Im Fußball, so weiß man, gibt es keine leichten Gegner mehr. Daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, bei Olympia gäbe es keine Exoten, ist aber logisch nicht ganz folgerichtig. Und tatsächlich ließen sich einige Athleten dabei beobachten, wie sie ihr Geschäft eher schlecht als recht betrieben.

Auf die falschen Scheiben geschossen
Da sprintet also im Langlauf auf einmal ein Nepalese mit dem Namen Sherpa um Platz 95, die Biathleten schaffen es, fünf von fünf Schüssen neben die Ziele zu setzen - oder sogar auf die Scheiben des Nebenmannes zu zielen, außerdem sieht auch der Inder Shiva Keshavan bei den Spielen mit seinem Rodelschlitten einmal eine Eisbahn (zuhause übt er auf Rollen). Und auch bei den Alpinen sind einige Fahrer dabei, die im Weltcup sonst eher nicht auftauchen.

Nur eine Minute zurück
Ivan Borisov etwa aus Kirgisistan kam beim Riesenslalom der Herren etwas mehr als eine Minute hinter dem Sieger Raich ins Ziel und verlor damit leider recht deutlich das Rennen um Platz 40 gegen den Chinesen Li, der immerhin 30 Sekunden schneller war - das ist echter Wettkampfgeist. Bei einem Weltcup-Rennen hätte sich der Brasilianer Nicolai Hentsch sogar einen Punkt gesichert, nachdem er sich mit nur 20 Sekunden Rückstand locker auf Platz 30 geschoben hatte und sich darüber im Ziel freuen konnte.

Text vergessen
Für andere Nationen läuft es besser - und auch das sorgt nicht nur für gute Laune. So druckten einige Südtiroler Zeitungen die italienische Nationalhymne ab, weil sich die Medaillengewinner aus dieser Region Italiens auf der Medal Plaza als nicht textsicher erwiesen hatten - das wäre einem Shiva Keshavan sicher nicht passiert. Vielleicht sehen wir dann bei der nächsten Medaillenverleihung Sportler mit Zeitung unter dem Arm erscheinen. Das wäre auch einmal etwas Neues.