Die alpinen Ski-Damen sind bereits fünf Tage nach Ende der Olympischen Winterspiele wieder im Einsatz. Im norwegischen Hafjell-Kvitfjell stehen gleich drei Rennen auf dem Programm, die bereits einige Entscheidungen bringen können, sowohl im Gesamtweltcup wie in den Disziplinen Super-G und Riesenslalom.

Olympiasiegerinnen im Mittelpunkt
Mit einem Super-G am 3. März, der Super-Kombination am 4. März und einem Riesenslalom einen Tag darauf ist das Wochenende für die Ski-Damen wieder gut ausgefüllt. Drei Damen stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses: Die drei Olympiasiegerinnen Janica Kostelic (CRO), Anja Pärson (SWE) und Michaela Dorfmeister (AUT). Alle drei können an diesem Wochenende einen weiteren Erfolg festschreiben.

Auch Super-G Weltcup an Dorfmeister?
Michaela Dorfmeister hat bereits einiges erreicht in diesem Winter. Der Abfahrts-Weltcup ist ihr bereits nicht mehr zu nehmen, die Krönung ihrer Karriere waren aber die beiden Goldmedaillen bei den Winterspielen in Turin. Nun geht sie mit breiter Brust in Norwegen an den Start, um ihre Führung auch im Super-G Weltcup zu festigen. Mit 446 Zählern liegt sie deutlich vor Landsfrau Alexandra Meissnitzer (396), sodass eine Entscheidung zugunsten Dorfmeisters bereits ins Kvitfjell möglich ist. Weniger wahrscheinlich ist dagegen, dass die beste Speedfahrerin dieses Winters im Gesamtweltcup noch an den Führenden Kostelic und Pärson vorbeiziehen kann.

Pärson greift nach Olympia-Gold im Weltcup an
Anja Pärson hatte vor den Spielen angekündigt, nicht auf die Weltcup-Wertungen zu schauen, sondern sich ganz auf das Ziel Olympia-Gold zu konzentrieren. Nachdem ihr dies im Slalom geglückt ist, wird sie sicher nicht unerfreut feststellen, dass sie durchaus noch Chancen hat, den Gesamtweltcup zu verteidigen. Mit 1121 Zählern liegt sie allerdings noch recht klar hinter Janica Kostelic, die es auf 1382 Punkte bringt. Im Riesenslalom aber dürfte der Schwedin die kleine Kristallkugel fast nicht mehr zu nehmen sein. Bei noch zwei offenen Rennen ist ihr Vorsprung von glatten 100 Punkten auf Maria-Jose Rienda-Contreras aus Spanien bereits komfortabel. Nur ein Ausfall Pärsons könnte diese Wertung wieder spannend machen. Außerdem hat die 24-Jährige bei der Super-Kombination eine einmalige Chance: Wie Kostelic könnte sie in dieser Saison in allen ausgetragenen Disziplinen einen Sieg feiern - das wäre eine einmalige Leistung. Die bislang einzige Super-Kombi des Jahres in St. Moritz gewann allerdings die Konkurrentin aus Kroatien.

Mission: Vorsprung ausbauen
Für Kostelic gilt es in Norwegen, ihre Führung im Gesamtweltcup zu verteidigen oder sogar auszubauen. 261 Zähler sind es bereits, die sie vor der Gesamtsiegerin der letzten beiden Jahre, Anja Pärson, liegt. Da die Schwedin beim Saisonfinale in Are ein Heimspiel hat und sich auf den heimischen Rennstrecken in den letzten Jahren als besonders stark erwiesen hat, wäre ein größerer Vorsprung sicherlich von Vorteil für die vierfache Olympiasiegerin.

Erster Sieg für Zettel?
Auch wenn die Entscheidungen vor allem um diese drei Ausnahmeathletinnen erfolgen, stehen auch andere Top-Fahrerinnen im Rampenlicht der einzelnen Wettkämpfe. Im Riesenslalom wird die Spanierin Rienda-Contreras ihrem entäuschenden Auftritt bei Olympia vergessen machen wollen, Julia Mancuso geht erstmals als amtierende Olympiasiegerin auf die Piste. Und auch die starken ÖSV-Technikerinnen Marlies Schild, Nicole Hosp und Kathrin Zettel werden um den Sieg mitfahren. Zettel wird viel daran gelegen sein, ihr schwaches Abschneiden bei den Spielen mit ihrem ersten Weltcup-Sieg vergessen zu machen.