In einem von Verschiebungen und Wetterchaos geprägten Kombinationswettkampf der Damen hat sich Janica Kostelic aus Kroatien wie vor vier Jahren den Sieg gesichert. In einer Gesamtzeit von 2:51.08 Minuten lag sie am Ende eine halbe Sekunde vor der Österreicherin Marlies Schild, weitere fünf Hundertstel zurück kam Anja Pärson aus Schweden auf den Bronzerang.

Keine planmäßige Durchführung möglich
Nachdem die Abfahrt in San Sicario am Vortag nicht hatte stattfinden können, war sie zunächst auf den 18. Februar verlegt worden. Bei wiederum schlechtem Wetter wurde der Start dann auch mit Rücksicht auf den nach hinten verlegten Super-G der Herren noch von 14 Uhr auf 15.30 Uhr verschoben. Dann konnte es aber endlich losgehen - und dank eines Wetterumschwungs herrschten sogar gute äußere Bedingungen.

Spannendes Finale in San Sicario
Nach den zwei Slalom-Durchgängen am Vortag hatten fünf Fahrerinnen sich noch Hoffnungen auf Medaillen gemacht. Die Fünftplatzierte Nicole Hosp aus Österreich zeigte aber keinen fehlerfreien Lauf und konnte so ihre Platzierung nicht verbessern. Ganz anders Anja Pärson. Die Schwedin, in der Spezialabfahrt noch Gewinnerin der Bronzemedaille, spielte ihre Stärken aus und übernahm klar die Führung. Am Ende musste sie sich trotz dieser guten Leistung wieder mit Bronze begnügen.

Kostelic fährt Bestzeit in der Abfahrt
Danach versuchte Kathrin Zettel, ihren dritten Platz aus dem Slalom ins Ziel zu retten. In der ungeliebten Abfahrt zeigte die Österreicherin einen guten Lauf, fiel aber letztlich doch klar hinter Pärson zurück. Dann kam die Titelverteidigerin. Janica Kostelic verlor zwar zunächst etwas Zeit auf Pärson, fuhr aber ab dem Mittelteil ein perfektes Rennen, das mit der Laufbestzeit belohnt wurde. Diese Messlatte konnte die Technikerin Marlies Schild nicht überspringen. Ihr Vorsprung aus dem Slalom schmolz, am Ende rettete sie aber fünf Hundertstel vor Pärson und damit die Silbermedaille - worüber sie sich im Ziel herzlich freuen konnte. Das Damen-Team des ÖSV zeigte sich dabei sehr stark und hat vor allem für den Spezialslalom sein Potenzial angedeutet. Am Ende belegten die Österreicherinnen die Plätze zwei, vier, fünf und sechs.



Martina Ertl-Renz auf Platz sieben
Für den DSV endete die Kombination mit Rang sieben für Martina-Ertl-Renz und Platz 16 für Monika Bergmann-Schmuderer. Das ist nach dem sechsten Platz zum Auftakt durch Petra Haltmayr erneut ein gutes Ergebnis für das deutsche Team, wenn auch der erhoffte Spitzenplatz für Ertl-Renz ausblieb. Diese zeigte sich aber nicht enttäuscht: “Ich habe mein Bestmögliches gegeben und das beste draus gemacht. Es reichte für Platz sieben und nicht für ganz nach vorne, aber es ist OK.“ Für Monika Bergmann-Schmuderer galt es in der Kombination vor allem, Sicherheit für ihre Spezialdisziplin, den Slalom, zu gewinnen.

Superstar Janica Kostelic
Für die Kroatin Janica Kostelic ist dieser Sieg bereits der vierte Olympiasieg der Karriere, nachdem sie 2002 in Salt Lake City (USA) mit Triumphen in Slalom, Riesenslalom und Kombination zur überragenden Athletin aufstieg. Wenige Minuten, nachdem Kjetil Andre Aamodt im Super-G der Herren als erster alpiner Athlet einen Olympiatitel verteidigen konnte, gelang der Kroatin als erster Frau diese Kunststück. Noch tritt sie in drei weiteren Disziplinen an - und gilt in allen als heiße Anwärterin auf Gold. Schon jetzt wird ihr aber - zusammen mit Bruder Ivica, der bei den Herren Silber in der Kombination gewann - der gewohnt enthusiastische Empfang in ihrer Heimat sicher sein.