Am Mittwoch, den 22. Februar gab es dann das spektakuläre Super-Final auf dem Mont Gele. Dabei sind die Rider mit aufsehenerregenden, aber immer noch sicheren Routen aufgefallen. Das bescheinigten ihnen auch die Wertungsrichter am Ende des Events.

Kein Lift für die Athleten
19 Männer und sechs Frauen hatten sich im Vorfeld für das Superfinale qualifizieren können. Sie konnten zwischen drei Starttoren wählen, um dann von dort ihre ganz persönliche Linie hinab zum Ziel zu finden. Dabei mussten die Athleten selbst den Berg besteigen, da die Liftgesellschaft TeleVerbier aus unerklärlichen Gründen die Nutzung des Liftes untersagte.

Karlsen, McMillan und Ogden im Endlauf
Bereits im ersten Lauf der Damenkonkurrenz von Amelie Simond zeigte sich die hohe Klasse dieses Events. Marte Lise Karlsen war mitihrer Leistung vor allem in der Mitte nicht ganz zufrieden. Dann folgte Jess McMillan, die sehr flüssig durch Klippen und Felsen kam, doch danach verlor sie ihre Linie etwas. Laura Ogden hatte die beste Linie des ersten Laufs. Oben perfekt überzeugte sie auch weiterhin durch eine flüssige Lilie durch technisch extrem anspruchsvolle Sektoren. Mit einigen atemberaubenden Schwüngen fand sie schließlich ins Ziel. Am Ende waren es Karlsen, McMillan und Ogden, die sich für die dritten und letzten Punktläufe qualifizieren konnten.

Laura Ogden holt sich den Sieg
An dritter Stelle liegend ging Karlsen zuerst wieder an den Start und bewies ihre perfekte Kontrolle. Ihr gelang ein flüssiger Lauf, allerdings hakte es bei einer Landung - nach einem hohen Sprung verkantete sie und musste sich mit Rang drei begnügen. Auf der selben Route versuchte sich dann McMillan, meisterte auch die trichterförmige Rinne und sprang über ein Schneebrett. Nach einigen letzten eleganten Slalomschwüngen um einige Felsen erreichte sie glücklich das Ziel. Am Ende war das Rang zwei.
Der Sieg ging aber an Laura Ogden, die eine ähnliche Route wählte wie im Lauf zuvor. Diese fuhr sie mit viel Stil und Kraft und ohne größere Risiken einzugehen. Natürlich wusste sie, dass ein passabler Lauf genügen würde, um den Gesamtsieg zu erringen. Das gelang Ogden perfekt, weshalb sie zurecht den 2.000 Dollar Siegerscheck in Empfang nehmen konnte.



Dunbar sorgt für Jubel
Bei der Herrenkonkurrenz gab es einige außergewöhnliche Darbietungen. Tom Dunbar wollte es wissen: Nachdem beinahe schon alles nach einem Crash kurz nach dem Start verloren schien, lieferte er dem Publikum ein echtes Spektakel. Nach einigen flüssigen Schwüngen durch den technisch schwierigen Startbereich hielt er auf eine der höchsten Klippen zu und sprang. Nach der Landung setzte er durch ein Felsengebiet und sprang noch ein weiteres Mal. Danach applaudierten ihm selbst die Richter, das Publikum war begeistert. Leider führte der Abzug für die fehlende Kontrolle zu Beginn dazu, dass Duncan die Vorausscheidung nicht überstand.

Freeskiing vom Feinsten
Auch Justus Meyer aus den USA brachte sowohl die Jury wie auch das Publikum zu stehendem Applaus. Zunächst hatt er sich ein fast unögliche Route zwischen Felsen und Schneebrettern ausgewählt, fand aber dennoch flüssig und schnell immer wieder einen Weg. Danach kam der Höhepunkt: Einen gewaltigen Backflip landete Meyer und holte sich den Applaus ab. Nach einigen guten, aber weniger anspruchsvollen Läufen trat dann der zweifache Weltmeister Chicherit Guerlain an. Er hatte eine Route erspäht, die niemand anderes gewagt hatte. Seine Region war so anspruchsvoll, dass die Zuschauer während des Laufes kollektiv den Atem anhielten, war doch hier fast gar kein Schnee zu sehen. Doch er fand einen Weg und setzte unten noch zwei Sprünge. Oliver Meynet, Sechster in Snowbird, fuhr so weich und sicher, dass seine anspruchvolle Linie fast leicht aussah. Sein Lauf durch Felsen und Abhänge erfolgte mit viel Stil und sah beinahe wie eine Spazierfahrt aus. Damit lag er vor dem letzten Lauf in Führung.

Fünf Fahrer kämpfen um den Sieg
Für das Super-Finale hatten sich fünf Rider qualifiziert. Julian Gaidet und Cedric Pugin boten beide große Läude. Für Pugin reichte es dabei sogar zum insgesamt dritten Platz: Seine Linie war nicht die anspruchsvollste, aber die Durchführung war perfekt. Schnell, flüssig und extrem kontrolliert kam er durch die technisch schweren Stellen. Craig Gabriel kam zu Fall, nachdem ein Ski sich im Tiefschnee gelöst hatte. Das warf ihn natürlich zurück. Guerlain startete wieder von Tor eins, diesmal aber mit neuer Route. Auch diesmal spektakulär kam er durch eine Rinne, fand einen Ausgang und landete einen schönen Sprung.

Meynet gewinnt in Super-Finale
Doch das war nur der zweite Platz, denn Olivier Meynet gab den Titel des Verbier Ride Siegers nicht mehr preis. Erneut überzeugte er durch einen extrem flüssigen Lauf auf derselben Route wie zuvor. Zwei Sprünge komplettierten seinen Lauf zum Sieg. Dafür kassierte er das Preisgeld von 4.000 Dollar. Es war der Abschluss eines überzeugenden zweiten Stopps der Freeskiing World Tour.