Andi Schauer hat am vergangenen Wochenende bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Skicross die Goldmedaille gewonnen. Ski2b.com sprach mit dem neuen Junioren-Weltmeister nach dessen Triumph.

Ski2b: Andi, herzlichen Glückwunsch zum Sieg in Russland. Hast Du mit diesem Erfolg im Vorfeld gerechnet oder kam es doch überraschend?
Andi Schauer: Mit diesem Sieg hatte ich vorher nicht gerechnet, denn sowas kann man eigentlich nicht. Zu Anfang der Woche hatte ich doch etwas Materialprobleme, woraufhin wir aber viel getestet haben. Danach lief es gleich besser. Respekt hatte ich vor der Veranstaltung schon, bin aber mit einem positiven Gefühl dorthin gereist.

Ski2b: Wie sind denn die Rennen insgesamt für Dich gelaufen? War es so souverän, wie es von den Resultaten her aussieht?
Andi: So souverän war es nicht, denn normalerweise kann man auf 40 Sekunden Fahrzeit nicht so weit vorne sein. Aber die Qualifikation war am Sonntag mein Prunkstück. Dort hatte ich einen recht großen Vorsprung auf den Zweiten und Dritten. Ich habe zwar alle Heats gewonnen, aber so deutlich war es nicht. Im Finale war es am Ende nicht so knapp, dort bin ich aber auch technisch perfekt gefahren. Ich hatte beim Finale den berühmten Tunnelblick, war am Anfang gleich vorne und dann hat es am Ende zum Sieg gereicht.



Ski2b: Wie würdest Du die Strecke beschreiben?
Andi: Es gab schon einige Fahrer, die gesagt haben, dass es zu einfach war und sich ein wenig beschwert haben. Die Strecke zählte nicht zu den steilsten und anspruchsvollsten, aber man musste schon technisch gut fahren, um vorne dabei zu sein. Sie hatte einige Wellen und Sprünge, also so einfach war es dann auch wieder nicht.

Ski2b: Wie war denn die Atmosphäre in Russland?
Andi: Es war schon ein wenig gespannt. Innerhalb unserer Mannschaft war die Stimmung natürlich klasse, aber gegenüber den anderen Nationen war es schon ein bisschen komisch. Die Trainer der anderen Nationen haben zum Beispiel Videos aufgezeichnet von mir und haben diese dann ihren Fahrern gezeigt, um genau zu wissen wie ich fahre. Auch vor dem Start haben mich viele ausgefragt wegen meinem Material oder dem Wachsen. Jeder hat versucht, von dem anderen etwas zu erfahren.

Ski2b: Welche Events stehen jetzt noch für Dich an in dieser Saison?
Andi: Ich war in den letzten Tagen ein wenig krank, daher werde ich nicht beim Weltcup in Sierra Nevada diese Woche teilnehmen und mich lieber auskurieren. Ich fahre dann noch die Deutsche Meisterschaft Ende März in Schliersee und das war es dann mit der Saison.

Ski2b: Und wie lauten die Ziele für die Zukunft?
Andi: Das ist schwer zu sagen. Ich werde in meinem ersten Jahr bei den Senioren versuchen, Erfahrung zu sammeln, denn das ist sehr wichtig im Skicross. Ich habe in Österreich in diesem Jahr schon bei den Herren Erfahrung gesammelt. In den nächsten Jahren muss dann auch im Weltcup was gehen natürlich. Aber zunächst möchte ich es schaffen, im Weltcup konstant die Qualifikation zu überstehen und die Heats der besten 32 zu erreichen.

Ski2b: Danke für das Interview.