Mit 27 Jahren feierte Reinfried Herbst seinen ersten Weltcup-Sieg und gewann Olympisches Silber in seiner Spezialdisziplin, dem Slalom. Ein erfolgreiches Beispiel für einen Spätstarter.

Lange Europacup-Erfahrung
Bereits 1998 stieg der Österreicher im Europacup in die alpinen Skirennen ein. Ein erster Podestplatz dort steht erst im Jahr 2000 zu Buche, als er Dritter beim Slalom von See wurde. Trotz vieler Rennen auf dieser Ebene kam es erst 2004 zum ersten Sieg, im deutschen Todtnau gelang ihm ein Doppelerfolg bei zwei Slaloms an zwei folgenden Tagen.

Junioren-WM: Platz vier 1998
Die in Frankreich ausgetragenen Junioren-Weltmeisterschaften gaben ein erstes Zeichen vom Talent von Herbst. Er wurde Vierter, hinter so prominenten Namen wie Benjamin Raich, Mario Matt und Kurt Engl. An diesem Ergebnis erkennt man aber auch die Schwierigkeit für Herbst, sich im starken ÖSV-Kader für einen Weltcup-Platz zu empfehlen. Er war als Vierter eben auch nur viertbester Österreicher.

Weltcup-Debüt mit 22
Im Januar 2001 feierte Herbst dann seine Weltcup-Premiere im traditionsreichen Kitzbüheler Slalom. Diese war jedoch nicht von Erfolg gekrönt - er kam nicht in das Finale. Erste Weltcup-Punkte gab es dann im Dezember 2002, als Herbst 13. bei einem KO-Slalom in Sestriere (ITA) wurde. Darauf folgten noch einige Auftritte, bei denen der in Salzburg geborene Polizist die zweiten Durchgänge jeweils verfehlte. Einen kommenden Olympia-Medaillengewinner sah zu diesem Zeitpunkt sicher kaum jemand in Herbst. Es folgte zunächst die Verbannung in den Europacup.

Durchbruch mit Knalleffekt
Dank einiger guter Leistungen brachte sich Herbst wieder in den Wetcup-Kader der Österreicher zurück. 2004/2005 wurde er immerhin 16. in Schladming und 20. in Beaver Creek.
Erst in der Saison 2005/2006 sollte er für Herbst etwas zu jubeln geben. Bereits in Beaver Creek holte er mit Platz 12 ein gutes Resultat, es folgte in schneller Folge die erste Top-Ten Platzierung als Achter in Madonna di Campiglio und dann in Kitzbühel der Sprung aufs Podest: Beim Hahnenkammrennen wurde Herbst Zweiter und hatte die Olympia-Qualifikation in der Tasche. Und das sollte sich lohnen: Beim Großereignis in Turin holte der Österreicher Silber beim ÖSV-Dreifachtriumph. Und nur wenige Tage später folgte in Japan der erste Weltcup-Sieg. In Shigakogen teilte sich Herbst mit Kalle Palander sowohl die Zeit als auch den Sieg.

Rückschlag im Sommer 2006
Nach der besten Saison seiner Karriere wurde Herbst prompt in die ÖSV-Nationalmannschaft berufen. Doch noch bevor es wieder auf die Rennpisten ging, kam bereits das Aus für die WM-Saison 2006/2007: Bei einem Fußball-Freundschaftspiel in Zell am See verletzte sich der Ski-Star und zog sich einen Kreuzbandriss zu, der ihn zu einer langen Pause zwang.

Wieder zurück in der Weltklasse
Nach seiner Kreuzbandverletzung bot Reinfried Herbst schon am Anfang des Jahres 2007 sehr gute Leistungen. In der Saison 2007/2008 erfuhr Herbst dann zwei Weltcupsiege im Slalom und einen dritten Platz. Da Herbst nur im Slalom antritt, fuhr er ab und zu Rennen im Europacup, bei denen Herbst groß auftrumpfen konnte und genau wie im Weltcup überzeugte. Mit dem dritten Platz in der Disziplinen-Wertung Slalom bewies er seine Weltklasse, an die er sich wieder herangekämpft hatte.

Die erste kleine Kugel
Nach einer weiteren guten Saison 2008/09, feierte Herbst im darauffolgenden Winter sein bisher erfolgreichstes Jahr. Erstmals konnte er sich die kleine Kugel in der Slalom-Wertung sichern und auch in der Gesamtwertung reichte es bis auf Platz elf. Insgesamt vier Weltcup-Siege konnte der Österreicher in der Saison verbuchen.

Steckbrief
Geboren: 11.10.1978 in Salzburg
Nation: Österreich
Heimatverein: SC Unken
Beruf: Polizist
Hobbies: Tennis, Motorrad, Fischen
Web: www.reini-herbst.com