Julia Mancuso vor Kathrin Zettel, Sarka Zahrobska und Lindsey Kildow - was sich liest wie ein aktuelles Ergebnis aus dem Weltcup ist in Wirklichkeit das Resultat der Junioren-Weltmeisterschaft vom Februar 2004 in Maribor, in der Kombination. Die Nachwuchs-Titelkämpfe waren schon oft die ersten Bühnen für die kommenden Top-Stars. Auch das größte deutsche Talent, Maria Riesch, räumte bei verschiedenen Junioren-WM's ab.

Kogler erfüllt Erwartungen nicht
Doch neben Riesch hat der DSV kaum Erfolgsmeldungen beim wichtigsten Härtetest der Talente aus aller Welt vorzuzeigen. Vor der Partenkirchenerin hat zuletzt Stefan Kogler bei der Veranstaltung in Verbier 2001 einen Titel geholt, im Slalom. Außer diesen Erfolg konnte er aber nicht mehr auf sich aufmerksam machen. Weder im Europacup, wo die jungen Fahrer an den Weltcup herangeführt werden sollen, noch im Weltcup konnte er Akzente setzen.

Hoffen auf Strodl
Wo bleiben die besten deutschen Talente also? Im Speed-Sektor kann man vielleicht auf Peter Strodl hoffen. Er wurde bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2002 Vierter in der Kombination und Siebter in der Abfahrt. 2004 musste er aber gleich zwei Rückschläge hinnehmen: Ein Kreuzbandriss und, sechs Monate später, ein weitere Verletzung im linken Knie kosteten den Sportsoldaten aus Garmisch-Partenkirchen einen guten Karrierestart. 2005/2006 kämpfte er sich über den Europacup wieder an die Weltspitze heran und konnte dort bislang überzeugen. Von ihm sollten wir im nächsten Jahr auch im Weltcup hören.

Auch Rätze vom Verletzungspech verfolgt
Ein weiteres Talent fiel in diesem Jahr seiner ersten schweren Verletzung zum Opfer: Roman Rätze zeigte seine gute Form im Riesenslalom, ehe er sich beim Abfahrtstraining im Pitztal eine Schienbeinkopftrümmerfraktur sowie eine Wadenbeinfraktur zufügte - die Saison war damit vorbei. Auch er wird die lange Ausfallzeit erst einmal aufholen müssen, bis er einen neuen Angriff auf die Weltcup-Startplätze setzt.

Blieninger schon mit zwei Kreuzbandrissen
Bei den Damen konnten zuletzt einige Talente für positive Schlagzeilen sorgen. Carolin Fernsebner holte sich nach ihren ersten Weltcup-Punkten beim Weltcup in Ofterschwang auch die Silbermedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Riesenslalom. Auf Fernsebner ruhen demnach einige Hoffnungen des DSV. Anja Blieninger qualifizierte sich mit zwei Top-15 Rängen im Weltcup für Olympia, ehe sie auch vom Verletzungspech heimgesucht wurde. Dabei hatte sie bereits in den Saisons 97/98 und 02/03 Kreuzbandrisse durchstehen müssen. Auch Fanny Chmelar kam bereits einige Male in die Weltcup-Ränge und lag im Europacup nach den Winterspielen auf Rang vier in der Gesamtwertung. Vielleicht kann sie im kommenden Winter im Slalom konstant im Weltcup-Zirkus mitfahren.

Hölzl qualifiziert sich für Are
Einige Athleten konnten in dieser Saison bereits Weltcup-Luft schnuppern. Veronika Staber und Susanne Riesch waren bei den Heimrennen in Ofterschwang am Start, für die Herren sprangen Stephan Keppler und Johannes Stehle gelegentlich bei den Speedrennen in die Bresche. Für Kathrin Hölzl bedeutet die Qualifikation für das Riesenslalom Weltcup-Finale im schwedischen Are einen Erfolg. Dort dürfen nur die 25 Besten einer Disziplin antreten.

Wer kann Seizinger nachfolgen?
Doch die ganz vielversprechenden Talente, die einmal in die Fußstapfen von Katja Seizinger, Hilde Gerg und Markus Wasmeier treten können, sind derzeit nicht in Sicht. Es liegt sicher auch nicht nur an den Verletzungen, dass einige den Sprung in die Weltspitze nicht geschafft haben. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2005 im italienischen Bardonecchia deutete niemand ein solches Potential an, Plätze jenseits der besten 20 waren an der Tagesordnung für die deutschen Starter Tobias Stechert, Hannes Wagner oder Anna Rottmayr. Die Jugend-Titelkämpfe 2006 in Quebec brachten für die Herren keine Erfolge, die Medaille für Fernsebner besserte das Bild aber doch auf, zumal mit dem sechsten Platz von Viktoria Rebensburg im Riesenslalom Christina Ammerers achter Position im Slalom weitere gute Resultate in den technischen Disziplinen vorzuweisen waren.