Große Namen stehen in der Historie des Deutschen Skiverbands für große Erfolge. Und auch in den letzten Jahren haben Hilde Gerg, Martina Ertl-Renz und Co. für viele Siege und Top-Platzierungen gesorgt. Dennoch zeigt der Trend in den verschiedenen Bewertungskategorien für die deutschen Alpinsportler klar nach unten. Und auch für den kommenden Winter lässt sich nichts Gutes erahnen.

Der DSV in der FIS Nationenwertung 1992-2006


Jahr
Weltcup-Punkte GesamtPlatz Nationenwertung
2006
1138
10
2005
2870
6
2004
4056
5
2003
2470
7
2002
2138
9
2001
2260
8
2000
2854
8
1999
3596
6
1998
6077
2
1997
4840
5
1996
4602
4
1995
3894
5
1994
5066
5
1993
5358
3
1992
6063
3

Der Wert für 2006 entspricht dem Stand nach Ende der Olympischen Winterspiele in Turin.

Damen retten Bilanz
Dabei sind die Herren des DSV bereits seit einem Jahrzehnt weit hinter den besten Skinationen zurück. Platz neun bis 13 belegten sie in der Addition der Weltcup-Punkte seit 1997, oftmals hinter Ländern wie Liechtenstein und Slowenien. Doch in den letzten Jahren konnten die sehr guten Leistungen der Damen die Gesamtwertung wieder aufbessern. Noch 1997 und 1998 stellte Deutschland die erfolgreichste Damen-Mannschaft, noch vor den sonst unschlagbar scheinenden Österreicherinnen. Und auch 2005 fuhr die Mannschaft um Hilde Gerg noch Siege und Podestplätze ein und landete auf Rang drei - zusammen mit den Männern reichte es immerhin noch zu Platz sechs. In diesem Winter jedoch fehlen auch die Punkte der Damen. Rang acht, in Verbindung mit dem 13. Platz der Herren, ergibt das bislang schwächste Ergebnis in dieser Bilanz: Deutschland liegt nur auf Position zehn nach Ende der Olympischen Winterspiele in Turin.

Punktegarantin Ertl-Renz fällt weg
Besonders zu denken gibt aber an dieser Bilanz, dass auch im kommenden Winter außer Maria Riesch kein neuer Hoffnungsträger hinzu kommt, um für die zurückgetretenen Stars in die Bresche zu springen. Im Gegenteil - mit Martina Ertl-Renz hört die aktuell noch erfolgreichste Punktesammlerin auf. Und gerade die Allrounderinnen sorgen natürlich für die meisten Punkte. Eine Verbesserung ist daher nicht zu erwarten. Auch für die anstehende Ski-WM im schwedischen Are 2007 sieht es kaum besser aus.



Medaillenspiegel: Eine Einzelmedaille in vier Jahren
Der Medaillenspiegel bei Großereignissen gibt bekanntlich auch Aufschluss über die sportlichen Erfolge einer Nation. Blickt man auf die Großereignisse der letzten vier Jahre zurück, lässt sich allerdings nur eine Einzelmedaille für Deutschlands Ski-Asse notieren. 2002 gewann Martina Ertl-Renz Bronze in der Kombination. Bei den folgenden Ereignissen gingen die Deutschen leer aus: die Weltmeisterschaften 2003 und 2005 waren nicht die Titelkämpfe der Deutschen, sieht man von der positiven Überraschung des Team-Goldes in Bormio ab. Und die gerade abgeschlossenen Olympischen Winterspiele 2006 waren erneut eine Nullnummer. Gold gab es zuletzt 2001 in St. Anton (AUT): Dort gewann Martina Ertl-Renz die Kombination. Auch das aber ist noch kein Vergleich zu den 'Goldenen Zeiten'. In Nagano 1998 gab es dreimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze für deutsche Athleten.