Der österreichische Skicrosser Roman Hofer belegte im Gesamt-Weltcup den zweiten Rang und gewann das letzte Rennen in der Sierra Nevada. Im Interview mit Ski2b sprach er über die Rennen in Spanien und auch die olympische Zukunft von Skicross.

Ski2b.com: Roman, herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg in der Sierra Nevada. Wie sind die beiden Rennen aus Deiner Sicht verlaufen?
Roman: Danke schön. Die Rennen in der Sierra Nevada waren aus meiner Sicht die besten, die wir im Skicross jemals gehabt haben. Man hat genau gemerkt, dass die Organisatoren schon viele große Events durchgeführt haben, unter anderem die alpine Ski-WM 1996. Aus meiner Sicht wären solche Events sehr wünschenswert für uns Skicrosser.

Ski2b: Im Weltcup hast Du Dich in diesem Jahr kontinuierlich gesteigert und bist nun Zweiter in der Gesamtwertung. Wie erklärst Du Dir diese Leistungssteigerung?
Roman: Ich habe am Ende der letzten Saison schon gemerkt, dass es wieder bergauf geht. Speziell nach meiner Verletzung habe ich sehr hart an mir gearbeitet. Im Skicross braucht man natürlich auch das gewisse Glück, um ganz vorne zu sein. Ebenfalls glaube ich, dass sich speziell im Skicross sehr viel im Kopf abspielt. Das heisst, wenn das Selbstvertrauen stimmt ist alles möglich. Ich habe die Weltcup-Pause im Februar perfekt genutzt und sehr viel Start und Riesenslalom trainiert. Daher freut es mich natürlich sehr, dass die harte Arbeit jetzt Früchte getragen hat!

Ski2b: In der Crossmax Serie Österreich hast Du in St. Johann beim Finale den Gesamtsieg unter Dach und Fach gebracht. Wie fällt Dein Fazit zu dieser Serie aus? Wie war die Stimmung speziell in St. Johann beim Finale unter
Flutlicht?
Roman: Die Crossmax-Serie ist immer ein perfektes Training, wenn wir Pause im Weltcup haben. Speziell heuer waren die Rennen sehr gut organisiert und auf einem sehr hohen Level. In St. Johann zu fahren ist für mich natürlich etwas ganz spezielles, da ich ja ganz in der Nähe wohne und mich dort relativ viele Leute kennen. Es ist schon ein schönes Gefühl, wenn man am Sessellift sitzt und über die vielen Zusschauer hinwegfährt, die einem zujubeln! Meiner Meinung nach ist ein Nachtrennen sowieso perfekt, denn es ist egal, ob unter der Woche oder am Wochenende, denn die Leute haben am Abend fast immer Zeit, um sich so ein Spektakel anzuschauen. Für uns Fahrer ist es auch fast besser als am Tag, denn man sieht die Bodenunebenheiten viel besser bei Flutlicht.

Ski2b: Wie siehst Du die Entwicklung allgemein im Skicross. Was muss getan werden, damit auch die Medien mehr Präsenz zeigen beim Skicross?
Roman: Wir hatten jetzt in der Sierra Nevada sehr viele gute Gespräche mit den Verantwortlichen der FIS bezüglich Olympia 2010. Ich glaube im Moment wäre die Entscheidung für Olympia für uns das Beste. Olympisch zu sein würde uns sicher helfen, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Von den TV-Beiträgen würde ich mir wünschen, wenn sich die FIS etwas von der Saab Salomon Crossmax Serie International abschauen würde. Diese Beiträge waren für mich das Beste, was heuer im TV über Skicross gezeigt wurde.

Ski2b: Wie sieht für Dich der Frühling aus? Was sind Deine Pläne für die nächsten Wochen?
Roman: Ich werde jetzt noch etwas Material testen, denn die Bedingungen könnten ja nicht besser sein. Und was man im Frühjahr erledigen kann, dass kann einen gewissen Vorsprung für die nächste Saison bedeuten und die wird schneller kommen als es oft recht ist. Anfang April fliege ich für eine Woche nach Jordanien zum Klettern. Ab Mitte April beginnen die Vorbereitungsarbeiten für meine Outdoorschule. Ich habe heuer etwas Neues, nämlich eine Almhütte, die ich für verschiedene Events nützen möchte. Mehr Infos dazu gibt es unter www.wegscheidalm.com

Ski2b: Roman, nochmals herzlichen Glückwunsch zu der tollen Saison und vielen Dank für das Interview.
Roman: Danke schön.