Das erste Rennen nach den Olympischen Spielen war gleich auch ein ganz verrücktes. Mit der Zeit von 1:18.56 Minuten wurden drei Skirennläuferinnen gestoppt. Damit standen beim Super-G in Hafjell-Kvitfjell (NOR) Lindsey Kildow (USA), Nadia Styger (SUI) und Michaela Dorfmeister (AUT) ganz oben auf dem Podest.

Kein Novum im Weltcup
So unwahrscheinlich dieses Ergebnis auch klingt, aber gegeben hat es dies bereits beim Riesenslalom von Sölden 2002. Dort teilten sich Nicole Hosp (AUT), Tina Maze (SLO) und Andrine Flemmen (NOR) zeitgleich den Sieg. Der Super-G in Hafjell wurde erstmals auf dem Hang ausgetragen, auf dem sonst die technischen Rennen stattfinden. Auf einer gut präparierten Piste konnten die Siegfahrten aber nicht unterschiedlicher sein. Vor allem beim Lauf von Michaela Dorfmeister sah es zunächst nicht nach der schnellsten Zeit aus, aber die Doppel-Olympiasiegerin von Turin zeigte, warum sie nicht umsonst die beste Speed-Fahrerin dieses Winters ist, und holte auf dem letzten Streckenabschnitt noch fast drei Zehntel auf.

Pech für Vanderbeek
Unglücksrabe des Tages war Kelly Vanderbeek. Die Kanadierin, die schon beim olympischen Super-G als Vierte knapp eine Medaille verpasste, durfte mit nur einer Hundertstel Rückstand erneut nicht mit aufs Podium. Ohnehin waren die Zeitabstände sehr gering. Kathrin Zettel (AUT), die mit Startnummer 32 noch in die Top Ten fuhr, lag als Achte nur zwölf Hundertstel hinter den Siegerinnen.

Olympiasiegerinnen in guter Form
Neben Michaela Dorfmeister zeigten auch die anderen Olympiasiegerinnen eine knappe Woche nach den Winterspielen ihre gute Form. Julia Mancuso (USA) und Anja Pärson (SWE) teilten sich Platz sechs. Nur Janica Kostelic schien als 13. noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Die Kroatin konnte den Vorteil, dass ihr Vater Ante den Kurs gesetzt hatte, dieses Mal nicht nutzen. Überraschend stark präsentierte sich auch Lucia Recchia, die Fünfte wurde. Damit qualifizierte sich die Italienerin noch für die Weltcup-Finals in Are (SWE), wo die besten 25 jeder Disziplin antreten dürfen.

ÖSV-Damen überraschend schwach
Am Anfang der Saison hatten die österreichischen Damen noch den Super-G beherrscht. Von dieser Dominanz war nichts mehr zu sehen. Nach Dorfmeister und Zettel war Elisabeth Görgl als Zwölfte erst die nächste ÖSV-Dame. Besonders schwach präsentierte sich Alexandra Meissnitzer. Sie war die einzige Athletin, die Dorfmeister noch die Kristallkugel für den Super-G-Weltcup streitig machen konnte. Im Endklassement landete sie nur auf Rang 22 und büßte damit sogar ihren komfortablen Vorsprung auf Platz drei und Nadia Styger ein.


Dorfmeister sichert sich zweite Kristallkugel
Durch ihren zehnten Super-G- und 25. Weltcupsieg gewann Michaela Dorfmeister in ihrer letzten Saison auch noch die zweite Kristallkugel der Speed-Wettbewerbe. Mit 546 Punkten liegt sie bei nur noch einem auszutragenden Super-G uneinholbar vorne. Damit hat die Österreicherin in diesem Winter alles Nennenswerte in den schnellen Disziplinen abgeräumt.

Haltmayr erneut mit guter Leistung
Beste Deutsche war in den Speed-Wettbewerben einmal mehr Petra Haltmayr (SC Rettenberg). Sie schaffte als Zehnte erneut einen Platz in den Top Ten. Auch Martina Ertl-Renz (SC Lenggries) konnte mit Platz 15 zufrieden sein. Ärgerlich nur, dass sie eine bessere Platzierung mit einem Patzer im unteren Streckenabschnitt verschenkte. Die anderen DSV-Athletinnen, Fanny Chmelar (SC Partenkirchen), Steffi Stemmer (SC Rottach-Egern) und Kathrin Hölzl (WSV Bischofswiesen) konnten nicht unter die besten 30 fahren und verpassten so Weltcuppunkte.

Pärson kann im Gesamtweltcup aufholen
Im Gesamtweltcup konnte Anja Pärson mit ihrem sechsten Platz den Rückstand auf Janica Kostelic verkürzen. Zwar musste die Schwedin den zweiten Platz an Michaela Dorfmeister abtreten, allerdings tritt die Speed-Spezialistin nicht in den technischen Rennen an, sodass sie keine Chance auf die große Kristallkugel haben wird. Pärson liegt mit 1161 Punkten nur einen Zähler hinter Dorfmeister und immer noch 239 hinter Kostelic.