Die Snowpark Tour machte am vergangenen Wochenende, 4. und 5. März 2006, bereits zum dritten Mal Halt in Adelboden. Mit Simon Abt aus Spiez gab es den gleichen Sieger wie im Vorjahr. Und auch das Wetter war so wie vor einem Jahr: es herrschte Nebel und Schneefall.

Niveau und Spaßfaktor hoch
Wegen der schlechten Sicht konnte nicht der gesamte Snowpark genutzt werden. Nichtsdestotrotz waren Niveau und Spaßfaktor hoch. 30 Snowboarder und New School Skier trotzten den widrigen Wetterbedingungen. Nebel und Schneefall verunmöglichten es, die Sprungelemente (Kicker) des Gran Masta Parks in Adelboden zu nutzen. So musste der Contest hauptsächlich auf den Slide-Elementen ausgetragen werden. Drei Rails und vier Boxen in unterschiedlichen Formen konnten hintereinander befahren werden. Einziges Sprungelement, das mit in die Wertung kam, war der "Corner". Da man auf diesem in die Höhe und nicht in die Weite springt, waren Jumps trotz schlechter Sicht möglich.

Simon Abt mit viel Style und Variationen
Während der eineinhalbstündigen Jam Session zeigte Simon Abt aus Spiez die anspruchvollsten und vielseitigsten Slide-Variationen. Seine Tricks waren technisch auf höchstem Niveau. Auf dem Kinked Rail zeigte er unter anderem einen "270 on 180 over Kink 270 out", eine Kombination mit insgesamt zwei Körperumdrehungen. Und auch auf dem Corner sorgte er für hohe und stylische Airs; er zeigte zum Beispiel einen "Inverted Frontside 540", eine eineinhalbfache Überkopfdrehung. Seine Boardsicherheit und Kreativität machten das Übrige. So wurde Simon Abt wie schon im letzten Jahr der verdiente Sieger in der Kategorie Snowboard. Er durfte sich über eine Saisonkarte für das Skigebiet Adelboden und über ein Snowboard von Atomic freuen. Da der 24-Jährige mit Rome-Snowboards über einen Ausrüster verfügt, wird er das Snowboard verkaufen: "Ich kann das Geld gut gebrauchen, denn ich schlage mich mit Gelegenheitsjobs durch den Winter. Ich will so oft wie möglich snowboarden." Die Saisonkarte kann der Spiezer bestens gebrauchen, denn am liebsten fährt er in Adelboden. "Ich kannte die Rails in- und auswendig und hatte sicherlich einen Heimvorteil."

Als Team zum Finale
Hinter Simon Abt platzierten sich Lukas Blaser (Steffisburg), Elmar Bosshard (Unterentfelden), Mirco Bürgin (Pratteln) und Martin Moser (Fraubrunnen). Diese Fünf sind am Finale der Snowpark Tour dabei, das am 18. und 19. März im Snowpark von Leogang (Aut) über die Bühne geht. Lukas Blaser war bereits qualifiziert, da er beim Stopp im Engadin/St. Moritz den zweiten Platz erzielte. Glück für Martin Moser, der als Fünftplatzierter nachrückte. Im Finale treten die vier besten Snowboarder der einzelnen Tourstopps (insgesamt 10) als Team gegeneinander an. Neben dem besten Team wird am Finale auch der beste Einzelboarder, der "Most Impressive Rider" gekürt. Diese begehrte Auszeichnung berechtigt zur Teilnahme am TTR-Event Champs Open 07 in Leysin. Am Finale sind aber nicht nur Snowboarder sondern auch Snowboarderinnen und New School Skier dabei. Und auch für diese gibt es Startplätze an Top-Events zu gewinnen. Der "Most Impressive Rider Ski" fährt zum Orage European Freeski Open 06 in Laax (22.-26. März). Und das beste Snowboard-Girl wird zur Roxy Chicken Jam im Engadin/St. Moritz (7.-9. April) eingeladen.

Girls zeigten sich zahlreich
Die New School Skier Stefan Zurbuchen (Kandersteg) und Christian Bieri (Sörenberg) haben in Adelboden ihr Finalticket gelöst. Und auch die Snowboarderinnen Monika Gerber (Adelboden) und Sahra Diggelmann (Bern) können sich über die Finalteilnahme freuen. Mit insgesamt neun Girls waren in Adelboden so viele am Start wie an keinem anderen Tourstopp. Deshalb gab es neben der Wertung Girls Snowboard auch eine Wertung Girls Ski. Die Siegerin heisst Canisia Romani und kommt aus Holland, auch sie darf sich, wie alle Erstplatzierten, über eine Saisonkarte sowie über ein Paar Ski von Atomic freuen. Bevor es ans Finale nach Leogang geht, steht noch ein Tourstopp auf dem Programm. Dieser findet am kommenden Wochenende (11./12. März) in Leysin statt.


Mini-Shred im Dorf
Trotz des schlechten Wetters war es ein gelungener Anlass. "Die Stimmung war gut, das Niveau hoch", resümiert Bernd Gutwenger vom Veranstalter Mellow Construction. "Wir sind froh, dass wir den Contest austragen konnten." Am Samstag war das Gebiet infolge heftiger Winde noch geschlossen. Das geplante Training mit eigens für die Snowpark Tour engagierten Pros der Firmen Atomic und Quicksilver sowie das First Aid Coaching mussten abgesagt werden. Ein Alternativprogramm war allerdings schnell gefunden. Simon Kestenholz vom Snowboardshop Crazy-Sports, der ältere Bruder von den bekannten Snowboardern Ueli und Reto Kestenholz, organisierte mitten in Adelboden auf der
Norrowiese einen Mini-Shred Contest. Kleine Jumps und ein Bierfass zum Drüberspringen standen parat. Abgerundet wurde der Parcours mit einer Slide-Box, die extra im Snowpark ausgegraben und zur Wiese transportiert wurde. So vergnügten sich am Samstagabend gut 60 Leute im Minipark und auf der grossen C-Box, obwohl es regnete. Bernd Gutwenger und seine Mannen hoffen, dass im nächsten Jahr die Sonne scheint und sie endlich einmal das Panorama von Adelboden zu sehen bekommen.