Nachdem das deutsche paralympische Skiteam alpin bereits bei den Speedrennen viel Grund zum Jubeln hatte, hielt die Erfolgsserie auch bei den technischen Wettbewerben. Damit war Deutschland die erfolgreichste Ski-Nation bei den Paralympics 2006.

Silber für Rothfuss
Einen Rückschlag erlitt das deutsche Team dabei durch den Ausfall des Nachwuchsfahrers Thomas Nolte. Er musste wegen eines Infektes die Heimreise antreten, ohne einen Einsatz beim diesjährigen Großereignis. Am 16. März 2006 standen dann die Riesenslaloms auf der Tagesordnung. Dabei konnte sich Andrea Rothfuss die Silbermedaille sichern, nachdem sie einigen Wirbel zu überstehen hatte. nach dem ersten Durchgang, in dem sie bereits auf den zweiten Platz vorgefahren war, wurde die Länge ihrer Skier beanstandet. Letztlich erwiesen sich diese aber als regelkonform und Rothfuss behielt im zweiten Lauf die Nerven und damit auch die Silbermedaille. Es gewann die Kanadierin Lauren Woolstencroft. Theresa Kempfle und Reinhild Möller rundeten auf den Plätzen sechs und neun das gute deutsche Ergebnis ab.

Schönfelder triumphiert erneut
In einem harten Rennen behauptete sich Gerd Schönfelder gegen die starken Konkurrenten Thomas Pfyl (SUI) und Martin France (SVK). Nach einem sehr guten ersten Durchgang fiel der Deutsche im Finale beinahe aus. Erst eine artistische Einlage hielt ihn im Rennen und er rettet den Vorsprung ins Ziel. Es war bereits das zweite Gold für ihn. Frank Pfortmüller und Simon Voit kamen auf den Plätzen neun und 42 ins Ziel.

Auch Braxenthaler schlägt erneut zu
Auch der folgende Freitag brachte erneut Medaillen und gute Ergebnisse für die deutschen alpinen Behindertensportler. Zwar verpasste Christiane Singahmmer als Fünfte das Siegerpodest im Slalom in der sitzenden Klasse, dafür konnte bei den Sehbehinderten Gerd Gradwohl wieder jubeln. Er holte mit seinem Begleitläufer Karl-Heinz Vachenauer Bronze. Noch besser lief es für Martin Braxenthaler im Slalom der sitzenden Klasse. Als Favorit gestartet, zeigte er zwei aggressive Läufe und fuhr jeweils Laufbestzeit. Damit konnte auch er sich über sein zweites Gold freuen.

Weitere Medaillen zum Abschluss
Auch für Gerd Schönfelder gab es noch einen Auftritt. Beim Slalom der stehenden Klasse holte er die Bronzemedaille und hat damit einen kompletten Satz Edelmetall abgeräumt. Damit ist Deutschland auch das erfolgreichste alpine Team der Paralympics: Mit sechsmal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze lag man knapp vor Frankreich (6/2/3) und den USA (5/2/1). Auch der gesamte Medaillenspiegel kann sich sehen lassen: Dort hat nur Russland mehr Edelmetall abgeräumt, Deutschalnd liegt auf Rang zwei vor der Ukraine. An dieser Bilanz hatte der alpine Cheftrainer Martin Lindner und seine Athleten maßgeblichen Anteil.