Als Außensportart ist der Skisport extrem vom Wetter abhängig. Und auch in diesem Winter herrschten nicht immer beste Bedingungen. Dennoch wurden fast alle Rennen ausgetragen, ob es stürmte oder die Chancen der hinteren Starter gleich null waren. Dabei schien die Sicherheit der Sportler nicht immer die höchste Priorität zu haben.

Klare Gesten in Beaver Creek
Die Zeichen der Aktiven im amerikanischen Beaver Creek waren eindeutig: Hämischer Applaus vom Schweizer Bruno Kernen wie von Antoine Deneriaz (FRA), die beide ihren Super-G Lauf abbrachen, um einen Sturz zu vermeiden. Der Schweizer Didier Cuche zeigte gar den Vogel. Adressat dieser Unmutsbekundungen war vor allem die FIS-Renndirektion um Günter Hujara, die bei schlechter Sicht und starken Windböen die Athleten dennoch auf die Strecke schickte. Beim Super-G wurden vor allem die Favoriten vom Winde verweht - auch Lokalmatador Bode Miller blies es von der Piste in Beaver Creek. Auch nach dem Slalom gab es Kritik, nachdem Benjamin Raich in Führung liegend vor dem Ziel von eine Böe erfasst und aus dem Rennen geblasen worden war.

Fairness im Skisport nur zweitrangig
Zwar blieben Stürze und Verletzungen aus, doch dies wohl nur, weil einige Fahrer selbst die Notbremse zogen. Günter Hujara zeigte sich davon unbeeindruckt und forderte mehr Professionalität von den Sportlern - der Aspekt der Fairness im Skisport sei zweitrangig, gleich Bedingungen könnten nicht erwartet werden. Das mussten die Athleten auch in Yongpyong (KOR) erfahren. Nachdem das Rennen dort wegen zu starken Windes mit vier Stunden Verspätung begann, musste der zweite Durchgang aus Zeitnot ohne ein Umstecken des Laufes stattfinden. Im sulzigen Schnee hatten daraufhin die Besten des ersten Durchgangs im Finale keine Chance mehr.

Abbruch in Val d'Isere
Auch die Damen waren von dieser Politik betroffen. Bei der Abfahrt von Val d'Isere wurde das Rennen wegen des starken Windes und Schneefalls erst verschoben, dann verkürzt und nach 47 Starterinnen schließlich vorzeitig abgebrochen. Es bleibt zu hoffen, dass sich in der kommenden Saison diese Vorfälle nicht (zu oft) wiederholen: Einen sportlichen Wert hatten die Rennen wohl eher nicht.