Sieben von zehn alpinen Entscheidungen sind bei den XX. Olympischen Winterspielen bereits gefallen - und nach den Überraschungserfolgen von den Auftaktrennen haben sich die Favoriten zurückgemeldet.

Doppel-Gold für Dorfmeister
Die Speed-Queen der Spiele kommt aus Österreich und heißt Michaela Dorfmeister. Nach ihrem Abfahrtssieg holte sie sich auch Gold im Super-G der Damen, vor Janica Kostelic und Alexandra Meissnitzer. Kurios dabei: Im Zielraum sah Dorfmeister ihre Zeit nicht und erfuhr erst von der Konkurrentin Kostelic von ihrem Erfolg. Entsprechend spät jubelte sie - dafür aber um so ausgelassener. Mit zwei Titeln im Gepäck reist die Österreicherin nun nach Hause und hat ihre Karriere zum Abschluss mit einem wahren Höhepunkt vergoldet.

Verteidigt Kostelic ihre Titel?
Ob sie damit aber die erfolgreichste Alpine sein wird, steht noch nicht fest. Vor vier Jahren dominierte Janica Kostelic die Damenkonkurrenzen mit dreimal Gold und einmal Silber. Bislang konnte sie in der Kombination und im Super-G ihr Ergebnis wiederholen - und Siege im noch ausstehenden Slalom und Riesenslalom sind ihr durchaus zuzutrauen. Eine solche Leistung wäre allerdings einmalig in der Geschichte des Skisports.

Erneut Gold für den Medaillenhamster
Einmaliges hat Kjetil Andre Aamodt bereits erreicht. Sein erneuter Triumph im Super-G der Herren war der vierte Olympiasieg des Norwegers, insgesamt hat er nun acht Medaillen bei Winterspielen gewonnen - eine sensationelle Bilanz. Auch das Rennen selbst war sehenswert, in dem Hermann Maier und Ambrosi Hoffmann die weiteren Medaillen gewannen. Im Riesenslalom der Herren gab es erneut einen Favoritensieg: Benjamin Raich sorgte für den ersten ÖSV-Triumph bei den Herren, als er sich in einem furiosen Finallauf an die Spitze des Klassements katapultierte. Hinter ihm landete der Franzose Joel Chenal überraschend auf dem Silberrang und bestätigte die gute Form der Franzosen bei diesen Winterspielen. Bronze ging erneut an Hermann Maier, der damit mit zwei Medaillen dekoriert die Heimreise antritt, das erhoffte Gold aber verpasste.

Rahlves verfehlt olympische Ziele
Erste Verlierer der alpinen Wettkämpfe stehen auch schon fest. Daron Rahlves aus den USA trat in drei Rennen als Favorit an, und ging jeweils leer aus. Die Super-G Spezialisten aus Österreich konnten beim wichtigsten Rennen des Jahres nicht glänzen - mit Ausnahme von Maier landeten sie abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Und auch Bode Miller konnte bislang nicht für Erfolge sorgen, er hat aber im Slalom noch eine letzte Chance. Bei den Damen reiste Renate Götschl ohne Erfolgserlebnis ab. Im Super-G kam die Österreicherin sogar nur auf Rang 26 - eine Enttäuschung. Im Anschluss gab die 30-Jährige bekannt, an einer Knieverletzung zu laborieren. Für Anja Pärson gab es bereits zweimal Bronze. Für die Schwedin wird aber alles andere als Gold in den beiden letzten Rennen der Damen nicht zählen - das war ihr erklärtes Ziel für diese Saison.



DSV hofft auf Slalom-Wettbewerbe
Die Slalom-Wettbewerbe sind auch die letzten verbliebenen Medaillenchancen für das DSV-Team, das mit den Leistungen von Petra Haltmayr und Martina Ertl-Renz durchaus zufrieden sein kann, wenn man die bisherige Saison betrachtet. Auf Podestplätze können wohl nur Annemarie Gerg und Alois Vogl vorfahren. Die Höhepunkte aus deutscher Sicht stehen also noch auf dem Programm.