zwei Punkten Vorsprung behielt schließlich Aksel-Lund Svindal (NOR) die Oberhand, Hermann Maier (AUT) hatte das Nachsehen. Auch hier wurde Rahlves Dritter.

Kostelic und Pärson dominieren
In den technischen Disziplinen holten sich die beiden wohl besten Skifahrerinnen ihrer Zeit die Titel. Janica Kostelic (CRO) und Anja Pärson (SWE) konnten je drei Slalom-Siege erringen, doch Pärson fiel auch in einigen Rennen aus und damit noch hinter Marlies Schild (AUT) zurück, die auch drei Siege in dieser Disziplin feierte. Kostelic kam jedoch in jedem Slalom-Rennen im Weltcup auf das Siegerpodest - nur bei Olympia musste sie sich mit Rang vier begnügen. Im Riesenslalom jedoch war Pärson am Ende vorne und distanzierte damit auch die Spanierin Maria-Jose Rienda-Contreras. Kostelic wurde hier Dritte.

Rocca bringt Vorsprung ins Ziel
Im Slalom gab es zu Saisonbeginn nur einen Sieger: Giorgio Rocca holte fünf Siege in Folge. Zwar lief es danach nicht mehr ganz nach Plan für den Italiener, doch durch den verletzungsbedingten Ausfall seines Rivalen Kalle Palander stand der Gesamtsieg Rocca's schon vor dem letzten Rennen fest. Palander behielt Rang zwei, Dritter wurde Benjamin Raich. Im Riesenslalom war der Österreicher dann nicht zu bezwingen. Mit zum Teil deutlichen Siegen sicherte sich Raich die kleine Kristallkugel vor dem Italiener Massimiliano Blardone und Fredrik Nyberg aus Schweden.



Gesamtweltcup: Kostelic mit Rekord
1970 Weltcup-Punkte sammelte Janica Kostelic in der abgelaufenen Saison, so viele wie noch keine Frau zuvor. Damit wurde sie zum dritten Mal nach 2001 und 2003 Gesamtweltcup-Siegerin. Zweite wurde Anja Pärson, die in den letzten beiden Jahren triumphiert hatte. Sie erzielte 1662 Punkte und lag wiederum deutlich vor Michaela Dorfmeister, die 1364 Zähler auf sich vereinen konnte. Bei den Herren setzte sich zum ersten Mal Benjamin Raich durch. Bereits vier Rennen vor dem Ende, im japanischen Shigakogen, stand der Pitztaler als Sieger fest. Am Ende zählte er 1410 Punkte, der zweitplatzierte Aksel-Lund Svindal erreichte 1006 Zähler. Dritter wurde der Vorjahressieger Bode Miller mit 928 Punkten.