Bei der ersten Entscheidung der Weltcup-Finals im schwedischen Are hat Michael Walchhofer mit einem elften Platz den Abfahrts-Weltcup verteidigen können. Seinen ersten Weltcup-Sieg in dieser Disziplin sicherte sich aber der Norweger Aksel-Lund Svindal, der 1:42.40 Minuten benötigte. Damit lag er zwei Zehntel vor dem Amerikaner Bode Miller. Dritter wurde Peter Fill (ITA, 1:42.70 Min.). Deutsche Starter hatten sich für Are nicht qualifiziert.

Abfahrts-Elite unter sich
Es war ein kleines, aber sehr hochwertig besetztes Starterfeld, das sich in Are auf die Piste 'Olympia' wagte. 23 Starter hatten die Voraussetzungen für die Abfahrt in Are erfüllt und mussten größtenteils doch kämpfen mit einer sehr anspruchsvollen und hochgradig selektiven Strecke. Vor allem die Richtungswechsel nach Bodenwellen machten vielen der Top-Athleten zu schaffen und sorgten auch für einige Ausfälle und Stürze.

Svindal mit Traumlauf zum Sieg
Als erster Starter musste Junioren-Weltmeister Christopher Beckmann aus den USA gleich Lehrgeld bezahlen. Er landete am Ende vier Sekunden hinter dem Sieger auf Rang 19, war aber sicher froh, einem Sturz entgangen zu sein. Die erste brillante Fahrt konnte Aksel-Lund Svindal zeigen, der vor allem den technisch anspruchsvollen Mittelteil hervorragend meisterte und damit den Grundstein zu seinem ersten Abfahrt-Sieg legte. Als Achter gestartet, wartete er im Zielraum dann lange vergeblich auf einen Fahrer, der seine Zeit unterbieten könnte und konnte am Schluss jubeln.

Stürze überschatten das Rennen
Nachdem Peter Fill mit Startnummer zehn nahe an Svindals Zeit herankam, startete Olympiasieger Antoine Deneriaz. Der Franzose zeigte dann einen Horrorcrash, als er bei einem Sprung sowohl in Rück- als auch in Seitenlage kam, auf den Hinterkopf aufschlug und erst vom zweiten Fangzaun gebremst wurde. Dennoch konnte er selbst ins Ziel abfahren. Weniger Glück hatte danach der Österreicher Klaus Kröll. Er überschlug sich und landete unglücklich. Nach längerere Behandlungspause musste er mit dem Akja abtransportiert werden und wurde danach ins Krankenhaus ausgeflogen.

Miller meldet sich mit Rang zwei zurück
Nach diesen längeren Unterbrechungen schien die Piste oben etwas langsamer geworden zu sein. Im ersten Gleitstück kam niemand mehr an Svindals Zeit heran. Nur Bode Miller setzte im Mittelstück seine Linie so, dass er noch ins Spitzentrio vorfahren konnte. Die Mitfavoriten Bruno Kernen, Kjetil Andre Aamodt und Hermann Maier kamen an die Bestzeit nicht annähernd heran und auch der erhoffte Showdown der vier noch möglichen Gesamtsieger der Abfahrtswertung verlief wenig spektakulär.

Showdown ohne Höhepunkt
Sowohl der Liechtensteiner Marco Büchel, wie auch Daron Rahlves aus den USA benötigten einen Sieg, um Walchhofer noch abzufangen. Beide waren heute von diesem Ziel aber weit entfernt. Vor allem bei dem Amerikaner sorgten einige Ausritte für einen klaren Rückstand von einer Sekunde, Büchel fand gar nicht zur Ideallinie. Dann ging Fritz Strobl auf die Strecke. Um seinem Landsmann den Vorsprung von 57 Punkten noch abzujagen, musste auch Strobl ganz nach vorne fahren. Zwar platzierte sich Strobl von den Top-Favoriten letztlich am besten und war als Vierter auch bester Österreicher - für den Gewinn des Abfahrts-Weltcup war dieses Ergebnis aber zu wenig.

Walchhofer triumphiert erneut
Somit stand Michael Walchhofer schon vor seinem Start als Sieger der Weltcup-Wertung fest. Der Mann aus Zauchensee konnte sich dann auch einen Lauf leisten, der nach einem kapitalen Fehler im wichtigen Mittelteil nur auf Platz elf führte. Walchhofers Titel war bei diesem Rennen für die Österreicher aber auch der einzige Grund zum Jubeln. Am Ende wies Walchhofer als Abfahrts Weltcup-Sieger 522 Zähler auf, Zweiter wurde Strobl mit 491 Punkten. Daron Rahlves, der in Are sein letztes Weltcup-Rennen in der Abfahrt fuhr, wurde mit 444 Zählern Dritter.