Sechs von zehn Entscheidungen standen vor den Weltcup-Finals in Are (SWE) noch an. Dabei gab es wenige Überraschungen, zumeist setzten sich die Favoriten durch. Vor allem Janica Kostelic zeigte sich einmal mehr in überragender Form.

Kostelic knackt Wibergs Rekord
Die Kroatin sicherte sich nach dem vorher bereits feststehenden Sieg im Slalom-Weltcup auch die große Kristallkugel in der Gesamtwertung. Dazu genügte ihr bereits ein vierter Platz im Super-G, nachdem ihre einzige Konkurrentin Anja Pärson ausgefallen war. Danach erwies sich Kostelic als Dominatorin des Weltcup-Geschehens: Sie siegte sowohl im Slalom wie im Riesenslalom und konnte damit sogar eine neue Bestmarke für die meisten Weltcup-Punkte aufstellen. 1997 hatte Pernilla Wiberg 1960 Zähler holen können, Kostelic schraubte die neue Bestmarke auf 1970 Punkte.

Speed-Siege für Pärson und Hosp
Dennoch gab es neben dem triumphalen Auftreten Kostelics auch noch andere sportliche Highlights. Bei den Damen war alleine die Entscheidung im Riesenslalom noch offen, dort setzte sich Lokalmatadorin Anja Pärson durch. Ihr genügte ein siebter Platz, da ihre Konkurrentin Maria-Jose Rienda-Contreras (ESP) ebenfalls keinen optimalen Tag erwischte. Einen überraschenden Sieg landete Nicole Hosp, die im Super-G zum ersten Mal in einer Speed-Disziplin ganz oben stand. Damit verwies sie auch ihre Landsfrau Michaela Dorfmeister und Martina Ertl-Renz auf die Plätze. Dorfmeister hatte nach ihren glänzenden Erfolgen während der Saison bereits vorab als Siegerin in den Diziplinen Super-G und Abfahrt festgestanden. Bei ihren letzten Rennen machte sie mit den Plätzen sieben und zwei wieder eine gute Figur. Die Abfahrt der Damen gewann aber Pärson, die vor Lindsey Kildow und Elisabeth Görgl ins Ziel kam.

Svindal triumphiert im Super-G
Bei den Herren war vorab nur der Gesamtweltcup bereits entschieden gewesen, dort stand der Österreicher Benjamin Raich als Sieger fest. Neben ihm konnte sich auch Landsmann Michael Walchhofer noch über eine Weltcup-Kugel freuen. Rang elf in der Abfahrt reichte dem Salzburger zur Verteidigung der Speed-Krone, das Rennen gewann Aksel-Lund Svindal vor Bode Miller und Peter Fill. Im Super-G hatten gar noch acht Kandidaten die Chance auf den Gesamtsieg. In einer knappen Entscheidung setzte sich hier Svindal vor ÖSV-Star Hermann Maier durch. Der Norweger war als Dritter neun Hundertstel vor dem Österreicher ins Ziel gekommen, das genügte. Schneller waren mit Bode Miller und Daron Rahlves an diesem Tag nur zwei Amerikaner.

Raich vor Blardone, Rocca kampflos Slalom-Champion
Beim Riesenslalom der Herren gab es dann ein Duell zwischen dem Führenden Benjamin Raich und seinem Verfolger Massimiliano Blardone. Am Ende distanzierte der Österreicher den Italiener doch klar und verwies Blardone auf Rang zwei im Tages- wie im Endklassement. Dritter wurde in beiden Wertungen der Schwede Fredrik Nyberg. Beim Riesenslalom entschied sich dann auch gleich der Kampf um die Slalom-Krone. Nachdem mit dem Finnen Kalle Plaander der einzige Herausforderer des Führenden Giorgio Rocca mit einer Knieverletzung ausschied, konnte Rocca ohne Druck in das letzte Rennen gehen. Dennoch schied er letztlich aus und ebnete so den Weg für Markus Larsson, der seinen ersten Weltcup-Sieg bejubeln konnte. Hinter ihm landeten Stephane Tissot (FRA) und Thomas Grandi (CAN).

Team Event geht an Österreich
Zum Abschluss der Weltcup-Saison sahen die Fans in Are die erste Aufführung des Nation Team Events nach dessen Premiere bei der WM 2005. Dabei konnte Weltmeister Deutschland nicht an die Leistungen von Bormio anknüpfen und belegte den achten und letzten Platz. Es siegten die Favoriten aus Österreich, die sich recht knapp vor den USA und dem starken schwedischen Team durchsetzten. Dabei waren einige Stars aber nicht mit von der Partie: Bode Miller fehlte ebenso wie die ÖSV-Asse Dorfmeister, Maier und Walchhofer. Auch Anja Pärson hatte auf einen Start verzichtet. Dennoch bot das Event erneut einen spannenden Rennverlauf mit abwechslungsreichen Rennen.

Die Weltcup-Wertungen 2005/2006 auf einen Blick
Gesamtwertung Herren:
1. Benjamin Raich (AUT) - 1.410
2. Aksel-Lund Svindal (NOR) - 1.006
3. Bode Miller (USA) - 928

Gesamtwertung Damen:
1. Janica Kostelic (CRO) - 1.970
2. Anja Pärson (SWE) - 1.662
3. Michaela Dorfmeister (AUT) - 1.364

Abfahrt Herren:
1. Michael Walchhofer (AUT) - 522
2. Fritz Strobl (AUT) - 491
3. Daron Rahlves (USA) - 444

Abfahrt Damen:
1. Michaela Dorfmeister (AUT) - 498
2. Lindsey C. Kildow (USA) - 410
3. Renate Götschl (AUT) - 315

Super-G Herren:
1. Aksel-Lund Svindal (NOR) - 284
2. Hermann Maier (AUT) - 282
3. Daron Rahlves (USA) - 269

Super-G Damen:
1. Michaela Dorfmeister (AUT) - 626
2. Alexandra Meissnitzer (AUT) - 437
3. Nadia Styger (SUI) - 360

Riesenslalom Herren:
1. Benjamin Raich (AUT) - 481
2. Massimiliano Blardone (ITA) - 442
3. Fredrik Nyberg (SWE) - 414

Riesenslalom Damen:
1. Anja Pärson (SWE) - 586
2. Maria Rienda-Contreras (ESP) - 537
3. Janica Kostelic (CRO) - 464

Slalom Herren:
1. Giorgio Rocca (ITA) - 547
2. Kalle Palander (FIN) - 495
3. Benjamin Raich (AUT) - 410

Slalom Damen:
1. Janica Kostelic (CRO) - 740
2. Marlies Schild (AUT) - 550
3. Anja Pärson (SWE) - 485