Bereits wenige Tage nach den Olympischen Spielen versammelte sich der Weltcup-Zirkus der Herren, um in Südkorea am 4. und 5. März 2006 zwei Riesenslaloms auszutragen. Am Ende der beiden Veranstaltungen stand Benjamin Raich als Gewinner da - obwohl er keinmal auf das Siegerpodest fahren konnte. Ganz oben standen dagegen Davide Simoncelli und Ted Ligety.

Doppelsieg für Italien
In Yongpyong ging es um zwei Vorentscheidungen. Im Gesamtweltcup versuchte Benjamin Raich, seinen Vorsprung im Gesamtweltcup weiter auszubauen, im Riesenslalom-Weltcup stand die Entscheidung noch aus. Als besonders stark erwiesen sich im ersten Rennen auf der Piste 'Rainbow I' die Italiener. Davide Simoncelli war nach beiden Durchgängen ganz vorne und konnte zum ersten Mal im Weltcup außerhalb der italienischen Grenzen über einen Sieg jubeln. Zweiter wurde dessen Landsmann Massimiliano Blardone, der damit auch zwischenzeitlich die Führung im Disziplinenweltcup übernahm. Dies war möglich, da der vorher führende Raich im ersten Durchgang einen kapitalen Fehler beging und selbst mit einem sehr guten Finallauf nur noch auf Rang fünf vorstoßen konnte.

Neureuther mit Punkte-Debüt
Dritter wurde Aksel-Lund Svindal, der im ersten Lauf noch geführt hatte. Knapp dahinter holte der Schwede Fredrik Nyberg als Vierter wichtige Punkte für den Kampf um die kleine Kristallkugel. Die ersten Weltcup-Zähler in dieser Disziplin gab es dagegen für Felix Neureuther, der sich als 28. knapp für das Finale qualifiziert hatte und sich dann noch einmal steigern konnte. Am Ende reichte es zum 21. Rang. Eine ähnliche Leistung glückte dem Deutschen auch beim zweiten Rennen, wo er insgesamt 25. wurde. Nach zwei konstant guten Vorstellungen sollte das Selbstvertrauen des Partenkircheners vor den beiden Slaloms im japanischen Shigakogen gestiegen sein.

Am Rande des Abbruchs
Nachdem bereits beim ersten Renntag Windböen die Bedingungen in Yongpyong schmälerten, sorgten orkanartige Winde am zweiten Wettkampftag fast für einen Rennabbruch. Mit insgesamt vier Stunden Verspätung gingen die Athleten dann unter einem gehörigen Zeitdruck auf die Piste, um den Riesenslalom noch unter einigermaßen regulären Bedingungen über die Bühne zu bringen. Am Ende blieb ein fader Beigeschmack und ein Überraschungssieger: Ted Ligety, der am Vortag noch das Rennen glatt verschlafen hatte, nutzte die herrschenden Bedingungen zu seinem ersten Weltcup-Sieg. Hinter ihm kamen Kalle Palander und Fredrik Nyberg zeitgleich auf den zweiten Platz. Nur wenige Hundertstel dahinter war auch Benjamin Raich, der sich mit Platz vier die Führung im Riesenslalom-Weltcup wieder zurückholen konnte.

Raich verteidigt Führung
Alles in allem konnte Raich sich als Gewinner fühlen. In Abwesenheit des Amerikaners Bode Miller, der auf die Asienrennen verzichtet hatte, baute er seine Gesamtweltcup-Führung aus und steht schon so gut wie sicher als Gewinner der großen Kristallkugel fest. Auch im Riesenslalom geht er nun als Führender in das abschließende Rennen. Bei den Finals in Are haben aber auch Blardone und Lokalmatador Nyberg noch gute Chancen auf die Disziplinen-Trophäe.