Janica Kostelic hat auch den letzten Slalom des Ski-Winters im schwedischen Are gewinnen können. Mit 1:45.29 Minuten setzte die Kroatin einmal mehr die Maßstäbe und sicherte sich den dritten Saisonsieg in dieser Disziplin. Mit ihr auf das Siegerpodest kamen Marlies Schild (AUT, 1:46.15 Min.) und Lokalmatadorin Anja Pärson.

Kostelic trotz Fehler im ersten Lauf vorne
Es war, als sollte der abschließende Slalom die vergangene Saison noch einmal widerspiegeln. Am Ende standen die besten Fahrerinnen des Jahres in identischer Reihenfolge auf dem Podest, wie auch im Gesamtstand dieser Disziplin. Bereits im ersten Durchgang hatten sich Kostelic, Pärson und Schild etwas absetzen können. Die Kroatin setzte dabei die Bestzeit, trotz eines deutlichen Fehlers am letzten Übergang und wunderte sich im Ziel selbst über diese Leistung. In Reichweite auf den Sieg platzierten sich nur Anja Pärson und Marlies Schild.

Poutiainen setzt Aufwärtstrend fort
Andere Favoritinnen auf den Tagessieg konnten in den Dreikampf an der Spitze nicht mehr eingreifen. Die Österreicherinnen Kathrin Zettel und Nicole Hosp fanden keine gute Linie, Zettel fiel nach einem kapitalen Fehler gar weit zurück. Ein Trio aus Anna Ottosson (SWE), Michaela Kirchgasser (AUT) und der Finnin Tanja Poutiainen postierte sich hinter den Führenden auf den Plätzen vier bis sechs, jedoch schon mit einigem Abstand.

Stiegler tanzt im Ziel
Im Finale konnte dann zunächst Zettel mit einer guten Fahrt brillieren - sie verbesserte sich damit auf Rang neun. Noch etwas weiter nach vorne ging es für die schwedische Junioren-Weltmeisterin Maria Pietilae-Holmner, die aggressiv fuhr und den guten sechsten Platz belegte. Mit ihr wird in der kommenden Saison sicher zu rechnen sein. Eine Gewinnerin des Finaldurchgangs war auch die Amerikanerin Resi Stiegler, die letztlich Vierte wurde und deswegen im Zielraum ein Freudentänzchen aufführte. Zeitgleich mit ihr wurde Tanja Poutiainen am Ende geführt, es war auch für die Finnin ein versöhnlicher Abschluss eines mäßig erfolgreichen Winters. Im Vorjahr hatte sie sich noch die Kristallkugeln für beide technischen Disziplinen abholen dürfen.

Kostelic vor neuem Rekord
Die Vorgabe von Stiegler und Poutiainen war aber kein Problem für die drei Top-Fahrerinnen. Zunächst setzte sich Marlies Schild mit einer knappen Sekunde Vorsprung an die Spitze, nachdem sie vor allem die Geländeübergänge traumwandlerisch sicher gemeistert hatte. Anja Pärson wurde nach einem Ausheber zu einer akrobatischen Meisterleistung gezwungen, um im Rennen zu bleiben. Daher fiel sie hinter die Österreicherin zurück. Noch eine Klasse besser war dann Kostelic. Mit erneuter Laufbestzeit untermauerte sie ihren Anspruch auf die kleine Kristallkugel, die sie seit den Rennen von Levi vor einer Woche schon sicher hatte, und fügte auch ihrem Gesamtweltcupstand 100 weitere Punkte zu. Dort steht die Kroatin bereits seit dem Super-G am Vortag als Siegerin fest, einen Rekord könnte sie aber noch zusätzlich knacken: 1960 Punkte holte die Schwedin Pernilla Wiberg im Jahr 1997, so viele wie keine Skifahrerin jemals zuvor. Gewinnt Kostelic auch den abschließenden Riesenslalom, hat sie diese Bestmarke gebrochen.

Bergmann-Schmuderer beste Deutsche
Aus deutscher Sicht gab es beim Slalom wenig Grund zum Jubeln. Annemarie Gerg fiel bereits im ersten Lauf aus dem Rennen und verabschiedete sich damit mit drei Ausfällen in Folge aus diesem Weltcup-Winter. Martina Ertl-Renz erwischte es im Finaldurchgang, als sie über den Innenski wegrutschte. Monika Bergmann-Schmuderer zeigte in beiden Läufen, dass ihr nach den bisherigen Ergebnissen das nötige Selbstvertrauen fehlt. Als 16. verpasste sie auch die Punkte-Ränge, da bei den Weltcup-Finals nur die besten 15 Athleten mit Zählern belohnt werden.

Team-Event schließt Finals ab
Für die Damen steht damit bei den Weltcup-Finals nur noch der abschließende Riesenslalom auf dem Programm, der am Samstag, den 18. März ausgetragen wird. Am folgenden Sonntag wird dann zum ersten Mal im Weltcup der Nations Team Event ausgetragen, der bei der WM 2005 in Bormio seine Premiere gefeiert hatte - mit einem Sieg des deutschen Teams.