Petra Haltmayr hat bislang eine gute Saison hinter sich gebracht. Mit Rang sechs in der Abfahrt holte sie auch das beste Einzelergebnis aus der deutschen Alpinen bei Olympia. Hier nimmt sie Stellung zur aktuellen Lage des DSV und wirft einen Blick zurück auf ihre Ausbildungszeit.

Ski2b.com: Petra, wie bist Du mit Deiner Saison bislang zufrieden?
Petra Haltmayr: Eigentlich lief es bislang sehr gut für mich. Ich bin fast wieder da, wo ich in der vergangenen Saison war und das hatte ich mir auch so vorgenommen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Saison, auch wenn ich teilweise Probleme mit meinem Ski hatte.

Ski2b: Und wie bewertest Du allgemein die Lage des DSV in diesem Winter?
Petra: Das ist schwierig. Wir hatten im Damenteam gleich zwei schwere Verletzungen zu beklagen mit Hilde Gerg und Maria Riesch. Da war es in der Speed-Gruppe natürlich schwer, denn ich war ja quasi alleine. Bei den Technikerinnen habe ich nicht so einen Einblick, kann daher nicht so viel dazu sagen. Für die Abfahrt kann ich nur sagen, dass es schwer war, so ganz alleine unterwegs zu sein und natürlich auch schade, denn das ist nicht optimal. Bei Olympia gibt es halt nur fünf Rennen und da muss alles passen, um eine Medaille zu gewinnen. In Salt Lake City haben wir auch nur eine Medaille durch Martina Ertl gewonnen und Hilde Gerg ist als große Favoritin leer ausgegangen. Das kann aber passieren, denn wie gesagt, es sind nur so wenige Rennen und da muss es dann laufen. Aber an der Vorbereitung lag es nicht, denn die war top. So eine gute Vorbereitung hatte ich persönlich noch nie.

Ski2b: Und wie geht es mit der Speed-Mannschaft nun weiter?
Petra: Das kann ich derzeit gar nicht sagen, denn der Wolfi Maier hört ja nach dieser Saison als Cheftrainer auf und man muss sehen, wie es dann weitergeht. Ich weiß gar nicht, ob wir dann noch eine Abfahrts-Mannschaft haben, denn die Maria wird die Vorbereitung mit der Technik-Gruppe machen und dann bin ich ja wieder alleine. Ich weiß noch nicht, wie es läuft, aber das wird nach diesem Winter entschieden.

Ski2b: Siehst Du denn im Nachwuchs-Bereich Athletinnen, die es einmal nach vorne schaffen könnten?
Petra: Es gibt bestimmt einige, die das Potenzial besitzen. Sie fahren ja auch schon gut im Europa-Cup, aber der Sprung in den Weltcup ist doch noch ein Stück schwerer. Aber wenn sie gesund durchkommen, werden es sicher einige schaffen. Aber das dauert halt noch ein bisschen. Man kann es auch nicht mit den Österreichern vergleichen, denn die haben einfach viel mehr Athletinnen, die sie einsetzen können. Wir in Deutschland haben nicht die Masse wie die Österreicher. Dort hat das Skifahren einen ganz anderen Stellenwert als bei uns.

Ski2b: Warum, glaubst du, kommen derzeit so wenige Athletinnen bei uns an die Weltspitze durch?
Petra: In der heutigen Zeit hören einfach viele Fahrerinnen vorher auf. Entweder sie machen Schule oder gehen in einen Beruf, oder sie hören ganz auf, machen eine andere Sportart. Und wenn sie beim Skifahren bleiben, wechseln viele zum New School oder Skicross, weil sie das interessanter finden. Außerdem fehlen derzeit ein bisschen die Vorbilder. Damals gab es eine Seizinger, die einfach alles gewonnen hat, das war für mich schon ein Anreiz.

Ski2b: Wie war Deine Förderung in jungen Jahren? Wie würdest Du das zusammenfassen?
Petra: Es war ziemlich hart damals. Es gab sehr viele gute Fahrerinnen und man musste sich schon durchbeißen, um einen Startplatz zu bekommen. Auf der anderen Seite habe ich damals aber auch gelernt zu kämpfen. Schulisch kann ich mich gar nicht beschweren, denn das Skigymnasium in Garmisch war wirklich super, die Trainer waren auch super. Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann, dass ich durch die enorme Konkurrenz im Team etwas spät auf die schnellen Disziplinen gegangen bin. Das hätte ich etwas früher machen müssen.

Ski2b: Danke für das Interview, Petra!