Nur wenige Tage nach dem Großereignis des Jahres sind die XX. Olympischen Winterspiele bereits wieder in den Hintergrund gerückt. Der Alltag holte vor allem die Techniker im Weltcup-Zirkus ein, die sich nach den Spielen sofort ins Flugzeug nach Asien setzen mussten. Dort stehen die beiden letzten Stopps vor dem Finale in Are an. In Yongpyong (KOR) finden am 4. und 5. März 2006 zwei Riesenslaloms statt. Eine Woche später fahren die Slalomfahrer im japanischen Shigakogen um Punkte.

Vorentscheidung im Gesamt-Weltcup?
Dabei können in Korea gleich zwei wichtige Entscheidungen fallen. Sowohl in der Weltcup-Gesamtwertung, wie in der Riesenslalom-Wertung dürften die beiden Rennen entscheidend für die Vergabe der begehrten Kristallkugeln sein. Der Gesamtweltcupführende Benjamin Raich reist als neuer Doppel-Olympiasieger nach Asien und gilt dort natürlich als Top-Favorit. Bereits jetzt beträgt sein Vorsprung auf den noch schärfsten Konkurrenten Michael Walchhofer 245 Punkte - und nach den beiden Wettbewerben wird sich dieser sicher noch weiter ausgebaut haben.

Miller zieht Paris vor
Der Dritte im Gesamtklassement, Bode Miller aus den USA, hat die Titelverteidigung der großen Kristallkugel dagegen wohl bereits abgeschrieben. Er lässt die Übersee-Rennen ausfallen und zieht einen Besuch bei seiner Schwester in Paris vor. Damit hat er keine Chancen mehr, den Pitztaler Raich noch abzuhängen. Und auch Hermann Maier wird bei derzeit über 300 Punkten Rückstand und noch drei austehenden Slaloms wohl kaum noch an seinem Landsmann vorbeikommen.

Riesenslalom: Revanche für Turin
Im Riesenslalom-Weltcup sieht es dagegegen ganz anders aus: Zwar führt Raich auch dort das Klassement an. Mit 286 Punkten hat er aber lediglich 22 Zähler Vorsprung vor Massimiliano Blardone aus Italien. Frederik Nyberg, Hermann Maier und Kalle Palander liegen auch noch Reichweite der kleinen Kristallkugel. Die Rennen in Korea bieten vor allem all jenen eine Chance, die bei den Spielen nicht überzeugen konnten. Das trifft natürlich vor allem auf Raichs Konkurrenten zu. Die Italiener Blardone und Simoncelli konnten beim Heimspiel die Erwartungen der Fans nicht erfüllen, Kalle Palander verpasste unglücklich eine Medaille im Slalom nach seinem Einfädler und wird nun auch versuchen, sich in Yongpyong zu revanchieren. Auch Nyberg ging leer aus auf den Pisten von Sestriere.

In Korea wird sich also entscheiden, ob sich noch ein Konkurrent für Benjamin Raich im Gesamtweltcup findet oder ob der Pitztaler seine Saison neben zweimal Olympia-Gold auch noch mit dem Riesenslalom-Weltcup krönen kann.